Walk 4 Humanity – Tag 12


Liebes Tagebuch,

zuerst die aktuelle Position – Kaplna (Slowakei):

5. Juni 2018

Schmerzen pflastern meinen Weg…

Morgen, genau am dreizehnten Tag meiner Weltumwanderung, kommt es – mein heißersehntes Wagerl!

Dank des Sponsors Roland Wagner von http://www.giantstore-vienna.at/ ist es mir ab morgen endlich möglich, mich zuerst von den Strapazen der letzten zwei Tage zu regenerieren, aber alsbald volles Tempo gehen zu können.

Giant-Store

Die Vorteile eines Wagens zum Schieben sind kaum zu zählen:

.) Das Gewicht verteilt sich nicht auf dem Rücken und erschwert damit jeden Schritt, sondern ist physisch viel leichter zu transportieren, wenn große luftgefüllte Reifen die Arbeit übernehmen.

Mir werden dadurch nicht nur Schwächeanfälle (vor allem bei der Hitze), sondern auch jede Menge Blasen auf den Sohlen (bedingt durch das zusätzliche Gewicht, immerhin 40% meines Körpergewichts) erspart.

.) Bei der Hitze wird nicht nur wesentlich weniger körperliche Arbeit verrichtet.
Es ist jetzt auch möglich, zusätzliches Gewicht in Form von Wasser für Maja und mich zu transportieren.
Im Hinterkopf ein feiner Motivationsschub, den man dadurch gewinnt.

.) Energie für das Smartphone:
Früher oder später (eher früher) liegt eine Solar-Powerbank auf dem Wagerl, das Smartphone stets mit Saft versorgend.
Eine Wohltat, wenn ich den ständigen Stress, der im Hinterkopf herrschte, bedenke.
Immer war ich auf der Suche nach Lademöglichkeiten für das Handy, da ich auch bei Pausen das Smartphone als einzige Unterhaltung hatte.
Man muss bedenken, dass mir ja die direkte Form der Unterhaltung spätestens hier in der Slowakei gänzlich abhanden gekommen ist.

Immerhin kann ich schon ein paar Wörter Slowakisch!
Aber bis ich ein paar Sätze auswendig herleiern kann, ist zu erwarten, dass ich das Land schon längst Richtung Ungarn verlassen habe…

.) Zelt!

Bis jetzt, begünstigt durch die stabile Hochwetterlage, reichte es, den Schlafsack auszurollen, wenn ich mir ein temporäres Quartier im Grünen suchte.
Das ist kein Dauerzustand, wie man sich vorstellen kann.
Spätestens im Herbst ist ein Zelt unumgänglich, doch jetzt, wo das Wagerl kommt, kann ich es bequem dazuschlichten.

.) Werbung für das Projekt!

Nicht nur, dass ich gerne den Sponsor des Vehikels gerne drauf habe und ständig zeigen werde (noch mal „Danke“, Roland!), ist es nun möglich, die URL und den Namen des Projekts deutlich sichtbar anzubringen im Laufe der Zeit.
Das wirkt interessant, vor allem in Zukunft, wo die Sprache das größte Hindernis des menschlichen Kontakts sein wird.

Wagerl

Jedoch, und das merke ich jetzt schon ohne wirkliches Bemühen: Ich bin absolut darauf erpicht, wenigstens ein paar Fetzen der örtlichen Sprache wiedergeben zu können.

„Pivo prosim“ geht mir schon leicht über die Lippen. 😉

Das Wochenende war super-entspannend, ich möchte mich noch einmal (und wahrscheinlich nicht zum letzten Mal) bei Dr. Wolfgang Hofer bedanken, der sich als Unterkunftgeber anbot und mir ein, nach dem strapaziösen Start sehr willkommenes, Entspannungswochenende bereitete.
Mit ihm habe ich aus dem Nichts einen guten Freund gewonnen, den ich auch nimmer verlieren mag.

Nachdem ich gestern weiter losging, machte sich sofort wieder das unmenschliche Wetter bemerkbar.
Schon nach ein paar hundert Metern floss der Schweiß in Strömen, nach ein paar Stunden waren die Blasen an den Füßen wieder da.
Logo, wenn man sich mit jedem Schritt abplagt, weil man das Gefühl hat, eine Tonne versucht einen in den Boden zu drücken.

Heute, am Dienstag, war wirklich „hardcore“ angesagt.

In der Früh von Senkvice startend, machte ich mich auf den Weg zur nächsten Stadt auf der Route, Trnava.
Inzwischen bin ich zwar nicht mehr weit von Trnava entfernt, doch erwiesen sich die heutigen 16km Vormittagsschicht als etwas vom Härtesten, was ich je erlebte.

Über dreißig Krügerln im Schatten, nirgends ein Geschäft verfügbar, hatschten Maja und ich Meter für Meter auf der Landstraße entlang.
Am Ende leidete ich schon unter massivem Flüssigkeitsmangel (Maja durfte sich an zwei Bächen laben) und befürchtete, vor der Hitze w.o. geben zu müssen, indem ich kollabiere.

Es war schlimm.
Es war grenzwertig.
Aber es zeigte mir wieder, dass ich mich vor der Witterung nicht fürchte. Meine Motivation war wesentlich stärker als die Hitze, die von unserem Heimatstern, der Sonne, abgesondert wurde.

Morgen erreiche ich Trnava, eine Stadt mit enormer Geschichte.
Werde mir deshalb sicherlich ein paar Platzerln ansehen und einige Fotos knipsen.

Bis zum nächsten Mal, liebes Tagebuch!

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Walk4Humanity – die erste Woche


Liebes Tagebuch,

die letzte Woche war etwas, wofür mir nur das Wort „fulminant“ einfällt.

Als üblicher Stadtmensch mit den naturgegebenen dekadenten und degenerierten Ansätzen stellte ich mir vorher in der Theorie nur vor, was auf mich zukommen mag.
Die Praxis sah dann doch anders aus, wenn auch nicht in unvorhergesehener Form.

Als ich die ersten Schritte am Wiener Rathausplatz setzte, war mir sehr wohl bewusst, dass es nun die symbolischen first steps in ein neues Leben sind.
Mittlerweile sehe ich die Sache ein bisschen realistischer.

Und was soll ich sagen…ich liebe es!

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Die erste Nacht im Freien nach einer ewig zurückliegenden Kindheit fühlte sich abstrakt an.
Die zweite wirkte allerdings schon heimeliger.
In den Schlafsack reingekuschelt fühlte ich mich unvermittelt in einen Kokon verschlossen, der mich für den Schlaf vom Rest der Welt, inklusive der Witterung und der rege aktiven Insektenwelt, abkoppelte und mich selig einschlummern ließ.

Jede Nacht, die ich im Freien verbrachte, gefiel mir mehr.

Denn mit jedem Schritt, den ich unter Tags ging, verarbeitete ich diese neue Lebenssituation, immerhin frei gewählt, mehr.

In mir schlummert kein Frust, kein Heimweh und kein negativer Gedanke.
Einzig und allein der Wille, immer weiter zu gehen, dominiert.

Am letzten Wochenende, also noch ganz knapp außerhalb Wiens, pochte im Hinterkopf der Überlebensinstinkt.
Beinahe schreiend vernahm ich „Oida! Steig in die g’schissene S-Bahn ein und scheiß drauf!“ ganz hinten im Geist.
Nicht einmal lief ich jedoch Gefahr, diesen geistigen Teufel, der in jedem Menschen schlummert, ernstzunehmen.

Inzwischen ist diese Stimme längst verstummt.

Maja und ich gehen einen Schritt nach dem Anderen, meistens geht sie vor und treibt mich wie ein Trommler auf einer römischen Sklavengaleere an.

Leider konnte ich in der ersten Woche nicht das Tempo gehen, das ich mir vornahm.
Grund war, dass ich ungewohnte 32kg am Rücken trug (ich gebe zu bedenken, dass ich selbst zur Zeit 78kg wiege, damit also fast die Hälfte des eigenen Körpergewichts umgebunden hatte), vom Start weg Temperaturen um die 30° die ungewohnte Situation extrem erschwerten und nach drei Tagen beide Fußsohlen durch das immense Zusatzgewicht von Blasen übersät waren.

Jeder Schritt entwickelte sich zur Qual, der Rucksack zog, die Hitze machte uns zu schaffen…oft ging nur ein kurzer Abschnitt, bevor wieder eine Pause beim nächsten schattigen Plätzchen unumgänglich war.

Und trotzdem wuchs unser gemeinsamer Wille mit jedem Schritt…“Weiter! Es geht nur noch vorwärts!“ ist die Devise, die nun meinen Kopf dominiert.

Jetzt ist Tag 9 der Weltumwanderung.
Ich bin einquartiert bei einem extrem netten Sympathisanten des Projekts, der mir Obdach in der Slowakei anbot, bis das heißersehnte Wagerl am Montag kommt und mir den weiteren Marsch unendlich erleichtert.

Amüsanterweise spürte ich am Schluss den Rucksack kaum mehr.
Auch die Blasen waren schon längst am Verheilen, die Schmerzen in den Füßen wurden sukzessive weniger.
Das Wetter? Maja und ich wissen nun, wie wir damit umgehen, wenn es heiß ist, so lange wir in der Zivilisation weilen -> es gibt eine „Frühschicht“ und eine „Spätschicht“, in denen wir Vollgas geben, um während des heißen Tages den Motor abzustellen.

Die erste Woche diente also (ich gestehe: ungewollt!) als „Bootcamp“ und erhöhte die körperliche Fitness ungemein, wie ich jetzt merke.
Schon gestern am Abend, gerade einmal ein paar Stunden bei diesem neuen Freund weilend, fühlte ich mich schon wieder fit.

Eigentlich hätte ich nach dieser ersten Nacht in einem weichen Bett seit über einer Woche schon wieder alle Batterien aufgeladen.
Das Warten auf das Wagerl hat jetzt aber Priorität.

Bis dahin genieße ich die Ruhe, lenke mich ein wenig ab vom Projekt und verbringe ein entspanntes Wochenende.
Nach diesem Gewaltakt an Umstellung – sowohl physisch als auch psychisch war es kein alltäglicher Gang – habe ich jede Menge gelernt und brenne bereits auf die neuen Eindrücke, die auf mich in der nächsten Zeit warten.

Auffällig an der ersten Woche war eines: Nicht nur, dass ich (ich fotografierte sie) neue und bisher unbekannte tierische Erlebnisse hatte, erlebte ich ausnahmslos Freundlichkeit von den Menschen in Österreich und auch im Hinterland der Slowakei, wo man Rucksacktouristen kaum sieht.

Schon jetzt wurde ich für meine Motivation bestätigt, dass nur ein zu-Fuss-gehen wirklich alle Eindrücke liefert, die man sich wünschen kann.
So viel hätte ich versäumt, hätte ich diesen Trip auch nur mit dem Rad begonnen!

Die Menschen reagieren ungemein interessiert auf das Projekt, behandeln mich und mein Hundsi mit äußerster Gastfreundschaft.

In mir toben die Endorphine wie seit der Kindheit nicht mehr, ich strotze vor Motivation.

So, wie das Projekt die erste Woche ankam, habe ich keine Zweifel mehr: Ein wachsendes Team, viel Support und enorm viel guter Zuspruch zeigen mir, dass wir sehr bald die Reichweite im Netz lukriert haben, die ich mir wünsche.
Warum ich mir eigentlich viel Publikum für meine Erlebnisse wünsche?

Publikum = Werbewert
Werbewert = Finanzierung
Finanzierung = Erhöhung des Werbewerts
Erhöhter Werbewert = Erhöhte (internationale) Reichweite

So schnell wie möglich soll die Reichweite einen gewissen Wert erreichen, denn dann können wir alle beginnen, kleine Herausforderungen, die Mensch, Tier und Umwelt belasten, bei Begegnung mitsamt der (wachsenden) Community zu lösen.

Das ist das einzige Ziel dieses Unterfangens: Menschen, Tieren und dem Planeten ein kleines bisschen unter die Arme greifen, je nach Möglichkeit!
Dafür gehe ich. Dafür riskiere ich meine gesamte Existenz.
Damit geholfen wird, wo es vorher niemandem aufgefallen wäre, dass Hilfe nötig ist.

Hiermit, liebes Reise-Tagebuch, melde ich mich für das Wochenende ab und werde dich bei der erstbesten Gelegenheit weiter befüllen.

Schönes Wochenende an alle, die es lesen!

 

http://www.walk4humanity.org

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Walk4Humanity – die ersten drei Tage


Es ist vollzogen!

Nun habe ich den Schritt gewagt, der mich durch mein gesamtes Leben schon tief in meinem Kopf quälte: Ich entdecke die Welt!

Jetzt gibt es mehrerlei Komponenten, die für so ein gigantisches Vorhaben mitspielen.
Wichtigster Aspekt ist der Langzeitplan.
Dieser sitzt.

Die Kinderkrankheiten bekam ich jedoch gleich beim ersten Schritt zu spüren.

Wie Jean Beliveau seine Reise vollbrachte, gab ich schon in einem anderen Artikel bekannt.
Er vollzog dieses tollkühne Unternehmen mit einem Kinderanhänger für Fahrräder.

Dieser kommt erst in Kürze nach, weshalb ich gerädert und körperlich am Limit diese Zeilen aus Bad Deutsch Altenburg schreibe.

So lange das Schiebewagerl noch nicht da ist, gehe ich mit einem Rucksack.
Dieser wiegt über 30kg…inklusive der Hitze ist es, so denke ich, nachvollziehbar, dass ich körperlich ein wenig am Limit bin.

Hier im Blog werde ich ab nun von meinen Eindrücken, die eine derartige Reise mitbringt, berichten.
Desweiteren wird hier schonungslos davon erzählt, wie es mir geht.

Dass es einem Menschen bei einem Abschied für zehn Jahre mental zusetzt, liegt auf der Hand.
Der Abschied von meiner Mama war besonders schwer…in den letzten Tagen vor dem Abmarsch verbrachten wir maximal viel Zeit.

Wie es sich jeder Beobachter von „Walk 4 Humanity“ vorstellen kann, flossen literweise die Tränen, sie fehlt mir jetzt schon immens.

Auch meine Liebsten zu Hause in Wien – in den letzten Wochen trennte sich übrigens die Spreu vom Weizen in meinem Bekannten- und Freundeskreis – fehlen mir, doch bietet die heutige Technologie ja die Möglichkeit, unterwegs jederzeit zu kommunizieren.

Am Freitag, beim Abmarsch, hatte das Unterfangen natürlich noch einen gewissen Partycharakter.
Wir schlenderten zu dritt durch ganz Wien, mehrmals nahm ich von mir wichtigen Orten Abschied.

Erst am Samstag, ab der Mittagszeit, war ich alleine.

Dieses Gefühl ist kaum zu beschreiben!

Einerseits stört es mich überhaupt nicht, zusammen mit Maja die Welt zu erkunden.
Maja ist sowieso glücklich damit: Die ersten drei Nächte verbrachten wir im Freien, ein Geschenk für mein Hundsi, das es gewohnt ist, viel unterwegs zu sein.

Die letzte Nacht zum Beispiel schliefen wir in einer abgelegenen Wiese.
Der Blick war Richtung Sternenhimmel gerichtet, Maja und ich hörten nur die Geräusche der Natur, keine Autos, keine Motorräder…überhaupt keine von Menschen gemachten Laute waren zu hören.

Unfassbar schön!

Erstes Problem ist die Energie: Die Handy-Akkus ständig im Saft zu halten, um Fotos, Videos oder diesen Eintrag zu erstellen, ist eine echte Challenge zum derzeitigen Punkt.

Ginge freilich mit einer Solar-Powerbank einfacher, doch so lange ich das Wagerl nicht habe, wird jedes Zusatzgewicht eingespart.

Summa summarum bin ich mental zur Zeit in einer äußerst seltsamen Situation.

Einerseits, was zu erwarten war, schreit eigentlich die Vernunft im Kopf: „Schleunigst nach Hause!“
Andererseits erlebte ich schon die ersten drei Tage dank des Wetters die Pracht der Natur, die jedoch nur ein Vorgeschmack auf weitere Ziele ist.

Obwohl todmüde -> ich liebe diesen Wahnsinns-Plan jetzt schon!

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Noch drei Tage bis zum Start…


Wie es sich für einen Trip gehört, werde ich meine Empfindungen und Eindrücke auch als Tagebuch, jedoch ab dem ersten offiziellen Tag auf der Homepage Walk 4 Humanity – Homepage veröffentlichen.

Spenden und damit dieses heikle Mammutprojekt unterstützen könnt ihr hier.

Unternehmen, die am Projekt aktiv partizipieren möchten, sind als Sponsoren oder Unterstützer herzlich willkommen.
Bitte melden Sie sich bei unserem Team: info@walk4humanity.org

Natürlich wird das Tagebuch nicht täglich aktualisiert, es wird nämlich relativ schwierig sein, zum Beispiel in den Weiten Kasachstans jeden Tag Internet zu finden.

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Hauptsächlich wird es Content in Form von filmischen Erlebnissen auf Youtube und unzähligen Fotos auf Instagram geben.

Der Blog dient nur den persönlichen Eindrücken, um sie den interessierten LeserInnen weiterzugeben.

Soweit, so gut…

Noch drei Tage…

 

In drei Tagen geht es los!

Nach einem Jahr mentaler und logistischer Vorbereitung beginne ich, vom Wiener Rathausplatz aus zu Fuss um die Welt zu gehen.

Erstes Etappenziel ist Bratislava.
Bis zur slowakischen Hauptstadt sind es zwei gemütliche Marschtage, in denen ich höchstwahrscheinlich von ein paar Freundinnen und Freunde begleitet werden könnte.

So wird es ein standesgemäßer Start, denn schließlich war ich immer ein Gesellschafts-Tiger.
Also wird beim ersten Marsch noch gefeixt, gelacht und heiter dem, was kommen wird, entgegengeblickt.

Speziell auf diesen Spaziergang freue ich mich ganz besonders.

Hart wird es schlagartig danach: Ab Bratislava gehe ich alleine weiter, Richtung Nitra.

Die ersten Wochen sind für den Fortlauf des Projekts extrem wichtig.
Sowie ich ein paar Tage alleine marschiere, wird die Psyche höchstwahrscheinlich zum ersten Mal das Bevorstehende real abbekommen.

Einsamkeit. Heimweh. Furcht.

Diese Gefühle werden geschätzt in dieser Zeit auftreten.

Gut, dass ich in Mitteleuropa losstarte, denn dank der Dichte der Bevölkerung in Europa passiere ich durchschnittlich alle 5 Kilometer eine Ortschaft.
Mir ist es also überall möglich, meine Ausrüstung und den Proviant zu verifizieren und passend für kommende Herausforderungen zu adaptieren.

Grund genug, den Vorteilen Europas einen besonderen Nutzen abzugewinnen: Ich brauche noch gar nicht viel Gepäck!

Das Wägelchen, ein Kinderanhänger für Fahrräder, ist noch nicht dringend und kann währenddessen organisiert werden.
Bis dahin werde ich mit einem Trollie oder einem Tramper-Rucksack starten.
Trollie ist jedoch von mir bevorzugt, da er in der Regel mehr Volumen besitzt und locker zu schieben bzw. zu ziehen ist.

Auch meine Kleidung wird eher leicht und in geringstmöglicher Menge eingepackt.

Aus diesem Grund wählte ich ja den Start für den Frühsommer.
Mir sind in den ersten Monaten also Wärme und Behaglichkeit relativ sicher, womit in dieser Zeit noch kein schweres Gepäck nötig ist.

Gefühlswelt…

Ich sage euch, es ist seltsam…das Gefühl, für eine Dekade die Heimat und meine Leute nicht zu sehen, ist schwer zu beschreiben.

Einerseits weiß ich zwar, dass ich mittels der Segnungen des Internets jederzeit Kontakt zu meinen Lieben aufbauen kann.
Doch auf der anderen Seite ersetzt dieser Kontakt nicht die einsamen Stunden, die mir sicherlich en masse blühen werden, vor allem zu Beginn.

Schmerzhaft ist auch der Gedanke, dass ich manche, von denen ich mich schon verabschiedet habe, überhaupt nicht mehr sehen werde.
Warum? Auch in der Heimat sterben in diesem Zeitraum Menschen.
Manche werden also in meiner Abwesenheit vielleicht nicht mehr da sein.

Sich diese Tatsache vor Augen zu halten schnürt mir die Kehle zu, muss ich zugeben.

Vor allem die letzten Tage mit meiner Mama setzen mir zu.
Sie beginnt, die Dimension des Ganzen zu begreifen, weshalb sie minütlich sentimentaler zu werden scheint und sich deshalb jetzt schon vor Sorgen sporadisch in Tränen auflöst.

Ein Stein wäre ich, würde mich die Gefühlswelt meiner Mutter kalt lassen.
Im Gegenteil…
Schon alleine wegen ihr weinte ich in den letzten Tagen mehrmals.

Auch diejenigen, die es ehrlich mit mir gut meinten in meinem Leben, werden mir fehlen.
Auf die Personen werde ich in den nächsten zehn Jahren sicher immer wieder eingehen, sind sie doch Stücke meines Herzens, deren Zurückgewinnung Motivation genug für eine erfolgreiche Rückkehr ist.

Ich bin jemand, der ständig Situationen geistig analysiert und zerlegt.

Zu wissen, dass man manche nicht mehr sieht (oder vielleicht alle, denn auf der Reise können mir natürlich unzählige Dinge geschehen), ist hart.

Aber ich wählte diesen Schritt.

Während ich meine letzten drei Tage, die ich für lange Zeit in meiner geliebten Heimatstadt bin, verbringe, präge ich mir auch bewusst all die Gassen, Ecken, Wiesen…eben das gewohnte Stadtbild, ein.

In einsamen Momenten werden mir diese Erinnerungen Trost spenden.
Wenn ich frierend im Zelt, bei Eisestemperaturen der Witterung harrend, hocke, zehre ich von diesen vertrauten Plätzen in meinem Kopf.

Insgesamt aber überwiegt die Vorfreude.
Eine Zeit, wie ich sie mir zwar in der Theorie, aber nie in der Praxis ausmalen könnte, steht vor mir.
Eine persönliche Ära, die entweder zu einem erfolgreichen Leben führt, oder die das absolute Fiasko bedeutet, liegt vor mir.

Zehn Jahre.
In diesen Jahren werde ich soviel erleben…es darf ruhig schon losgehen!

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Offener Brief an Sebastian Kurz


Ich bin ehrlich, weshalb ich mir das „Sehr geehrter“ in der Anrede spare.

Deshalb:

Herr Kurz,

als Bürger dieses Landes bin ich mittlerweile mehr als entrüstet über Ihr Verhalten, das Sie an den Tag legen.

Um auszuholen und Ihnen beizubringen (wenn irgendeiner Ihrer Lakaien diesen Brief lesen sollte), wie sehr mir Ihr Verhalten mißfällt, möchte ich ein wenig in die jüngere Vergangenheit eintauchen.

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2011 wurden Sie, das Atout der Jugend ausspielend, Integrations-Staatssekretär.
Eine verantwortungsvolle Aufgabe, deren Erfüllung schon damals Ihrerseits mehr als mangelhaft war.
Schon als Sie dieses Amt antraten, glänzten Sie bei jedem Interview, jeder Wortmeldung, mit auswendig gelernten Worthülsen, die es glorios verstanden, den Ihnen gestellten Fragen auszuweichen.

Man sah, dass jemand ein verantwortungsvolles Staats-Mandat annahm, ohne die dafür nötige Fachkenntnis mitzubringen.

Nun, ich war nicht überrascht, lernte ich doch in meinen fünfundvierzig Jahren Dutzende Ihrer Art kennen.
Nur auf den äußeren Auftritt bedacht, doch inhaltslos und leer.

Es wundert nicht, denn nur mit Matura, ohne jeglicher Berufserfahrung im privaten Bereich…was soll sich da an Wissen im Laufe eines jungen Lebens ansammeln, das nicht vorher höchstens von Lehrern in der AHS eingetrichtert wurde?

Deshalb wunderte ich mich schon damals, wie jemand, der de facto noch keine Erfahrung lukrierte, einen hohen Posten wie den eines Integrations-Staatssekretärs mit Kompetenz füllen sollte.

Vielmehr behaupte ich, jeder, der eine Lehre absolvierte, bietet mehr Rüstzeug für so einen Posten.
Nicht nur, dass er außerhalb einer geschützten Lehrstätte, wie es eine Parteikarriere nun mal ist, Lebenserfahrung bekommt, hat jeder Lehrling wahrscheinlich schon ein Vielfaches mehr mit MigrantInnen zu tun gehabt als Sie.

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass man sich täuscht.
Natürlich ist es möglich, ohne jegliche Erfahrung, aber mit geradezu genialem Talent, so hohe Sphären zu betreten, weil das Alter alleine kein Kriterium ist.

Bei Ihnen jedoch…man merkte Ihnen sofort den Karrieristen an.
Den eiskalten Egomanen, der, stets in sicheren Umfeldern stapfend, nur so schnell wie möglich nach oben will.

Später, als Sie Außenminister wurden (der jüngste aller Zeiten), wurde kontinuierlich deutlicher, mit welcher Hybris wir es zu tun haben.
Zu glauben, der Außenminister eines unbedeutend kleinen Landes wie Österreich könnte der EU und der Türkei (damit auch der NATO) Mores lehren, war ein erstes Glanzstück Ihres krankhaft überzeichneten Egos.

Dem aber nicht genug: Sie schafften es, mit minimaler Gestik (schön immer die Hände vor dem Körper faltend, nur, um sie bedeutungsschwanger bei bestimmten Worten zu heben) und nicht sehr eloquenter Rhetorik die Menschen in diesem Land einzulullen.

Um Ihre Karriere voranzutreiben, wechselten Sie schon mal innerhalb kürzester Zeit Ihre politische Position.
Vom Freund konstruktiver Migration – der mussten Sie schließlich als Staatssekretär sein – veränderten Sie sich „völlig überraschend“ zum Rechtspopulisten.

Dass hier jemand ist, der das politische Hemd nach Belieben wechselt, wenn es der eigenen Position dienlich ist, war spätestens ab dem Zeitpunkt, als Sie Reinhold Mitterlehner und zugleich die rot-schwarze Regierung putschten, offensichtlich.

Spätestens jetzt hätten bei jedem Menschenkenner die Alarmglocken schrillen sollen.

Ausgerechnet in einer ÖVP, bekannt für ihre hohe Prozentzahl an Alphatierchen in der Partei, kommt ein junger Mann daher und stellt all diese Vorstände, Industriellen, Bauernbund-Vorsitzende usw. kalt.

Ein Machtmensch gefährlicher Dimension tat sich auf.

Nun, gelernte Österreicher schauen leider nicht sehr auf den Inhalt einer Person, wenn nur die Präsentation ausgefeilt ist.
Ihre Unschuldsmiene und das Schwiegersohn-Lächeln reicht vielen in diesem Land, um wählbar zu sein.

Bei Karl-Heinz Grasser hätte die Bevölkerung eigentlich Lehren ziehen müssen, aber nein, sie macht gerne denselben Fehler mehrmals, um klüger zu werden.

Jetzt, als Bundeskanzler, entpuppen Sie sich genau als jener, der Sie sind: Ein Megalomane, der sich anschickt, jeden Kritiker innerhalb oder außerhalb der Partei kaltzustellen.
Jemand, der neben sich niemand duldet.
Ein Mensch, der über Leichen ginge, würde es die Situation erfordern.

Ihre Machtgier ist transparent: Die MinisterInnen Ihrer Partei müssen jeden Außenauftritt mit Ihnen koordinieren.
Ich nenne so etwas „Maulkorb“.
Ein einzigartiges Verhalten in der zweiten Republik.

Sie waren sich auch nicht zu schade, die Neonazis der FPÖ als Partner in die Regierung zu holen, nur um Ihre Macht zu festigen.
Obwohl diese Partei seitdem – von ihrer neuen Macht berauscht – völlig haltlos die demokratischen Säulen der Republik demontiert, schweigen Sie.
Wissend, dass ein Streit Ihren Posten ruinieren könnte.

Sie lassen unglaubliche Umtriebe des Innenministers zu, inklusive eines Überwachungspakets, dass sogar altgedienten Stasi-Offizieren der DDR (Ich weiß, Sie waren ja noch zu klein und können das nicht wissen) vor Neid platzen ließe.

Immer wieder treten Sie auch mit geradezu absurder Selbstsicherheit auf, um die Opposition und die parlamentarische Arbeit ad absurdum zu führen.
Jüngst mit den Anfragen der „Liste Pilz“ > https://derstandard.at/2000078514603/Sobotka-tadelt-Kurz-wegen-mangelhafter-Anfragebeantwortung

Das Überwachungspaket wurde beschlossen, ohne jemals mit der Opposition oder ExpertInnen einen Dialog zu führen.

Nebenbei kürzen Sie eiskalt die Existenzen vieler Menschen, die an der Armut kratzen.
En passant beleidigen Sie diese als „Durchschummler“.

Ohne mit der Wimper zu zucken, entscheiden Sie über Schicksale von ÖsterreicherInnen und MigrantInnen.
Oft (bei Flüchtlingen) schon ein Todesurteil.
Können Sie eigentlich schlafen?

Herr Kurz, wann haben Sie jemals Fronarbeit zu Peanut-Löhnen leisten müssen?
Wann in Ihrem Leben mussten Sie jeden Cent dreimal umdrehen, um überleben zu können?

Sie verunglimpfen MigrantInnen, lassen Studien über Kindergärten populistisch manipulieren, sogar die Silberstein-Affäre der SPÖ im NR-Wahlkampf hat durch Ihre Vernetzung mit Tal Silberstein einen mehr als schalen Beigeschmack.

Um weiter wie ein Engerl zu wirken, betonen Sie stets, dass Sie „Anpatzung“ nicht goutieren.
In auffälliger Frequenz.

Die Liste Ihrer diktatorisch anmutenden Verfehlungen ist endlos und spränge den Rahmen, weshalb ich zur Botschaft dieses offenen Briefes kommen will.

Herr Kurz, Ihre Kanzlerschaft gefährdet inzwischen die zweite Republik!
Die Demokratie ist durch die kurze Zeit Ihrer Amts-Inhabung mittlerweile sturmreif geschossen, die Menschen verlieren ihre Privatsphäre, ihre Rücklagen, kurzum ihre Existenz.

Ein Kanzler der Republik hat primär einen Job zu verrichten: Den Menschen in diesem Land zu dienen, unabhängig ihres sozialen Status‘ oder der Herkunft, Religion, Sexualität etc.
Sie jedoch bleiben keinen Beweis schuldig, zu zeigen, wem Sie wirklich dienen: Sich selbst!

Das ist untragbar und eigentlich ein glasklarer Fall, mit dem sich Strafgerichte befassen sollten!

Treten Sie umgehend zurück und entschuldigen Sie sich beim österreichischen Volk für Ihr eigennütziges Verhalten!
Der Schaden, den Sie der Republik Österreich bescherten, ist jetzt schon extrem!

Andererseits wird sich das österreichische Volk spätestens nach Ihrer politischen Karriere mit Ihnen befassen.
Das Gefängnis wäre die Endstation, wie bei vielen, die es Ihnen ähnlich, doch nicht annähernd in vergleichbarer Intensität, taten.

Treten Sie umgehend zurück!

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Salzburg-Wahl 2018 – Es wundert nicht mehr


Die nächste Wahl in Österreich ist geschlagen, und wieder triumphierte die Konservative.
Es überrascht nicht mehr, es kann nicht mehr überraschen.

Wieso allerdings wollen immer mehr Menschen weltweit regressive Politik oder widmen sich den antiken Weltbildern der Religionen?

Der Fall ist klar: ein Großteil der Massen, belanglos aus welcher Region des Planeten, ist mit der heutigen Welt der Menschen überfordert.

Schon im Kinderalter wird man, divergent zu den Epochen der Prä-Internet-Ära noch vor zwanzig Jahren, von Massenmedien überschüttet.
Im Gegensatz zu früher, wo Kinder noch selbst die Welt um sich selbst entdecken, werden sie heute einerseits mit Komfort überschüttet (als Symptom daraus gewöhnt sich das junge Leben daran, weil es den hohen Standard von klein auf als „normal“ aufsaugt), auf den sie nicht mehr verzichten wollen.
Nebenbei bekommen sie viel zu früh die Massenmedien vorgekaut.
Fantasie wird durch virtuelle Welten ersetzt.
Bewegung durch Computer- und Konsolenspiele.

Kinder werden vom ersten Stadium ihres Lebens, in dem sie Erinnerungen sammeln, mit all den positiven wie negativen Ereignissen in der gesamten Welt zugeschüttet.

Zeitgleich lernen sie, dass der Druck „da draußen“ überbordet.
Wer nicht ständig bereit ist, Höchstleistungen zu vollbringen, verliert.
So etwas desillusioniert schon in jungen Jahren.

Bei den Erwachsenen sieht es nicht besser aus: Ständig vom Internet begleitet, werden sie – anders als in Zeiten der Tageszeitungen – rund um die Uhr von Gewalt, Mord und Totschlag und globalen Bedrohungen bombardiert.
Der menschliche Geist reagiert darauf mit Angst, vor allem, da negative Berichterstattung stets Auflagen und Reichweiten erhöht.
Positives geht im Schwulst der Schreckensmeldungen unter, die Internet-Abhängigkeit unserer Gesellschaft (zusätzlich kommt die Furcht, nicht am letzten Stand der Dinge zu sein) füttert unseren Geist sukzessive mit Horror-Geschichten.

Bei den älteren Semestern, noch gänzlich ohne Globalisierung und Permanenz des Internets aufgewachsen, stellen sich ähnliche Effekte ein: Überforderung durch Überangebot an Medien, Ängste, kaum noch Aufnahmepotential für neue und positive Eindrücke, Verlustangst gehen einher und ersticken jeglichen Optimismus.

Dass sich die Welt eigentlich auf einem Alltime-High an Wohlstand und Frieden (trotz der Konflikte auf dem Planeten) befindet, die Kriminalität weltweit eher im Rückzug denn im Vormarsch ist, kommt nicht mehr in den Gehirnen der Menschen an.

Schließlich ist die Kapazität der vielleicht genialsten Konstruktion der Evolution, unseres Gehirns, auch begrenzt.

Auf der ganzen Welt werden die Negativa in den Vordergrund gestellt, während die positiven Aspekte weiter an Boden verlieren.

Mit den Mitteln der sozialen Medien lassen sich Emotionen auf einfachste Weise zusätzlich befeuern.
Unabhängig, ob die „News“ der Wahrheit entsprechen oder nicht, der Zweck dieser ist nur die emotionale Fütterung schon vorhandener Vorurteile.
„Irgendwas wird schon wahr sein“ ist ein altbewährtes Mittel unserer Gesellschaft, der Wahrheitsgehalt von Nachrichten ist sekundär.
Eine Taktik, derer sich die Rechte auf der Welt mit vollem Bewusstsein widmet.

Angst essen Seele auf…

Diesem Mechanismus ist auch die Politik unterworfen, immerhin besteht diese aus Menschen.
Auch PolitikerInnen fürchten sich vor allen möglichen Ereignissen und versuchen diese präventiv (und leider immer mehr mit repressiven Mitteln) zu verhindern.

Unsere Gesellschaft hechelt nur noch Zahlen, Ängsten und Prognosen nach, betäubt von Massenmedien und passiver Gehirn-Aktivität taumelt sie offenen Auges in Katastrophen, an deren Vorbereitung sie selbst mit größter Vehemenz arbeitet.
Alles im Namen einer (fiktiven) Sicherheit, die niemals eintreten wird.

Während wir uns vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Verlust, Armut, Krieg und Umweltkatastrophen fürchten, vergessen wir die schönen Dinge des Lebens, die uns trotzdem wie ein treuer Begleiter ständig begegnen.

Die Welt ist zu einem kollektiven „halb-leeres Glas“-Organismus verkommen und reagiert mit Panik.

Deshalb wundert es nicht, dass Menschen- und Umwelt-feindliche Politik im Vormarsch ist.
In den Köpfen der Menschen existiert eine wachsende Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“, wo die Welt noch nicht überforderte.
Fremdes und kompliziertes wird als Bedrohung wahrgenommen, anstatt dass wir versuchen, aus den Parametern der neuen Zeit zu lernen, beginnen wir, diese zu verdammen.

In Österreich herrscht eine Uralt-Angst vor fremden Menschen, die quasi Tradition ist.
Deshalb greift hierzulande ein Politik-Potpourri aus Fremdenfeindlichkeit, Traditions-Verklärung und Nationalismus besonders gut.

Die Dynamik einer immer schneller werdenden Gesellschaft wird durch falsch verstandenes Zurück-schielen ignoriert.
Ein Kardinal-Fehler.

Progressives Handeln aus lösungsorientierter Motivation statt dem Einmauern in alten Stereotypen durch Verbote und Einschränkung der Freiheit wären weise und nachhaltig.
So allerdings wird durch Hauruck-Aktionen (jüngst erst das extrem gefährliche Überwachungspaket durch schwarz-blau, logisch durchdacht die Öffnung von Pandoras Büchse oder trivialer einem Alkoholverbot am Praterstern – was nur eine Verlagerung einer Herausforderung statt Lösung von bedauernswerten Umständen bedeutet – zu beobachten) nur eine Verlagerung von Effekten erzeugt, die nichts lösen, sondern nur neue Baustellen erzeugen.
Eine klaffende Schere bei Wohlstand und Bildungsniveau, die immer größer wird, fungiert als Trigger für künftige Konflikte.

Dass die Menschen konservativ und rückwärtsgerichtet wählen, überrascht mich nicht.
Es löst aber nichts. Es schafft nur Probleme. Weitaus größere Probleme, als wir uns jetzt vorstellen können.

Lösungen gäbe es jedoch für all die Herausforderungen.
„Mehr Staat statt Privat“ wird auf Dauer nicht mehr zu verhindern sein, will man der ausufernden Wirtschaft – schon längst der ultimative Machtfaktor auf dieser Welt – gegenwirken und einen allgemeinen Standard erhalten.
Die globale Gesellschaft müsste nicht nur punkto „Arbeit“, sondern auch punkto „Information“ und „Druck“ vom Gas gehen und das allgemeine Tempo empfindlich reduzieren.

Die Linke auf der Welt allerdings befindet sich in einem beispiellosen Rückzugsgefecht.
Anstatt sachliche Lösungen für aktuelle Herausforderungen auszuarbeiten, flüchtet sie sich (wie die SPÖ) selbst in die Emotionalisierung und versucht sich am Populismus.

So entsteht ein gefährlicher Politik-Teufelskreis, den schlussendlich ALLE bereuen werden.

Global dreht die Gesellschaft inzwischen am Rad und läuft Gefahr zur Überhitzung.
Dem sollte besonnen und lösungsorientiert entgegengewirkt werden.
Sachlich, nüchtern, besonnen, human und kompetent.
Nicht durch Emotion und dem Schüren weiterer Probleme.

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Der Frosch im Wasserbad


Letztes Jahr im August warnte ich mittels des Blogs vor Sebastian Kurz und seinen absolutistischen Motivationen.

https://geraldkitzmueller.wordpress.com/2017/08/16/eine-gefahr-namens-kurz/

Schon damals war es klar, dass Kurz nur Alleinmacht will, die er mit niemandem teilen will.

Auf der Stelle, nachdem ihm die Menschen in Österreich, blindwütig durch „Ausländer raus!“ der Rechtsparteien ÖVP und FPÖ geworden, wählten, montierte er seine Machtstellung.
Sofort nach Bildung der Regierung mit den Neonazis der FPÖ (Tendenzen dieser Partei braucht man, so denke ich, nicht mehr kommentieren) entmachtete er alle seine MinisterInnen und sorgte dafür, dass diese zu simplen Stichwortgebern degradiert wurden.
ALLES muss mit ihm besprochen werden, jeder Schritt der MinisterInnen seiner Partei muss von ihm absolutiert werden.

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En passant, denn schließlich war ihm die oppositionelle Position der von ihm verhassten Sozialdemokratie zuwider, installierte er die FPÖ als seine Schlägertruppe, die ihm unangenehme Schritte einfach abnimmt.
Für später ist der Sündenbock geboren, doch erweist sich diese Partei – wie erwartet – als die Gefahr für unsere Demokratie, die sie immer war.

Überall wurde in Rekordzeit umgefärbt, in beinahe sämtlichen Stellen sitzen nun Burschenschafter oder Rechtsextreme.

Das eigenhändig mit der SPÖ ratifizierte Nichtraucherschutz-Gesetz gekippt, um abzulenken, machte er sich mit seinen Mannen sofort daran, soziale Errungenschaften zu demolieren.

Mindestsicherung, AUVA, Notstandshilfe, AMS, Ausländer, Oppositionelle…auch die Medien werden seit Bildung von Schwarzblau verächtlich gemacht und radikal geschwächt.

Ziel ist es, jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken und eine „Supermacht“ zu bilden, die sich nicht mehr so leicht von den Hebeln der Gewalt wegdrängen lässt.

Nun also, mit heutigem Tag – „zufällig“ am 20.April, dem Geburtstag von Adolf Hitler – beschloss diese Regierung ein Überwachungspaket mit allen Schikanen, inklusive geplanter Unterwanderung Internet-fähiger Devices und Zugriff auf beinahe alle Überwachungskameras des Landes.

Kurz baut sich sein eigenes Regime, die FPÖ hilft willfährig (weil sie hofft, diese Gesetze einmal selbst in Alleinmacht an Gegnern exekutieren zu können).

Österreich ist nun nur noch einen Schritt von der Verfolgung Oppositioneller entfernt.

Alles, was nicht zu Gesicht der Regierung (besonders dem reaktionär-totalitären Juniorpartner) steht, wird nun gemaßregelt oder unterbunden.
Bald auch verfolgt, denn Daten kann man manipulieren.

Der BVT-Skandal mag als Anleitung dienen, wie man mit unliebsamen Personen umgeht.

Norbert Steger, Alt-Bundesparteiobmann der FPÖ, hat dazu passende Aussagen bzgl. des ORF getätigt.
Dieser sei „unbotmäßig“, ein „Endkampf der Linken“, es müsse Entlassungswellen geben und und und.

Wie es in Österreich immer schon üblich war, werden nun von reaktionärer Seite die Zügel gegen die Demokratie gespannt, bis sie zerbirst.

Und die Bevölkerung?
So sie nicht indoktroniert durch die rechten Medien ist, empört sie sich.
Sie empört sich und empört sich weiter.
Nichtsahnend, dass sie jeden Schritt dieser staatsterroristischen Vereinigung, genannt „Regierung“, zizerlweise annimmt, weil sie sich daran gewöhnt.

Wie der Frosch im Wasserbad, der nicht merkt, dass er verbrennt, weil das Wasser im Topf langsam, aber stetig heißer wird.

Unsere Demokratie ist mit heutigem Tage in höchster Gefahr, die Protagonisten steuern die Republik direkt in den Abgrund.
Sie WIRD Gegner verfolgen und Gründe finden, diese aus dem Verkehr zu ziehen!
Sie WIRD dafür sorgen, dass Gegner diskreditiert werden und ihre Existenz verlieren!

Wenn sich die Bevölkerung jetzt nicht wehrt, ist es zu spät!

„Wehret den Anfängen“ war leider gestern, wir stehen vor dem Ereignishorizont, wo es kein Zurück mehr gibt.

Republik, steh auf!

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