Offene Bitte an die Bundes-SPÖ


„Vü is g’schehn, nix is passiert“ jodelt es vielerorts unter den GenossInnen nach der Wahl.

Doch ist dem so?

Nicht ganz!

Nachdem wieder bestätigt wurde, dass in Österreich das rechte politische Spektrum stets dominant ist (Gründe dafür gibt es viele, ein paar, nämlich die verbreitet fremdenfeindliche und missgünstige Grundstimmung, oder das blinde Glauben an „starke Männer“, hab ich schon thematisiert) und „Ausländer raus“ in stets modifizierbarer Form in diesem Land immer zieht, steht die Bundes-SPÖ vor einem Scherbenhaufen.

Trotz eines Parteivorsitzenden, der seit Kreisky verloren geglaubte Qualitäten wieder aufblitzen lässt, scheppert es im Gebälk des sozialdemokratischen Hauses gewaltig.

Sollen die Genossen im Bund nun eine Koalition anstreben?
Ist die Oppositionsbank geeigneter?
Die Geister in der Partei scheiden sich gewaltig.

Während ein nach wie vor rege den FPÖ-Wählern nachplappernde Clique – der „rechte Flügel“ um Hans-Peter Doskozil, Hans Niessl, Harald Troch, Michael Ludwig etc. – versucht, die Nachfolge von Michael Häupl als Wiener Bürgermeister als auch die eventuelle Wiederkehr der Apparatschiks als Ersatz für Christian Kern zu thematisieren und in gewollte Bahnen zu lenken, befindet sich der „linke Flügel“, also der Rest der Partei, in der ständigen Defensive.

Äquivalent zu den letzten Regional- als auch Bundeswahlkämpfen bildet sich ein verzerrtes Bild einer einst mächtigen und starken SPÖ.

„Links gegen Rechts“, inmitten einer Sozialdemokratie!

Für überzeugte SozialdemokratInnen ein Affront, dass es überhaupt einen rechten Flügel geben darf.

So auch für mich.

Wenn fremdenfeindliche Aussagen, die nur zur Erfüllung des persönlichen Egoismus dienen, ungefiltert gehört und befolgt werden wollen, klingen alle Alarmglocken in mir.

Es ist ein regelrechtes Sakrileg, rechte Politik in einer SPÖ kopieren zu wollen.

Nicht nur, dass damit versucht wird, Positionen der FPÖ in den kommunalen Vierteln abzufischen, es wird damit Politik kopiert, die reziprok gegen alles ist, wofür sozialdemokratische Maßstäbe gelten.

Jetzt aber, als Tüpfelchen auf dem „I“, wird von diesem Flügel auch lautstark versucht, für eine etwaige Koalition SPÖ-FPÖ zu werben.

Im Grunde wäre es watschen-einfach: Jede Person in der Partei, die mit Fremden- und Sozialdemokraten-Feindlichkeit kokettiert, einfach aus der Partei entfernen!
Lieber ein kleinerer, dafür authentischerer Apparat als ein aufgeblähtes Sammelsurium an verschiedensten Einflüssen politischer Natur, die einer Bewegung alles, nur nicht gut tun.

Diese Zeilen mögen ausnahmslos jedem/r SozialdemokratIn auf die Stirn getackert sein: Die FPÖ ist die Nachfolgepartei der VdU, welche wiederum Nachfolger der NSDAP war.
Diese NSDAP, egal ob vor oder ab 1938, bediente neben Juden, „Zigeunern“, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und Kommunisten vornehmlich dem Feindbild der Sozialdemokratie.
Genossen wurden gejagt, verhaftet, gequält und vielerorts ermordet.

800x400-nfksn8mkyzcey0owszvniotqkw8svz4yjvo9yj859c
Nicht vergessen, wofür die SPÖ nach wie vor steht!

Während der Rest geschichtlich bekannt und mehr oder weniger verarbeitet ist, wird schon wieder vergessen, mit wem man sich ins Bett legen will.

Immer wieder erinnere ich mich an eine Geste, die jungen Frauen zusammen mit mir beim Gemeinderatswahlkampf 2015 bei einer Verteilaktion von WahlkampfhelferInnen der FPÖ (mit offiziellem Emblem am Shirt und Wahlkampfstand) entgegengestreckt wurde: Es war die „Kehle durchschneid“-Geste, inklusive passender „Wenn wir wieder an der Macht sind, seid ihr wieder dran!“ Drohung.

Die jungen KollegInnen weinten, ich versuchte zu beruhigen und die eindeutigen Gesten zu ignorieren.
Der De-Eskalation geschuldet nahm ich offiziell diese Entgleisung nicht wahr.

Sie würden uns wieder jagen, wenn sie dürften.
Dies steht für mich seitdem klar!

Auch, wenn immer wieder von Rechtswählern die Leier vom „Der zweite Weltkrieg ist schon längst vorbei“ kommt, gebe ich zu bedenken: Noch 1929 konnte sich niemand, wahrscheinlich nicht einmal die Nazi-Spitze selbst, vorstellen, welche Gräueltaten in den nächsten 15 Jahren von unauffälligen Menschen verübt werden können.

Es wäre naiv zu glauben, dass derartige Fähigkeiten plötzlich im Menschen nicht mehr auf ein weiteres Mal erweckbar wären.
Es wäre auch naiv, wenn man meint, dass andere Zeiten, die wir jetzt durchleben, derartige Gräuel nicht mehr ermöglichen.

Auch seinerzeit hieß es nur „Ich habe nur Befehle befolgt“.

Als garantiert kann man ansehen, dass sich in siebzig Jahren der Mensch nicht so schnell zum Humanisten wandelt.
Vor allem nicht, wenn eine ganze Generation nicht wirklich über diese Phase aufgeklärt wurde, weil Österreich für ein Vierteljahrhundert das dritte Reich einfach verschwieg.

Nebenbei funktioniert das „Opfer“-Getue nach wie vor.
Auch nach 1945 wurde Österreich zu Hause als erstes Opfer des dritten Reiches betrachtet.

Unabhängig davon, dass das Verhältnis berüchtigter SS-ler im Vergleich zur Gesamtbevölkerung weitaus höher war als bei den Deutschen.

Adolf Eichmann, Ernst Kaltenbrunner, Franz Stangl usw. waren weniger die Ausnahme denn die Regel österreichischer NS-Täter.

Etwas mehr als siebzig Jahre danach hat sich kaum etwas geändert.
Einzige Hemmschwelle ist noch(!) die fehlende Legitimation einer Regierung zu Repressalien gegenüber bestimmten Volksgruppen, heute eben Moslems, Sozialdemokraten und Grüne, dunkelhäutige Menschen usw.

Mit einer Partei, die ein derartiges Gedankengut nicht nur nicht explizit verurteilt, sondern eindeutig einer NS-Gesinnung nahestehende Personen zusätzlich beherbergt.

Sogar dem Vorsitzenden, Heinz-Christian Strache, darf man „Nähe zum nationalsozialistischen Gedankengut“ nach Gerichtsbeschluss nachsagen.

Wenn sich die Apparatschiks Doskozil, Niessl, Ludwig, Troch usw. nicht von ihren Wünschen lautstark distanzieren, sind sie vieles, aber keine Sozialdemokraten.
Dann sollen sie die Partei wechseln, denn in der SPÖ sollte es NIE Platz für Menschen mit rechtsgerichteter Einstellung geben.

Wenn ich persönliche Wünsche für die Zukunft deponieren kann, hätte ich ein paar an Christian Kern und Michael Häupl:

.) Beendet die Diskussion um eine nur theoretisch mögliche Koalition mit der FPÖ auf der Stelle!
.) Die Personaldiskussionen spotten jeder Beschreibung.
Oben genannte Personen sind nur ein Bruchteil derer, die nicht nur das altbekannte Bild vom „Parteiapparatschik“ unterstreichen, sondern auch dementsprechend nur am eigenen Wohl statt am Wohl ALLER Menschen interessiert sind.

Deshalb keine Ludwigs, Brauners, Simas, Bures‘ etc. als BM-KandidatInnen pushen!

Bitte beendet endlich die Spekulationen um Namen, die der SPÖ das letzte Hemd kosten würden und womöglich sogar eine Spaltung der Partei verursachen würden.

Im Hintergrund sind so viele fähige Menschen, die sich aber nicht permanent in den Vordergrund stellen.

Ob Tanja Wehsely, Pamela Rendi-Wagner, Marcus Schober, Marcus Gremel, Laura Schoch, Jürgen Czernohorsky…eine fähige Generation, mit Wissen über die Herausforderungen der heutigen Zeit ausgestattet, wartet nur darauf, den Karren endlich aus dem Dreck ziehen zu dürfen.
Lassen wir sie endlich tun, bevor sie nur noch verbrannte Erde wegkehren können!

Advertisements
Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Nach der Wahl: Österreich, du Land der Idioten!


Die Wahl ist geschlagen, das Ergebnis der Nationalratswahl 2017 spricht (erwartete) Bände.

Österreich ist ein Land, das sich nach wie vor, nach zwei Weltkriegen, unzähligen Konflikten durch die Lage inmitten Europas, schwelenden Rassismus, Obrigkeitshörigkeit und dem Drang nach dem „starken Mann“, tief im Sumpf suhlt.

kurz-strache-tv-duell-puls-4-650x435
Zwei wirklich gefährliche Männer…

Die Arbeiterkammer und die Gewerkschaften werden in Frage gestellt?
Dem „kleinen Mann“ ist es einerlei, seine eigenen Probleme im Broterwerb werden seinem dringlichsten Instinkt geopfert, nämlich „Ausländer raus!“.

Der 13. und 14. Gehalt ist ÖVP und FPÖ ein Dorn im Auge, weil die eigene Klientel (Reiche, Industrielle, Großbauern, Burschenschaften) damit Geld an die Masse der Arbeitnehmer abgeben muss?
Unerheblich, so lange ein Credo laut und wiederholt ausgeplärrt wird: Nämlich „Ausländer raus!“.

Wien ist lebenswerteste Stadt der Welt? Wiederholt? Und zu Recht?
Uninteressant, denn dem klassischen Rassisten österreichischer Prägung interessiert nur „Ausländer raus“, auch, wenn die Mixtur der verschiedensten Ethnien wichtige Großstädte inspiriert.

Die einzige Partei, die sich für die brennendste Thematik weltweit einsetzt, nämlich der Reduktion der mensch- und giergemachten Veränderung der planetaren Bedingungen zu unserem Nachteil, die Grünen, fliegen wahrscheinlich aus dem Parlament.
Interessiert die ÖsterreicherInnen nicht, wichtig ist alleine „Ausländer raus“.

Wir sind noch eine Notverordnung entfernt von einem Staat, der markant an eine Mixtur von Dollfuss’schem Ständestaat und neonazistischer Diktatur erinnern wird, entfernt.
Dazu wird ein „verhinderter Terroranschlag“, propagiert von Sobotka, genügen.

Egal, Hauptsache „Ausländer raus“…

Österreich, was ist los mit dir?

Hat dir all deine Geschichte nicht gereicht?
Von den leidenden „Ziegelböhmen“, den jahrhundertelangen Repressionen gegen Juden, Sozialdemokraten, zwei Weltkriegen, dem Verschweigen des zweiten Weltenbrandes über Jahrzehnte, um Schuld abzuweisen, dem immer schon schwelenden Alltagsrassismus und der Neidgenossenschaft, die sich auch in Kleingärten präsentiert…dieses Land sollte, nein müsste, schon längst klüger geworden sein.

Aber nein…

Gegenden, die noch nie einen Flüchtling sahen – außer in der „Kronen Zeitung“ – fürchten sich vor den Fremden so, dass sie sich aufstacheln lassen.

Arme Schichten, deren Ehrgeiz eigentlich zu mehr sozialer Gerechtigkeit tendieren sollte, weil sie davon betroffen wären, pfeifen drauf, weil es wichtiger ist, dass Ausländer weniger bekommen…

Österreich, du bist zersetzt von Blödheit und Ignoranz!

Lass dich gängeln von Sobotka und Co., vertreten von Nazis wie Haimbuchner und Kickl, verarschen von Selbstbedienern wie beim ersten „Schwarz-blau“, denn du willst es so!

Ich für meinen Teil weiß, was zu tun ist: Verstärkte Kritik an Kurz und seinen Allmachtsphantasien.
Direktere Worte an die Nazis der FPÖ.
Verstärkter Schutz für jene, die darunter leiden werden, wie ÖVP und FPÖ das Land leersackeln, auch jene, die durch Dummheit genau diese zwei Parteien unterstützen.
Vorleben von Humanismus wird verstärkt.

Reichtum IST eine Schande, verlottertes Österreich!
Dann nämlich, wenn dieser auf Kosten einer Masse zu Stande kommt.

Deshalb ist es egal, ob man will oder nicht.
Widerstand wird jetzt Pflicht!
Natürlich zivilisiert, fachlich sicher, aber fokussiert auf die Verbrecher von ÖVP und FPÖ, welche auf Kosten einer Bevölkerung diese nun in Geiselhaft nehmen.

Es geht nicht um „links“ und „rechts“, sondern um das höchste Gut, das die Menschheit erfand: Freiheit!

Veröffentlicht unter Uncategorized | 21 Kommentare

Nationalratswahl 2017 – Sei bitte weise, liebes Österreich!


Endlich!

Am Sonntag ist dann all der Firlefanz, die Unzahl an Gehässigkeiten, die Lügen, das Dauerfeuer an Fernsehdiskussionen, all der Zirkus, der die Menschen nur noch aggressiv nervt, gelaufen.

In der Zielgerade begießen sich noch alle Parteien mit Pech und Hinterfotzigkeit.

Dieser Wahlkampf zeigte sich die österreichische Natur von ihrer ekelhaftesten Seite.

Permanent wurde man bombardiert mit News über Kern, Kurz, Strache und Co.
War man nur versucht, in einem Anfall von Langeweile die Facebook- oder die Twitter-App am Smartphone zu öffnen, glotzte einem ein/e SpitzenkandidatIn gleich ganz oben entgegen.

nationalratswahl2017

Irgendwann ist dann auch genug mit der Hysterie!

Andererseits ist der übertriebene Trubel um diese Wahl verständlich, ist sie vielleicht jene mit den meisten Konsequenzen danach.

Österreich, dieses kleine, aber mit einzigartiger Lage ausgestattete Land, könnte sich in seiner langen Geschichte wieder einmal eine Zäsur leisten.
Die Nachfolge-Gesellschaft einer Nation, die trotz ihrer umfangreichen Historie als Zentrum Europas ausgerechnet in der jüngeren Geschichte ihre rassistischen und unsympathischen Zähne zeigte, könnte der erste Staat des Kontinents seit dem zweiten Weltkrieg (an dem das Land, obwohl es das Thema zwanzig Jahre totschwieg, bekanntlich nicht ganz unbeteiligt war) sein, der wieder eine absolute Mehrheit der Rechten wählt.

Ich weiß ja nicht, ob sich all die „Ausländer raus!“-AnhängerInnen, die, obwohl sie eigentlich im Bilde über die Reichen-freundliche, aber Armen-feindliche ÖVP sein sollten, bewusst sind, dass unser Land auf der Stelle wieder international im negativen Fokus als „Land der Rassisten“ da stünde.

A la long wäre ein fremdenfeindlicher Ruf Auslöser einer Kettenreaktion.
Welches internationale Unternehmen würde nicht vorsichtiger werden mit einem Standort, dem ein zweifelhafter Geruch anhaftet.

Der Wirtschaftsstandort würde garantiert langfristig beeinträchtigt sein.

Wir sind in der Zielgeraden eines Wahlkampfs angelangt.
Einer Phase, wo wir alle, ob KandidatIn oder WählerIn, von Müdigkeit übermannt werden und nur noch plädieren können.

Deshalb plädiere ich an ALLE:

@SPÖ:

Tabula Rasa bitte partei-intern. Schon ab nächster Woche!
Der Fraktions-Apparat birgt inzwischen derartig viele Mäkel, dass eine Neubewertung des Anforderungsprofils jedes Einzelnen, vom Partei-Angestellten bis zum Bezirksrat, unangänglich ist.

Die Sozialdemokratie glänzte stets nur in Zeiten des Kollektivs, wo auch oberste Positionen von Menschen bekleidet waren, die sich im Dienste der Sache, nicht des eigenen Egos, stellten.
Aktuell hingegen sind viel zu viele GenossInnen mit der eigenen Karriere beschäftigt.
Keiner ist unbequem nach oben, kaum eine oder einer fällt mit Visionen auf.
Wichtig sind Facebook-Likes und die Lust am Brillieren.

Österreich braucht eine intakte Sozialdemokratie, liebe Freunde!
Diese funktioniert aber nur, wenn sie das Credo der gleichen Chancen und von Gerechtigkeit auch untereinander leben.

Silberstein und Co. sind nur das Symptom, die Ursache liegt im Apparat selbst.
Viel zu wenige in der Partei fallen durch sozialdemokratische Züge auf.
Menschlichkeit, Gleichheit, Gerechtigkeit sind auch in der Sozialdemokratie zu Randnotizen verkommen.
Ideologen allerdings gelten inzwischen als „unbequem“, kommen kaum mehr hoch.

Also, an uns Sozialdemokraten generell: Egal, wie die Watsche aussehen mag (oder auch nicht), die am Sonntag passieren kann…es wird Zeit, den hausgemachten Fehlern Rechnung zu tragen.
Die Menschen brauchen authentische Sozialdemokraten!

ÖVP: Was Kurz will, blitzt immer wieder hervor – es ist absolute Macht.

Ob es Verhaspler von wegen „erweiterte Richtlinienkompetenzen“ oder dass sein Wort über dem jedes(!) Ministers steht waren…ich erzählte schon von meinen Eindrücken, die ich mir über diesen offensichtlich krankhaft machthungrigen jungen Menschen machte.

Kurz ist gefährlich, und immer wieder deutet er es an.

FPÖ: Zu den blauen braucht man nicht mehr viel sagen.
Wer blau wählt, sollte inzwischen Bescheid wissen, dass diese Partei unzählige Nazis beheimatet.
Zugleich aber wird Neid und Mißgunst in der Bevölkerung streut.
Nebenbei werden dann Repressionen GEGEN die Unterschicht, von der sie gewählt wird, mitgetragen.

Grün und NEOS, Pilz, FLÖ…ich wage es nicht vorauszusagen, wie diese vier abschneiden werden.

Deshalb bitte ich jede Wählerin und jeden Wähler für Sonntag um zwei Dinge:

.) BITTE WÄHLEN GEHEN!
Dieses demokratische Grundrecht könnte bei einer Regierung von rechts mit rechts schneller eingeschränkt werden, als man meint.
Nehmen Sie alle bei Möglichkeit dieses Recht in Anspruch!

.) Überlegt wählen!
Nicht das Auftreten von diesem oder jenem Kandidaten im Fernsehen, keine Wahlplakate oder gar Kugelschreiber als Wahlentscheidung nehmen!

Ich plädiere an jeden, sich zu überlegen, wofür welche Partei steht, und welche Fraktion durch ihr Gesamtbild am Ehesten zu einem passt.
Das wäre nicht nur mündig, sondern weise!

Danke!

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Österreichische Innenpolitik – ein Sittenbild


Karl Farkas, Ernst Waldbrunn, Helmut Qualtinger, und auch noch weit in die 1990er der selige Hans-Peter Heinzl…sie alle trafen stets ins Schwarze, karikierten sie die österreichische Seele.

Eine Seele, die vermeintlich aus einer besonderen regionalen Geschichte hervorging.

In unserem Staatsgebiet gab es vielleicht geschichtlich mehr bewaffnete Konflikte als sonst wo.
Platz in unseren Gefilden war beinahe ununterbrochen umkämpft, von Römern und Vandalen, Hunnen, Magyaren, bis zu Osmanen, Franzosen, Nazis und Sowjets waren Mächte aus fremden Gebieten oftmals gierig auf das Gebiet zwischen Bodensee und Neusiedlersee.

Verständlich, sieht man sich den Lebensstandard genauer an, der uns geschenkt wird.

Nirgendwo gibt es besseres Wasser, friedlichere Fauna und Flora, kaum Naturkatastrophen und zugleich gemäßigtes Klima mit abwechslungsreichen Jahreszeiten.

Getrost darf man das geflügelte Wort „Insel der Seligen“ verwenden, denkt man an österreichisches Staatsgebiet.

Bedauerlicherweise, wie es bei allem in unserem Kosmos ist, birgt dies auch Nachteile.
Konkret möchte ich das Handicap in unserer Mentalität hervorheben.

Ich spreche vom Neid, von der Missgunst in der österreichischen Seele.

Viele Jahre jobbte ich nebenbei im Gastgewerbe.
Dort wurde mir immer wieder bewiesen, dass gewisse Tendenzen im Menschen hervorstechen, die sich auf unsere geopolitische und -wirtschaftliche Situation wunderbar runterbrechen lassen.

ausgaben-wahlkampf-politik-oesterreich-650x435

Die KellnerInnen unter den Lesern werden es mir höchstwahrscheinlich bestätigen: Je mehr Geld ein Mensch zu besitzen scheint, desto geiziger ist er.
Wirklich!

Beobachten Sie alle mal selbst in Bistros, Cafes, Restaurants…wirkt ein Mensch beruflich erfolgreich und materiell reich, gibt er im Durchschnitt weniger Trinkgeld her als ein objektiv „ärmer“ wirkender Mensch.
Reichtum bedarf nicht nur einer gewissen Gier, er dürfte diese auch noch fördern.

Legt man dieses Verhaltensmuster auf eine Gesellschaft um, ergeben sich ähnliche Konzepte: Je reicher ein Staat, desto weniger will er davon abgeben.

Sind die BürgerInnen hierzulande vielleicht aus Gründen der Revierbeißerei so anfällig für Xenophobie?
Jein!

Die Würze in der Suppe der österreichischen Neidgesellschaft, stets affin für rechten Populismus, sie ist in unserer Geschichte zu finden.

Als im September 1919 die alte Monarchie unter dem Vertrag von St. Germain zerschlagen wurde, war die cisleithanische („Cisleithanien“ war das Gebiet aller deutschsprachigen Volksgruppen in der K&K-Monarchie, also Österreich, Südtirol, böhmische und mährische Gebiete,…  ) Bevölkerung mehrfach traumatisiert.

Alleine die wirtschaftlichen Sanktionen und die Regresszahlungen an die Siegermächte der Entente erzeugten Wut.
Der Verlust von ungefähr 1,5 Millionen Soldaten auf österreichisch-ungarischer Seite erzeugte ein Vakuum, denn eine ganze Generation von jungen Männern war gefallen oder traumatisiert.

Zund aber, der nachhaltig unser österreichisches Gemüt befeuerte, war der Verlust großer Teile des Staatsgebietes, demzufolge das Land Österreich zu einer unbedeutenden kleinen Nation in Mitteleuropa wurde.
Nach Jahrhunderten zentraler Macht in Europa war die österreichische Seele nachhaltig mit einem gefährlichen Komplex versehen.

Die politischen Versuche ALLER Fraktionen in den ersten Jahren nach dem ersten Weltkrieg, als „Deutsch-Österreich“ den Anschluss an das deutsche Reich anzustreben, sprach Bände über eine zutiefst verletzte Nation.

Ein Komplex fraß sich in die Mehrheit der Gehirne hierzulande.

Bis zum Ende des zweiten Weltkriegs herrschte diese „Großmannsucht“, volley abgelöst durch das andere Ende der Fahnenstange, einem Minderwertigkeitskomplex.
Ganz im Sinne eines kollektiven Borderline-Syndroms.

Kaiserlich angehauchter Großreich-Patriotismus wich einer Jodelkultur, die sich in Oktoberfestzelten, Tracht und Volksmusik definiert.
Ein kitschig-überzeichnender Mutant einer Form von National-Verklärung übernahm die Geister am Land und löste die Allmacht des Klerus ab.

Und so ergibt sich eine mieselsüchtige Suppe aus kleingeistiger Monarchie-Melancholie, vermixt mit einem Minderwertigkeitskomplex, vor allem dem nördlichen Nachbarn Deutschland gegenüber, einer menschlich-gegebenen Portion aus Wohlstandsverwahrlosung und Gier und der passenden Prise Egoismus.
Voilá, der gelernte Österreicher ist geboren!

Dieser Mentalität ist inzwischen viel geschuldet, auch das innenpolitische Niveau, das sich aktuell exzessiv über die Bevölkerung ergießt, weil schon wieder Wahlkampf ist.

Derartig viele Querschüsse, Kritiken, Schlammschlachten, Intrigen und doppelte Spiele, wie sie in dieser Kampagnen-Periode wahrzunehmen sind, reichten in der Vergangenheit wahrscheinlich für fünf Jahrzehnte Wahlkampf.

Warum ich die österreichische Mentalität mit der aktuellen politischen Lage im Land vergleiche?
Weil sie beispielgebend ist: Die dominierenden Themen sind Anpatzereien, doppelbödige Schachzüge, Strategien, Taktiken, Verleumdungen und Wehleidigkeit.
An Inhalten scheint nur das Thema „Migration“ den gelernten Österreicher zu interessieren.
Dafür ist er auch bereit, ein Wirtschaftsmodell in Kauf zu nehmen, das gerade diesen Typ Mensch schwer leiden lassen wird.
Völlig egal, der gelernte Österreicher will nur „Ausländer raus!“ erleben, oder auch schlimmeres, wenn er wieder dürfte, wie er wollte.

Wirklich wichtige Inhalte wie der alles überstrahlende Klimawandel, die brandgefährliche Überfischung der Meere und Seen, die global-demographische Schieflage, inzwischen einen gefährlichen Grat gehend, Zukunftspläne bzgl. bessere Verteilung des Wohlstands…all das, wirklich prekär oder/und dringend, geht im Wirrwarr der Gemeinheiten nicht nur unter, sondern wird oft nicht einmal thematisiert.

Dabei wird Politik immer von der Basis getragen.
Diese ist gelähmt von ihrer brav nach Parteien getrennten Personenkult, der sich quer durch das politische Gemüsebeet zieht.
Österreich vergisst wieder einmal ekstatisch, dass bei Nationalratswahlen Parteien gewählt werden und keine Personen.
Dass Programme zählen, keine Versprechen.

Ich für meine Person erhoffe nur noch eines: Den 16.Oktober. Weil da der Wahlkampf gelaufen ist.
Ein Wahlkampf, der peinlicher und entlarvender nicht sein konnte.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | 1 Kommentar

Dirty-Campaigning, made by ÖVP


Man kann nicht wirklich behaupten, dass ich der reaktionären ÖVP nahe stehe.

Nein, ganz im Gegenteil versuche ich mit meinen Möglichkeiten im privaten als auch virtuellen Umfeld zu verhüten, dass die Menschen auf die Mogelpackung „Kurz“, mitsamt seinem versteckten Sozialabbau, den er durch seine Regentschaft (Kanzlerschaft alleine ist ihm sicher zu wenig) durchsetzen will, reinfallen.

Dementsprechend äußere ich mich politisch, wo es geht, auch auf Facebook und Twitter.

Sperre

Dieser Blogartikel, schon mehr als tausend Mal geteilt, zigtausende Mal gelesen, dürfte Stein des Anstoßes für die türkisenen AnhängerInnen in seinem Wahlkampfteam sein: https://geraldkitzmueller.wordpress.com/2017/08/16/eine-gefahr-namens-kurz/

Mir ist schon bewusst, dass eine Beleuchtung seiner Hybris den Jüngern des selbsternannten Heilands sauer aufstößt.
Das soll sie auch, denn es ist wichtig, wenn die Menschen mit autonomer Denkensweise beginnen und sich nicht ins eigene Fleisch am 15. Oktober schneiden.

Mit Kurz riskieren wir sogar eine Diktatur Orban’schen Stils, die uns allen (außer der Klientel) gehörig auf den Kopf fallen kann.

Spannend wird es aber, wenn die „Liste Kurz“, oder besser gesagt, das Team dahinter, versucht, Kritiker so verstummen zu lassen, dass auch deren Geschäftsfeld empfindlich gestört wird.

Als Geschäftsführer der Firma „Göttergarten“ verwalte ich natürlich auch deren Facebook-Auftritt.

Anlass für die inzwischen zweite Sperre innerhalb von 48 Stunden sind Postings auf der Firmen-Page.
Dort wird unser Produkt, CBD-Hanf, und andere CBD-Produkte, feilgeboten.

CBD-Hanf ist, wie wir wissen, legal und entspricht den österreichischen Gesetzgebungen.
Die gesundheitliche Wirkung dessen ist belegt, der THC-Anteil auf ein nicht wahrnehmbares Minimum runtergedrosselt.

Plötzlich werden aber Postings, die unsere Produkte (100%ig legal) bewerben, massenhaft gemeldet und eine Facebook-Sperre veranlasst.

Die Frechheit dahinter betrifft aber nicht nur die ÖVP-
Auch Facebook, immer betonend auf „maßvolle Kontrolle“ erpicht, hat einen erklecklichen Anteil an der Sperre, wird sie doch als „Werbung für Marihuana und andere nicht legale Drogen“ begründet.

Nicht nur, dass dies nicht den Tatsachen entspricht, ist es fahrlässig von Facebook, derartige Postings nicht im Geringsten auf ihren gesetzlichen Wert zu prüfen und den Betreiber einfach wortlos zu sperren.

Im Normalfall regen mich solche Dinge nicht auf.

Hier aber wird gezeigt, wie verfahren wird vom „Team Kurz“: Such eine Stelle deines Gegners, die man als Schwachstelle definieren könnte, und attackiere diese.

Man erinnere sich: Kurz ist es, der tagtäglich runterratscht, wie ihm „Dirty Campaigning“ zuwider ist.

Firlefanz!

Gegner werden observiert und empfindlich in ihrem Tun gestört.

Ich halte mir übrigens rechtliche Schritte sowohl gegen die ÖVP als auch gegen Facebook vor, denn diese Machenschaften können gezielt Existenzen gefährden.

Meine persönliche Konsequenz sieht vorerst aber so aus: Diese drei Tage Sperre werden abgesessen, kein Problem.
Doch werde ich jetzt erst recht jede freie Sekunde dafür nutzen, die Menschen von der Schlange „Kurz“, die sich anschickt, ein 8,6 Millionen-Volk für den persönlichen Erfolg in Geiselhaft zu nehmen, abzuwenden.

 

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

…und noch immer wird wegen Göttern gestritten


Inzwischen bin ich richtig genervt.

Immerhin schreiben wir das 21. Jahrhundert, mittlerweile werden durch Maschinen wie dem Laptop, gerade eben von meinen Fingern malträtiert, die Naturgesetze penibel genutzt, um uns das Leben zu versüßen.

Wir fahren mit Autos, fliegen mit Flugzeugen um die Welt, Raketen zur ISS, schicken Sonden raus ins All, nutzen die Energien von Sonne, Atomkernen, Kohle und dem Lebensgut schlechthin, Wasser, und trotzdem tobt auf der ganzen Welt eine unsägliche Diskussion, wessen Gottheit nun denn die richtige ist.

religious-fanaticism

Unsere Gesellschaft erstickt in Hysterie, weil Verrückte genau diese Erkenntnisse der Physik und Mechanik dazu benutzen, andere Leute umzubringen.

Nebenbei bringen wir uns sukzessive selbst um durch den Überfluss, der aus dem Planeten wie aus einer Zitrone rausgepresst wird.

Blicken wir ein paar Jahrhunderte zurück, ins Zeitalter, wo Aufklärung noch unbekannt oder unterdrückt war.

Weil „Gott“ als „allmächtiges Wesen“ ja so gütig und allwissend ist, wurde über viele hunderte von Jahren jegliche technische Weiterentwicklung an der Entfaltung gehindert.
Die Menschen lebten fromm und gottesfürchtig (eines der vielen Paradoxen der Religion, dass man einen Gott, der immer als gut und gnädig beschrieben wird, fürchten muss) vor sich hin und dienten dem Klerus und den Lehnsherren.

Fortschritt war verpönt, alles ging den gewohnten Gang.

Menschen erschlugen sich, verhungerten, starben an Seuchen, Kälte, kleinsten Verletzungen.
Mit meinem Alter (bald 45) wäre ich noch vor zwei Jahrhunderten einer der „alten“ Bewohner jedes Dorfes gewesen.

Es war üblich, möglichst viele Kinder zu bekommen, um durchzuhalten.
Schließlich überlebte nur ein kleiner Teil von ihnen die schwierige Kindheit.

Jeglicher Schicksalsschlag wurde als „Prüfung Gottes“ abgehandelt, jedes Kind war von Geburt an ein Sünder.

Die Menschen beteten einen Gott an, weil sie die Welt einfach nicht kannten.
Sie konnten sich nicht vorstellen, dass es natürliche Prinzipien gibt, die durch Milliarden Jahre an Zeit einen Planeten wie den unseren formen konnten.

Das Reisen nur in nachbarliche Gefilde war gefährlich und für Otto Normalverbraucher etwas Unnötiges.

hqdefault

Verstieß man gegen die strengen Regeln der Kirche, wurde man mit den schlimmsten Sanktionen bedroht oder gleich mit dem Tode bestraft.

Seltsam nur, dass Erscheinungen und Wunder mit der Aufklärung fast zur Gänze von der Bildfläche verschwanden, je mehr die Menschheit an Wissen ansammelte.

Jetzt schreiben wir das Jahr 2017.

Wir unterhalten uns über das Internet, was es, wären die Religionen nach wie vor an der Macht, niemals gegeben hätte.
Bewegen uns (so gut wie) frei über den Globus, weil wir es jetzt können…dank moderner Wissenschaften und den physikalischen Prinzipien, die noch vor 400 Jahren Häresie gewesen wären.

Und doch tobt auf der ganzen Welt ein Krieg der Ideologien, leben auch unter uns Menschen, die uralten Schriften aus Zeiten, wo ein Nachbar, wenn er eine Rauferei gewann, gleich einen Bären erschlug (das „Stille Post“-Prinzip funktionierte als lokales Medium), zur Gänze glauben.

Schriften wie die Bibel, der Koran, die Tora, und wie sie alle heißen, werden nach wie vor, trotz besseren Wissens, für bare Münze genommen.

Religionen, obwohl sie bis jetzt jeglichen empirischen Beweis eines Überwesens schuldig bleiben, werden von den Staaten hofiert.
Bei uns zum Beispiel sind offizielle Religionsgemeinschaften von der Steuer befreit, was bei der katholischen Kirche zu einem geschätzten Vermögen in Österreich mündete, das den Staat auf der Stelle entschulden würde.

Im Alltag wird andauernd über den Islam gesprochen, ebenso archaisch wie das Christentum, auf den selben antiken Prinzipien beruhend wie unser Lokal-Kult.

Irre verüben im Namen eines Märchenwesens auf der ganzen Welt furchtbare Taten, die mächtigste Nation der Welt gebiert nur einen Präsidenten, wenn er sich auf „Gott“ beruft.
Ein Atheist als Präsident der USA? Undenkbar!

Seit Jahren frage ich mich, weshalb das so ist.
Weswegen dürfen Menschen, die ihren Glauben, so widersinnig er auch ist, über Medien transportieren, die ihnen nach ihrem Weltbild eigentlich gar nicht zustehen würden.
Weshalb können sich zum Beispiel Islamisten über das Internet mittels Smartphones zusammenrotten, wenn es diese, nimmt man ihr Weltbild zur Hand, gar nicht geben würde?

Keine Kirche, kein Kloster, keine Moschee oder Synagoge, NICHTS mit religiösem Background dürfte eigentlich, wäre die Welt nach wie vor die des geistigen Mittelalters, elektrischen Strom benutzen.
Von Transportmitteln, die schneller als Pferde oder Kamele sind, möchte ich gar nicht sprechen.

Kann mir wer der Strenggläubigen erklären, wie ein angeblich „perfektes Wesen“ existieren kann, das mit Hölle droht, wenn man es nicht anbetet?
Ist dies nicht das Verhalten eines zutiefst komplexbehafteten Wesens, sich anbeten lassen zu wollen unter Androhung von Sanktionen?
Klingt nicht nach einem „gütigen Gott“, klingt mehr nach Hitler, Erdogan und Co.

Meine Person ist atheistisch, aus gutem, nein aus vielen guten Gründen, auf Logik basierend.
Wieso komme ich dazu, mich von Religionen ständig über die sozialen Medien im Internet ständig belästigen zu lassen, wo diese doch weit über jegliche wissenschaftliche Errungenschaft der Kirchen stehen?
Warum muss ich ständig Medien vor Augen haben, die den Islam (aktuell) oder die anderen Religionen mit Leitartikel füllen?

Religionen sind schon längst von der Gesellschaft überholt.
Ignorieren wir sie einfach und stellen die aktuellen Terroristen und Extremisten auf allen Seiten dorthin, wo sie hingehören: Ins Abseits!

Schon klar, der Mensch scheint noch nicht soweit.
Nach wie vor, wider besseren Wissens, sucht er nach einem Sinn des Lebens, hofft auf ein Leben nach dem Tode, wünscht sich ein Allwesen, das die Hand schützend über einen stellt.

Gerne!
Aber bitte in den eigenen vier Wänden, zu vorgegebenen Regeln ihrer Märchenbücher, ohne Strom, Heizung, Fernsehen, Internet etc…
Dort dürfen sie dann ihrem Kult huldigen, so wie es ihnen befohlen wird.
Religionsfreiheit endet nämlich dort, wo andere ständig belästigt werden.

Und ich fühle mich belästigt.

Ich fühle mich belästigt von verschleierten Frauen, aggressiven Predigern, dem Kirchengebimmel am Sonntag und an Feiertagen, der allgemeinen Bigotterie zur Weihnachtszeit, den Privilegien der Kirchen wie einer Kirchensteuer, der Bühne, die alle Wahnsinnigen (ja, ich finde strenggläubige Menschen prinzipiell leicht wahnsinnig, weil sie dieses irdische Leben einem Mythos schenken) bekommen und auch dem Kreuz in Schulklassen mit dem inkludierten Religionsunterricht, der in Schulen nichts verloren hat.

Mein Wunsch für die nächste Zeit im Spätsommer: Auch ich wünsche mir ein Wunder, aber ein hausgemachtes.
Nämlich dem Ausbleiben jeglicher Themen in den Medien, die religiöses zum Thema haben.

Ich weiß, ein Wunschtraum…

Veröffentlicht unter Uncategorized | 3 Kommentare

Eine Gefahr namens „Kurz“


Die zweite österreichische Republik steht, daran besteht für mich kein Zweifel, vor ihrer härtesten Prüfung.

Sebastian Kurz, selbsternannter Heilsbringer, schickt sich an, ab dem 15. Oktober die Regierung zu leiten.

team-kurz

Man mag sich fragen, warum ich so einen reißerischen Titel wählte, wo er doch nichts mit den gefährlichen Burschenschaften und den Neonazis dahinter – allesamt Unterstützer der vermeintlich weit demokratiefeindlicheren FPÖ – zu tun hat.

Denen, die diese (verständlichen) Zweifel hegen und empört die Stirn runzeln, möchte ich erklären, warum Sebastian Kurz die größte Gefahr seit 1945 darstellt.

.) Der allgemeine Rechtsruck

Durch die „Flüchtlingskrise“ 2015 wurde verstärkt ein ausländerfeindlicherer, unmenschlicherer, besorgniserregenderer Ton wahrgenommen.
In Österreich, Deutschland, Frankreich, Italien…einerlei, welches Land man hervorhebt, der Rechtsruck in den bisher stabilen Demokratien dieser Welt ist offensichtlich.

Da sich durch den Siegeszug des Internet nun Hinz und Kunz erwählt fühlen, subjektive „Wahrheiten“ in das WWW zu spülen, wächst einhellig die Verunsicherung unter den Bevölkerungen der Welt.

„Die nehmen uns alles weg“, „Die können sich nicht integrieren“, „Die wollen es sich nur in unserem Sozialsystem einnisten“, „Die sind eine Gefahr für die Frauen“ usw.
„Die“ war schon immer austauschbar, je nach Abneigung und Ära.
Waren es früher Gastarbeiter aus dem früheren Jugoslawien, sind es heute TürkInnen oder Muslime.

Menschen lassen sich leicht ängstigen, wie wir wissen.
Das Internet und die sozialen Medien dienen als Trigger für Angst und Abscheu anderen gegenüber, man wähnt sich als letztes Bollwerk von Anständigkeit und Güte, nichts ahnend, dass man mit jedem Teilen und Kommentieren nur willfähriges Werkzeug derer ist, die sich durch die Hysterie etwas versprechen.

Meist ist es Macht.

Sebastian Kurz weiß das, weshalb er seinen Schwenk von vor einigen Jahren vollzog und plötzlich nur noch von „Mittelmeer-Route sperren“, „Balkan-Route sperren“, „härtere Strafen“ etc. schwabuliert.

Diese Verhaltensmuster kennt man von Opportunisten und Populisten.
Alles nicht neu.

Es summieren sich jedoch Faktoren, die weitaus mehr Gefahrenpotential besitzen als der durchschnittliche Populist á la Strache.

.) Sein Team

Nein, ich meine nicht die Grünbergs, Taschners dieser Welt, neu rekrutiert und eigentlich nur populistisches Mittel zum Zweck.

Gemeint sind Justizminister Wolfgang Brandstetter, Innenminister Wolfgang Sobotka, Finanzminister Hans Jörg Schelling, Mastermind Wolfgang Schüssel etc.

Befürworter einer Orwell’schen Gesellschaft, hysterisch von „Sicherheit“ faselnd, und doch nur mit einem (offensichtlichen) Ziel ausgestattet: Generalüberwachung der Bevölkerung inklusive dem passenden Generalverdacht.

Diese MANNschaft giert nach all unseren Konversationen, denn schließlich könnten wir ja früher oder später etwas Kritisches gegen diese Mitglieder der Regierung über den Äther schicken.
Da der Begriff des „Gefährders“ ein dehnbarer ist, könnte man sich schnell auf einer derartigen Begrifflichkeit wiederfinden, ginge der Plan dieser Verächter der Verfassung auf.

Psychopathen wie Wolfgang Sobotka, wundersamerweise nicht auf dem Sitz einer Anklagebank durch vergessene Skandale wie der Tullner Gartenmesse oder der verspekulierten Wohnbaumilliarde, würden gerne ÖVP-kritische Stimmen verstummen lassen.

Anders ist dieser Wahn nach Generalüberwachung kaum zu bewerten.

Aber der dritte Punkt zeigt mir die Gefahr von Sebastian Kurz in persona:

.) Seine Rücksichtslosigkeit

Betrachten wir mal die Mannen und Frauen der ÖVP-Abgeordneten.

Ob Bauernbündler, IV-Vertreter, allesamt sind sie die Repräsentanten einer Partei, die sich stets durch Machthunger und gnadenloser Interessensvertretung verdingte.

Allesamt Alpha-Tiere, sonst würden sie nicht in den Parlamenten oder Landtägen sitzen.
Menschen, die nach oben wollen.
Menschen, die etwas zu sagen haben wollen.

Selbstverständlich findet sich diese Gattung unter uns Menschen in jeder Fraktion, in jedem Verein, in jeder größeren Firma.
Die Emporkömmlinge dieser Welt sind meist nur eine pickelharte Hülle, während der eigentliche Inhalt dünn ausfällt.

Sebastian Kurz kam quasi aus dem Nichts.

Mit siebenundzwanzig Jahren wurde er Außenminister, ohne fertigem Studium, als einzig für die Öffentlichkeit wahrnehmbare „Leistung“ konnte man das unsägliche „Geilomobil“ im Wiener Gemeinderats-Wahlkampf 2010 mitbekommen.

Glaubt einer der LeserInnen hier (hierfür ist es unerheblich, welcher Fraktion man zugetan ist), dass jemand mit derartiger Vita einfach so zu einem Posten wie dem Außenminister kommt?

Nein, natürlich nicht.

Otto Normalverbraucher würde keinen Sekretariats-Job finden, würde er einen Weg wie Kurz bei einem Vorstellungsgespräch vorweisen.

Die besondere Leistung, oder das spezielle Vermögen dafür, sie sind nicht vorhanden.

Manches jedoch muss man mitbringen, will man einen hohen Posten in der Politik bekleiden: Machthunger, Egomanie, Rücksichtslosigkeit.

Um mit 27 Jahren Außenminister in einer Partei von straffen Strukturen zu werden, bedarf es höchstwahrscheinlich nur einer Eigenschaft: stahlharte Ellenbogen, trainiert durch rücksichts- und gnadenloses Verhalten gegenüber den Konkurrenten.

Anders schafft man diesen Sprung nach vorne, trotz mangelnder Ausbildung und Erfahrung, nicht.

Deshalb wundert es nicht, dass er sich heuer anschickte, die ganze ÖVP zu übernehmen und ihr den „Meine Meinung ist alles, was zählt“-Anstrich zu verpassen – in diesem Fall eben türkis gehalten.

Es wundert auch nicht, dass er keine Konfrontationen annimmt, nie bei Ministerräten war, immer Strohmänner wie Sobotka vorschickt, oder gar Putsche über Parteifreunde (in dem Fall Reinhold Mitterlehner) anführt.

Stets unangreifbar im Hintergrund, das unschuldige Lächeln aufsetzend, den Sonnyboy mimend.

Wer „Game of Thrones“ mag, kennt diese Verhaltensweise von Petyr Baelish, genannt „Kleinfinger“.

Glaubt einer der AnhängerInnen von Kurz denn wirklich, dass dieser Mann nur, weil er so lieb schaut, das wurde, was er jetzt ist?

Und wenn Generalüberwachung, Spionagesoftware, Bundestrojaner etc. (wenn überhaupt möglich) als Mittel zum Machterhalt vorhanden sind, wird er andere Meinungen tolerieren, wenn er schon in der Partei die entfernen lässt, die ihm im Weg stehen?

Nein, sicher nicht.

Psychopathen mit Machthunger wie Kurz oder Trump scheren sich nicht um Menschen.
Wenn sie ihnen im Weg sind, werden sie zerstört.

Wir nähern uns einer brandgefährlichen Ära „Dollfuss 2“, wenn dieser Mann nicht an der Machtergreifung gehindert wird.
Mark my words!

Veröffentlicht unter Uncategorized | 10 Kommentare