Noch drei Tage bis zum Start…


Wie es sich für einen Trip gehört, werde ich meine Empfindungen und Eindrücke auch als Tagebuch, jedoch ab dem ersten offiziellen Tag auf der Homepage Walk 4 Humanity – Homepage veröffentlichen.

Spenden und damit dieses heikle Mammutprojekt unterstützen könnt ihr hier.

Unternehmen, die am Projekt aktiv partizipieren möchten, sind als Sponsoren oder Unterstützer herzlich willkommen.
Bitte melden Sie sich bei unserem Team: info@walk4humanity.org

Natürlich wird das Tagebuch nicht täglich aktualisiert, es wird nämlich relativ schwierig sein, zum Beispiel in den Weiten Kasachstans jeden Tag Internet zu finden.

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Hauptsächlich wird es Content in Form von filmischen Erlebnissen auf Youtube und unzähligen Fotos auf Instagram geben.

Der Blog dient nur den persönlichen Eindrücken, um sie den interessierten LeserInnen weiterzugeben.

Soweit, so gut…

Noch drei Tage…

 

In drei Tagen geht es los!

Nach einem Jahr mentaler und logistischer Vorbereitung beginne ich, vom Wiener Rathausplatz aus zu Fuss um die Welt zu gehen.

Erstes Etappenziel ist Bratislava.
Bis zur slowakischen Hauptstadt sind es zwei gemütliche Marschtage, in denen ich höchstwahrscheinlich von ein paar Freundinnen und Freunde begleitet werden könnte.

So wird es ein standesgemäßer Start, denn schließlich war ich immer ein Gesellschafts-Tiger.
Also wird beim ersten Marsch noch gefeixt, gelacht und heiter dem, was kommen wird, entgegengeblickt.

Speziell auf diesen Spaziergang freue ich mich ganz besonders.

Hart wird es schlagartig danach: Ab Bratislava gehe ich alleine weiter, Richtung Nitra.

Die ersten Wochen sind für den Fortlauf des Projekts extrem wichtig.
Sowie ich ein paar Tage alleine marschiere, wird die Psyche höchstwahrscheinlich zum ersten Mal das Bevorstehende real abbekommen.

Einsamkeit. Heimweh. Furcht.

Diese Gefühle werden geschätzt in dieser Zeit auftreten.

Gut, dass ich in Mitteleuropa losstarte, denn dank der Dichte der Bevölkerung in Europa passiere ich durchschnittlich alle 5 Kilometer eine Ortschaft.
Mir ist es also überall möglich, meine Ausrüstung und den Proviant zu verifizieren und passend für kommende Herausforderungen zu adaptieren.

Grund genug, den Vorteilen Europas einen besonderen Nutzen abzugewinnen: Ich brauche noch gar nicht viel Gepäck!

Das Wägelchen, ein Kinderanhänger für Fahrräder, ist noch nicht dringend und kann währenddessen organisiert werden.
Bis dahin werde ich mit einem Trollie oder einem Tramper-Rucksack starten.
Trollie ist jedoch von mir bevorzugt, da er in der Regel mehr Volumen besitzt und locker zu schieben bzw. zu ziehen ist.

Auch meine Kleidung wird eher leicht und in geringstmöglicher Menge eingepackt.

Aus diesem Grund wählte ich ja den Start für den Frühsommer.
Mir sind in den ersten Monaten also Wärme und Behaglichkeit relativ sicher, womit in dieser Zeit noch kein schweres Gepäck nötig ist.

Gefühlswelt…

Ich sage euch, es ist seltsam…das Gefühl, für eine Dekade die Heimat und meine Leute nicht zu sehen, ist schwer zu beschreiben.

Einerseits weiß ich zwar, dass ich mittels der Segnungen des Internets jederzeit Kontakt zu meinen Lieben aufbauen kann.
Doch auf der anderen Seite ersetzt dieser Kontakt nicht die einsamen Stunden, die mir sicherlich en masse blühen werden, vor allem zu Beginn.

Schmerzhaft ist auch der Gedanke, dass ich manche, von denen ich mich schon verabschiedet habe, überhaupt nicht mehr sehen werde.
Warum? Auch in der Heimat sterben in diesem Zeitraum Menschen.
Manche werden also in meiner Abwesenheit vielleicht nicht mehr da sein.

Sich diese Tatsache vor Augen zu halten schnürt mir die Kehle zu, muss ich zugeben.

Vor allem die letzten Tage mit meiner Mama setzen mir zu.
Sie beginnt, die Dimension des Ganzen zu begreifen, weshalb sie minütlich sentimentaler zu werden scheint und sich deshalb jetzt schon vor Sorgen sporadisch in Tränen auflöst.

Ein Stein wäre ich, würde mich die Gefühlswelt meiner Mutter kalt lassen.
Im Gegenteil…
Schon alleine wegen ihr weinte ich in den letzten Tagen mehrmals.

Auch diejenigen, die es ehrlich mit mir gut meinten in meinem Leben, werden mir fehlen.
Auf die Personen werde ich in den nächsten zehn Jahren sicher immer wieder eingehen, sind sie doch Stücke meines Herzens, deren Zurückgewinnung Motivation genug für eine erfolgreiche Rückkehr ist.

Ich bin jemand, der ständig Situationen geistig analysiert und zerlegt.

Zu wissen, dass man manche nicht mehr sieht (oder vielleicht alle, denn auf der Reise können mir natürlich unzählige Dinge geschehen), ist hart.

Aber ich wählte diesen Schritt.

Während ich meine letzten drei Tage, die ich für lange Zeit in meiner geliebten Heimatstadt bin, verbringe, präge ich mir auch bewusst all die Gassen, Ecken, Wiesen…eben das gewohnte Stadtbild, ein.

In einsamen Momenten werden mir diese Erinnerungen Trost spenden.
Wenn ich frierend im Zelt, bei Eisestemperaturen der Witterung harrend, hocke, zehre ich von diesen vertrauten Plätzen in meinem Kopf.

Insgesamt aber überwiegt die Vorfreude.
Eine Zeit, wie ich sie mir zwar in der Theorie, aber nie in der Praxis ausmalen könnte, steht vor mir.
Eine persönliche Ära, die entweder zu einem erfolgreichen Leben führt, oder die das absolute Fiasko bedeutet, liegt vor mir.

Zehn Jahre.
In diesen Jahren werde ich soviel erleben…es darf ruhig schon losgehen!

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Offener Brief an Sebastian Kurz


Ich bin ehrlich, weshalb ich mir das „Sehr geehrter“ in der Anrede spare.

Deshalb:

Herr Kurz,

als Bürger dieses Landes bin ich mittlerweile mehr als entrüstet über Ihr Verhalten, das Sie an den Tag legen.

Um auszuholen und Ihnen beizubringen (wenn irgendeiner Ihrer Lakaien diesen Brief lesen sollte), wie sehr mir Ihr Verhalten mißfällt, möchte ich ein wenig in die jüngere Vergangenheit eintauchen.

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2011 wurden Sie, das Atout der Jugend ausspielend, Integrations-Staatssekretär.
Eine verantwortungsvolle Aufgabe, deren Erfüllung schon damals Ihrerseits mehr als mangelhaft war.
Schon als Sie dieses Amt antraten, glänzten Sie bei jedem Interview, jeder Wortmeldung, mit auswendig gelernten Worthülsen, die es glorios verstanden, den Ihnen gestellten Fragen auszuweichen.

Man sah, dass jemand ein verantwortungsvolles Staats-Mandat annahm, ohne die dafür nötige Fachkenntnis mitzubringen.

Nun, ich war nicht überrascht, lernte ich doch in meinen fünfundvierzig Jahren Dutzende Ihrer Art kennen.
Nur auf den äußeren Auftritt bedacht, doch inhaltslos und leer.

Es wundert nicht, denn nur mit Matura, ohne jeglicher Berufserfahrung im privaten Bereich…was soll sich da an Wissen im Laufe eines jungen Lebens ansammeln, das nicht vorher höchstens von Lehrern in der AHS eingetrichtert wurde?

Deshalb wunderte ich mich schon damals, wie jemand, der de facto noch keine Erfahrung lukrierte, einen hohen Posten wie den eines Integrations-Staatssekretärs mit Kompetenz füllen sollte.

Vielmehr behaupte ich, jeder, der eine Lehre absolvierte, bietet mehr Rüstzeug für so einen Posten.
Nicht nur, dass er außerhalb einer geschützten Lehrstätte, wie es eine Parteikarriere nun mal ist, Lebenserfahrung bekommt, hat jeder Lehrling wahrscheinlich schon ein Vielfaches mehr mit MigrantInnen zu tun gehabt als Sie.

Selbstverständlich besteht die Möglichkeit, dass man sich täuscht.
Natürlich ist es möglich, ohne jegliche Erfahrung, aber mit geradezu genialem Talent, so hohe Sphären zu betreten, weil das Alter alleine kein Kriterium ist.

Bei Ihnen jedoch…man merkte Ihnen sofort den Karrieristen an.
Den eiskalten Egomanen, der, stets in sicheren Umfeldern stapfend, nur so schnell wie möglich nach oben will.

Später, als Sie Außenminister wurden (der jüngste aller Zeiten), wurde kontinuierlich deutlicher, mit welcher Hybris wir es zu tun haben.
Zu glauben, der Außenminister eines unbedeutend kleinen Landes wie Österreich könnte der EU und der Türkei (damit auch der NATO) Mores lehren, war ein erstes Glanzstück Ihres krankhaft überzeichneten Egos.

Dem aber nicht genug: Sie schafften es, mit minimaler Gestik (schön immer die Hände vor dem Körper faltend, nur, um sie bedeutungsschwanger bei bestimmten Worten zu heben) und nicht sehr eloquenter Rhetorik die Menschen in diesem Land einzulullen.

Um Ihre Karriere voranzutreiben, wechselten Sie schon mal innerhalb kürzester Zeit Ihre politische Position.
Vom Freund konstruktiver Migration – der mussten Sie schließlich als Staatssekretär sein – veränderten Sie sich „völlig überraschend“ zum Rechtspopulisten.

Dass hier jemand ist, der das politische Hemd nach Belieben wechselt, wenn es der eigenen Position dienlich ist, war spätestens ab dem Zeitpunkt, als Sie Reinhold Mitterlehner und zugleich die rot-schwarze Regierung putschten, offensichtlich.

Spätestens jetzt hätten bei jedem Menschenkenner die Alarmglocken schrillen sollen.

Ausgerechnet in einer ÖVP, bekannt für ihre hohe Prozentzahl an Alphatierchen in der Partei, kommt ein junger Mann daher und stellt all diese Vorstände, Industriellen, Bauernbund-Vorsitzende usw. kalt.

Ein Machtmensch gefährlicher Dimension tat sich auf.

Nun, gelernte Österreicher schauen leider nicht sehr auf den Inhalt einer Person, wenn nur die Präsentation ausgefeilt ist.
Ihre Unschuldsmiene und das Schwiegersohn-Lächeln reicht vielen in diesem Land, um wählbar zu sein.

Bei Karl-Heinz Grasser hätte die Bevölkerung eigentlich Lehren ziehen müssen, aber nein, sie macht gerne denselben Fehler mehrmals, um klüger zu werden.

Jetzt, als Bundeskanzler, entpuppen Sie sich genau als jener, der Sie sind: Ein Megalomane, der sich anschickt, jeden Kritiker innerhalb oder außerhalb der Partei kaltzustellen.
Jemand, der neben sich niemand duldet.
Ein Mensch, der über Leichen ginge, würde es die Situation erfordern.

Ihre Machtgier ist transparent: Die MinisterInnen Ihrer Partei müssen jeden Außenauftritt mit Ihnen koordinieren.
Ich nenne so etwas „Maulkorb“.
Ein einzigartiges Verhalten in der zweiten Republik.

Sie waren sich auch nicht zu schade, die Neonazis der FPÖ als Partner in die Regierung zu holen, nur um Ihre Macht zu festigen.
Obwohl diese Partei seitdem – von ihrer neuen Macht berauscht – völlig haltlos die demokratischen Säulen der Republik demontiert, schweigen Sie.
Wissend, dass ein Streit Ihren Posten ruinieren könnte.

Sie lassen unglaubliche Umtriebe des Innenministers zu, inklusive eines Überwachungspakets, dass sogar altgedienten Stasi-Offizieren der DDR (Ich weiß, Sie waren ja noch zu klein und können das nicht wissen) vor Neid platzen ließe.

Immer wieder treten Sie auch mit geradezu absurder Selbstsicherheit auf, um die Opposition und die parlamentarische Arbeit ad absurdum zu führen.
Jüngst mit den Anfragen der „Liste Pilz“ > https://derstandard.at/2000078514603/Sobotka-tadelt-Kurz-wegen-mangelhafter-Anfragebeantwortung

Das Überwachungspaket wurde beschlossen, ohne jemals mit der Opposition oder ExpertInnen einen Dialog zu führen.

Nebenbei kürzen Sie eiskalt die Existenzen vieler Menschen, die an der Armut kratzen.
En passant beleidigen Sie diese als „Durchschummler“.

Ohne mit der Wimper zu zucken, entscheiden Sie über Schicksale von ÖsterreicherInnen und MigrantInnen.
Oft (bei Flüchtlingen) schon ein Todesurteil.
Können Sie eigentlich schlafen?

Herr Kurz, wann haben Sie jemals Fronarbeit zu Peanut-Löhnen leisten müssen?
Wann in Ihrem Leben mussten Sie jeden Cent dreimal umdrehen, um überleben zu können?

Sie verunglimpfen MigrantInnen, lassen Studien über Kindergärten populistisch manipulieren, sogar die Silberstein-Affäre der SPÖ im NR-Wahlkampf hat durch Ihre Vernetzung mit Tal Silberstein einen mehr als schalen Beigeschmack.

Um weiter wie ein Engerl zu wirken, betonen Sie stets, dass Sie „Anpatzung“ nicht goutieren.
In auffälliger Frequenz.

Die Liste Ihrer diktatorisch anmutenden Verfehlungen ist endlos und spränge den Rahmen, weshalb ich zur Botschaft dieses offenen Briefes kommen will.

Herr Kurz, Ihre Kanzlerschaft gefährdet inzwischen die zweite Republik!
Die Demokratie ist durch die kurze Zeit Ihrer Amts-Inhabung mittlerweile sturmreif geschossen, die Menschen verlieren ihre Privatsphäre, ihre Rücklagen, kurzum ihre Existenz.

Ein Kanzler der Republik hat primär einen Job zu verrichten: Den Menschen in diesem Land zu dienen, unabhängig ihres sozialen Status‘ oder der Herkunft, Religion, Sexualität etc.
Sie jedoch bleiben keinen Beweis schuldig, zu zeigen, wem Sie wirklich dienen: Sich selbst!

Das ist untragbar und eigentlich ein glasklarer Fall, mit dem sich Strafgerichte befassen sollten!

Treten Sie umgehend zurück und entschuldigen Sie sich beim österreichischen Volk für Ihr eigennütziges Verhalten!
Der Schaden, den Sie der Republik Österreich bescherten, ist jetzt schon extrem!

Andererseits wird sich das österreichische Volk spätestens nach Ihrer politischen Karriere mit Ihnen befassen.
Das Gefängnis wäre die Endstation, wie bei vielen, die es Ihnen ähnlich, doch nicht annähernd in vergleichbarer Intensität, taten.

Treten Sie umgehend zurück!

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Salzburg-Wahl 2018 – Es wundert nicht mehr


Die nächste Wahl in Österreich ist geschlagen, und wieder triumphierte die Konservative.
Es überrascht nicht mehr, es kann nicht mehr überraschen.

Wieso allerdings wollen immer mehr Menschen weltweit regressive Politik oder widmen sich den antiken Weltbildern der Religionen?

Der Fall ist klar: ein Großteil der Massen, belanglos aus welcher Region des Planeten, ist mit der heutigen Welt der Menschen überfordert.

Schon im Kinderalter wird man, divergent zu den Epochen der Prä-Internet-Ära noch vor zwanzig Jahren, von Massenmedien überschüttet.
Im Gegensatz zu früher, wo Kinder noch selbst die Welt um sich selbst entdecken, werden sie heute einerseits mit Komfort überschüttet (als Symptom daraus gewöhnt sich das junge Leben daran, weil es den hohen Standard von klein auf als „normal“ aufsaugt), auf den sie nicht mehr verzichten wollen.
Nebenbei bekommen sie viel zu früh die Massenmedien vorgekaut.
Fantasie wird durch virtuelle Welten ersetzt.
Bewegung durch Computer- und Konsolenspiele.

Kinder werden vom ersten Stadium ihres Lebens, in dem sie Erinnerungen sammeln, mit all den positiven wie negativen Ereignissen in der gesamten Welt zugeschüttet.

Zeitgleich lernen sie, dass der Druck „da draußen“ überbordet.
Wer nicht ständig bereit ist, Höchstleistungen zu vollbringen, verliert.
So etwas desillusioniert schon in jungen Jahren.

Bei den Erwachsenen sieht es nicht besser aus: Ständig vom Internet begleitet, werden sie – anders als in Zeiten der Tageszeitungen – rund um die Uhr von Gewalt, Mord und Totschlag und globalen Bedrohungen bombardiert.
Der menschliche Geist reagiert darauf mit Angst, vor allem, da negative Berichterstattung stets Auflagen und Reichweiten erhöht.
Positives geht im Schwulst der Schreckensmeldungen unter, die Internet-Abhängigkeit unserer Gesellschaft (zusätzlich kommt die Furcht, nicht am letzten Stand der Dinge zu sein) füttert unseren Geist sukzessive mit Horror-Geschichten.

Bei den älteren Semestern, noch gänzlich ohne Globalisierung und Permanenz des Internets aufgewachsen, stellen sich ähnliche Effekte ein: Überforderung durch Überangebot an Medien, Ängste, kaum noch Aufnahmepotential für neue und positive Eindrücke, Verlustangst gehen einher und ersticken jeglichen Optimismus.

Dass sich die Welt eigentlich auf einem Alltime-High an Wohlstand und Frieden (trotz der Konflikte auf dem Planeten) befindet, die Kriminalität weltweit eher im Rückzug denn im Vormarsch ist, kommt nicht mehr in den Gehirnen der Menschen an.

Schließlich ist die Kapazität der vielleicht genialsten Konstruktion der Evolution, unseres Gehirns, auch begrenzt.

Auf der ganzen Welt werden die Negativa in den Vordergrund gestellt, während die positiven Aspekte weiter an Boden verlieren.

Mit den Mitteln der sozialen Medien lassen sich Emotionen auf einfachste Weise zusätzlich befeuern.
Unabhängig, ob die „News“ der Wahrheit entsprechen oder nicht, der Zweck dieser ist nur die emotionale Fütterung schon vorhandener Vorurteile.
„Irgendwas wird schon wahr sein“ ist ein altbewährtes Mittel unserer Gesellschaft, der Wahrheitsgehalt von Nachrichten ist sekundär.
Eine Taktik, derer sich die Rechte auf der Welt mit vollem Bewusstsein widmet.

Angst essen Seele auf…

Diesem Mechanismus ist auch die Politik unterworfen, immerhin besteht diese aus Menschen.
Auch PolitikerInnen fürchten sich vor allen möglichen Ereignissen und versuchen diese präventiv (und leider immer mehr mit repressiven Mitteln) zu verhindern.

Unsere Gesellschaft hechelt nur noch Zahlen, Ängsten und Prognosen nach, betäubt von Massenmedien und passiver Gehirn-Aktivität taumelt sie offenen Auges in Katastrophen, an deren Vorbereitung sie selbst mit größter Vehemenz arbeitet.
Alles im Namen einer (fiktiven) Sicherheit, die niemals eintreten wird.

Während wir uns vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Verlust, Armut, Krieg und Umweltkatastrophen fürchten, vergessen wir die schönen Dinge des Lebens, die uns trotzdem wie ein treuer Begleiter ständig begegnen.

Die Welt ist zu einem kollektiven „halb-leeres Glas“-Organismus verkommen und reagiert mit Panik.

Deshalb wundert es nicht, dass Menschen- und Umwelt-feindliche Politik im Vormarsch ist.
In den Köpfen der Menschen existiert eine wachsende Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“, wo die Welt noch nicht überforderte.
Fremdes und kompliziertes wird als Bedrohung wahrgenommen, anstatt dass wir versuchen, aus den Parametern der neuen Zeit zu lernen, beginnen wir, diese zu verdammen.

In Österreich herrscht eine Uralt-Angst vor fremden Menschen, die quasi Tradition ist.
Deshalb greift hierzulande ein Politik-Potpourri aus Fremdenfeindlichkeit, Traditions-Verklärung und Nationalismus besonders gut.

Die Dynamik einer immer schneller werdenden Gesellschaft wird durch falsch verstandenes Zurück-schielen ignoriert.
Ein Kardinal-Fehler.

Progressives Handeln aus lösungsorientierter Motivation statt dem Einmauern in alten Stereotypen durch Verbote und Einschränkung der Freiheit wären weise und nachhaltig.
So allerdings wird durch Hauruck-Aktionen (jüngst erst das extrem gefährliche Überwachungspaket durch schwarz-blau, logisch durchdacht die Öffnung von Pandoras Büchse oder trivialer einem Alkoholverbot am Praterstern – was nur eine Verlagerung einer Herausforderung statt Lösung von bedauernswerten Umständen bedeutet – zu beobachten) nur eine Verlagerung von Effekten erzeugt, die nichts lösen, sondern nur neue Baustellen erzeugen.
Eine klaffende Schere bei Wohlstand und Bildungsniveau, die immer größer wird, fungiert als Trigger für künftige Konflikte.

Dass die Menschen konservativ und rückwärtsgerichtet wählen, überrascht mich nicht.
Es löst aber nichts. Es schafft nur Probleme. Weitaus größere Probleme, als wir uns jetzt vorstellen können.

Lösungen gäbe es jedoch für all die Herausforderungen.
„Mehr Staat statt Privat“ wird auf Dauer nicht mehr zu verhindern sein, will man der ausufernden Wirtschaft – schon längst der ultimative Machtfaktor auf dieser Welt – gegenwirken und einen allgemeinen Standard erhalten.
Die globale Gesellschaft müsste nicht nur punkto „Arbeit“, sondern auch punkto „Information“ und „Druck“ vom Gas gehen und das allgemeine Tempo empfindlich reduzieren.

Die Linke auf der Welt allerdings befindet sich in einem beispiellosen Rückzugsgefecht.
Anstatt sachliche Lösungen für aktuelle Herausforderungen auszuarbeiten, flüchtet sie sich (wie die SPÖ) selbst in die Emotionalisierung und versucht sich am Populismus.

So entsteht ein gefährlicher Politik-Teufelskreis, den schlussendlich ALLE bereuen werden.

Global dreht die Gesellschaft inzwischen am Rad und läuft Gefahr zur Überhitzung.
Dem sollte besonnen und lösungsorientiert entgegengewirkt werden.
Sachlich, nüchtern, besonnen, human und kompetent.
Nicht durch Emotion und dem Schüren weiterer Probleme.

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Der Frosch im Wasserbad


Letztes Jahr im August warnte ich mittels des Blogs vor Sebastian Kurz und seinen absolutistischen Motivationen.

https://geraldkitzmueller.wordpress.com/2017/08/16/eine-gefahr-namens-kurz/

Schon damals war es klar, dass Kurz nur Alleinmacht will, die er mit niemandem teilen will.

Auf der Stelle, nachdem ihm die Menschen in Österreich, blindwütig durch „Ausländer raus!“ der Rechtsparteien ÖVP und FPÖ geworden, wählten, montierte er seine Machtstellung.
Sofort nach Bildung der Regierung mit den Neonazis der FPÖ (Tendenzen dieser Partei braucht man, so denke ich, nicht mehr kommentieren) entmachtete er alle seine MinisterInnen und sorgte dafür, dass diese zu simplen Stichwortgebern degradiert wurden.
ALLES muss mit ihm besprochen werden, jeder Schritt der MinisterInnen seiner Partei muss von ihm absolutiert werden.

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En passant, denn schließlich war ihm die oppositionelle Position der von ihm verhassten Sozialdemokratie zuwider, installierte er die FPÖ als seine Schlägertruppe, die ihm unangenehme Schritte einfach abnimmt.
Für später ist der Sündenbock geboren, doch erweist sich diese Partei – wie erwartet – als die Gefahr für unsere Demokratie, die sie immer war.

Überall wurde in Rekordzeit umgefärbt, in beinahe sämtlichen Stellen sitzen nun Burschenschafter oder Rechtsextreme.

Das eigenhändig mit der SPÖ ratifizierte Nichtraucherschutz-Gesetz gekippt, um abzulenken, machte er sich mit seinen Mannen sofort daran, soziale Errungenschaften zu demolieren.

Mindestsicherung, AUVA, Notstandshilfe, AMS, Ausländer, Oppositionelle…auch die Medien werden seit Bildung von Schwarzblau verächtlich gemacht und radikal geschwächt.

Ziel ist es, jeglichen Widerstand im Keim zu ersticken und eine „Supermacht“ zu bilden, die sich nicht mehr so leicht von den Hebeln der Gewalt wegdrängen lässt.

Nun also, mit heutigem Tag – „zufällig“ am 20.April, dem Geburtstag von Adolf Hitler – beschloss diese Regierung ein Überwachungspaket mit allen Schikanen, inklusive geplanter Unterwanderung Internet-fähiger Devices und Zugriff auf beinahe alle Überwachungskameras des Landes.

Kurz baut sich sein eigenes Regime, die FPÖ hilft willfährig (weil sie hofft, diese Gesetze einmal selbst in Alleinmacht an Gegnern exekutieren zu können).

Österreich ist nun nur noch einen Schritt von der Verfolgung Oppositioneller entfernt.

Alles, was nicht zu Gesicht der Regierung (besonders dem reaktionär-totalitären Juniorpartner) steht, wird nun gemaßregelt oder unterbunden.
Bald auch verfolgt, denn Daten kann man manipulieren.

Der BVT-Skandal mag als Anleitung dienen, wie man mit unliebsamen Personen umgeht.

Norbert Steger, Alt-Bundesparteiobmann der FPÖ, hat dazu passende Aussagen bzgl. des ORF getätigt.
Dieser sei „unbotmäßig“, ein „Endkampf der Linken“, es müsse Entlassungswellen geben und und und.

Wie es in Österreich immer schon üblich war, werden nun von reaktionärer Seite die Zügel gegen die Demokratie gespannt, bis sie zerbirst.

Und die Bevölkerung?
So sie nicht indoktroniert durch die rechten Medien ist, empört sie sich.
Sie empört sich und empört sich weiter.
Nichtsahnend, dass sie jeden Schritt dieser staatsterroristischen Vereinigung, genannt „Regierung“, zizerlweise annimmt, weil sie sich daran gewöhnt.

Wie der Frosch im Wasserbad, der nicht merkt, dass er verbrennt, weil das Wasser im Topf langsam, aber stetig heißer wird.

Unsere Demokratie ist mit heutigem Tage in höchster Gefahr, die Protagonisten steuern die Republik direkt in den Abgrund.
Sie WIRD Gegner verfolgen und Gründe finden, diese aus dem Verkehr zu ziehen!
Sie WIRD dafür sorgen, dass Gegner diskreditiert werden und ihre Existenz verlieren!

Wenn sich die Bevölkerung jetzt nicht wehrt, ist es zu spät!

„Wehret den Anfängen“ war leider gestern, wir stehen vor dem Ereignishorizont, wo es kein Zurück mehr gibt.

Republik, steh auf!

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Rund um die Welt – Warum eigentlich?


Ich brauche mir nichts vormachen – für ein Projekt, zu Fuß um die Welt zu hatschen, muss man schon ziemlich irre sein.

Dazu braucht es ein gewisses Quäntchen Wahnsinn, um sich so einen Traum nicht nur im Kopf zu bilden, sondern diesen auch in die Tat umzusetzen.

Alles ist fixiert für den 25. Mai, den Freitag nach Pfingsten, es ist offiziell, damit gibt es auch kein „Zurück“ mehr.
Deshalb ja auch die Vor-Berichterstattung.
Damit ich nicht mehr zurückziehen kann, binde ich mich auf diese Art und Weise.

Aber warum will ich mir diese Tortur (realistisch gesehen wird es mindestens so viele Momente geben, wo ich verzweifle, wie es schöne Momente geben wird) überhaupt antun?

Dazu will ich mich erklären, um das Projekt ein wenig fassbarer für außenstehende zu machen.

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Gesamtansicht unseres wunderschönen Planeten

Schon mehrmals war es mir Bedürfnis, Veranstaltungen auf eigene Faust zu organisieren.
Dazu brauchte es keine Organisationen im Rücken.

Ein kleiner Auszug:

2011 organisierte ich ohne Hilfe innerhalb von zwei Wochen eine Demonstration mit (laut Polizei) tausend Teilnehmern.
2013 war ich mitverantwortlich für die Rettung der Firma „Niemetz“ und erreichte es mit meinen MitstreiterInnen, dass wir noch Schwedenbomben genießen dürfen.

2015 versuchte ich mich an einem Lichtermeer, um dem Rechtsruck und dem schwelenden Rassismus ein Zeichen entgegenzusetzen.
Dieses musste leider eine Woche vor dem Event abgesagt werden, weil das Technik-Team ohne Warnung aus dem Projekt absprang und die Zeit für Ersatz einfach nicht gegeben war.
Das Interesse dafür war riesengroß, aber leider wurde ich vom Vereins-Vorstand des Vereines, den ich dafür gründete, überstimmt, das Lichtermeer trotzdem durchzuziehen.
Daran scheiterte ich also.

2017 schaffte ich es, im Zeitraum von vier Tagen eine Kundgebung mit prominenten SprecherInnen vor dem Innenministerium zu organisieren.
Trotz bitterer Kälte kamen um 300-400 Menschen, um der Kundgebung beizuwohnen.

Unzählige kleinere Projekte stellte ich zuvor schon auf die Beine.
Die eigene Person stellte ich dafür in den Hintergrund, weil für mich die Sache zählt.

Die Lehre, die ich daraus zog, war allgemein: JEDER Mensch kann etwas bewegen.
Unabhängig seiner Bildung oder sonstiger Eigenschaften ist es vor allem der Idealismus, der dazu treibt, etwas auf die Beine zu stellen.

Ich lernte aber auch, dass es nicht möglich ist, es allen Menschen recht zu machen.
Diese Naivität legte ich ab, die Motivation an Projekten, die dem Idealismus, nicht meiner Person dienen, schwand aber niemals, sondern wurde stets stärker.

Als Privatperson schlitterte ich durch eigene Schuld (und falschem Stolz) immer wieder in Troubles, konnte aber andererseits Dinge erreichen, die meiner Umwelt verschlossen waren.
Mein Leben war von Kindheit an eine extrem schnelle Achterbahn.
Viele schöne, aber auch (wie es im Leben eben so ist) viele schlimme Dinge begleiteten mich durch mein bisheriges Dasein.

Ich lernte außergewöhnlich viele Menschen intensiv kennen, lebe nach wie vor sehr viele Freundschaften, versuche mich stets mit allen Menschen nach Möglichkeit zu verstehen.

Zwei erwachsene Kinder und (leider) viele verflossene Liebschaften später ging ich vor über einem Jahr in mich.

Zusammengefasst habe ich hier in Österreich schon sehr viel (unerheblich ob beruflich oder privat, ob negativ oder positiv) erlebt, sodass ich „expandieren“ will.

In mir blitzte ein Gedanke: „Warum nicht die ganze Welt ansehen? Warum nicht zu Fuß? Schließlich macht es nur Sinn, wenn ich auch die kleinsten Details beobachten kann!“

Kurzerhand warf ich Google an und entdeckte Jean Beliveau.
Der Kanadier entschloss sich 2000, um die Welt zu gehen, mit dem selben Alter, das ich jetzt habe.

Hier seine fantastische Homepage:

Jean Beliveaus Weltreise

Beliveau ging ziemlich spontan los und erlebte eine Reise, die mich inspirierte.
Sein Motto war „Children and peace“, ein äußerst lobenswerter Ansatz, der auch in bewundernswerter Manier gelebt wurde.

Als ich seine Mission kennenlernte, ging es Schlag auf Schlag: Die Zeitspanne eines Augenblicks reichte, um mich zu entschließen, dies auch zu tun.
Schließlich bewies mir Beliveau, dass es geht.

In der Sekunde, als ich mich entschloss, um die Welt zu gehen, wusste ich alles.

Die Route war mir sofort klar (es hatte schon seinen Nutzen, sich von Anbeginn meines Lebens für den Planeten zu interessieren. So wusste ich, was mich wo erwarten würde), auch die Modalitäten waren auf der Stelle in meinem Kopf präsent.
Das Konzept war schlagartig beinahe komplett geistig durchdacht.
Als wollte ich dies immer schon.

Aber warum?

Es gibt mehrere Aspekte, die mich fast zwanghaft zu dieser Idee verleiteten:

Mit 45 bin ich nach wie vor topfit und geistig auf vollster Höhe.
In diesem Alter hat man auch (vor allem ich habe schon sehr viel erlebt) schon die Lebenserfahrung, die in manchen Situationen hilfreich sein kann.

Ich bin Atheist.
Aus diesem Grund weiß ich für mich, dass ich genau nur dieses Leben zur Verfügung habe.
Da unser aller Lebenszeit begrenzt ist, will ich ALLES sehen.
Die Erde wandernd zu überqueren ist für mich daher die ultimative Lebenserfahrung.
Mehr kann in meinen Augen kein Mensch erreichen, weshalb meine Gier nach Wissen und Erfahrung dieses Projekt fast erzwang.

Ein großer Faktor ist auch, dass es für mich persönlich maximale Freiheit bedeutet, den Weg als Ziel, mit eigenem Tempo, eigener Route, eigener Ambition zu leben.

Nach ein paar „Feldforschungs“-Versuchen im Internet, auf deutsch- wie auch englischsprachigen Seiten, stellte ich sehr schnell fest, dass das Interesse an so einem Monster-Projekt schier endlos ist.
Unzählige Menschen träumen scheinbar davon, „auszusteigen“, trauen sich aber nicht selbst.
Weshalb sie großes Interesse hegen, einen, der es wirklich anpackt, über das Internet oder andere Medien zu begleiten.

Damit war mir klar, dass ich es tue.
Warum? Weil dieses Interesse dazu genutzt werden kann, um karitative Projekte an den verschiedensten Orten der Welt auf die Beine zu stellen.
Reichweite (die scheinbar gewiss ist, denn es werden von mir zur Dokumentation nicht nur dieser Blog als Tagebuch, sondern auch ein Youtube-, ein Instagram-Kanal, eine FB-Page als auch eine Homepage benutzt) lukriert die Gelder für solche Vorhaben.
Das Management dafür sollen fähige Leute zu Hause erledigen.
Auch hier begegnete ich sofort großem Interesse.

Es ist also kein Egotrip, im Gegenteil!

Ziel des Ganzen ist es, die Welt, wie sie wirklich ist, penibel zu dokumentieren.
Die Errungenschaften der Technik, inkl. dem globalen Datennetz, kommen dem entgegen.

Ich werde Armut wie Reichtum zeigen.
Die Natur in all ihrer Pracht, wie auch die Schäden, die durch uns Menschen schon verursacht wurden.

Werde für ein Miteinander marschieren, weshalb auch jederzeit jede/r eingeladen ist, ein Stückerl mitzuwandern.
Ich werde Menschlichkeit dokumentieren, als auch selbst anpacken, wenn ich merke, das Not am Mann ist.

Summa summarum ist es mein Bestreben, als Einzelperson das zu tun, was ich für verpflichtend sehe für mich: Ein kleines bisschen die Welt verbessern und freundlicher machen.
Mehr kann man nicht tun.

Das Abenteuer selbst nehme ich demütig mit, denn der daraus geschöpfte Erfahrungsschatz (mit allen Entbehrungen) ist mir nicht mehr wegzunehmen.

Um karitatives zu bewegen, bin ich bereit, 75.000 km gehend um den Planeten zu absolvieren.
Doch will ich nicht unbescheiden sein.
Frei nach dem jüdischen Motto „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ sehe ich den Marsch als „gelungen“ an, wenn ich nur für einen Menschen da draußen eine Hilfe sein kann.

Schaffe ich es (wovon ich ausgehe), sollte ich ein Mensch geworden sein, der alles sah, was möglich war.
Ein ultimatives Ziel.
Mein Ziel.

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Rund um die Welt – die Route (2)


Ab dem Zeitpunkt, wo ich in Kirgisien gelandet bin, sollte ich im Normalfall an die Umstände einer einsamen Reise zu Fuss schon gewöhnt sein.

Ist auch wichtig, denn ab nun wird es (die Weiten Kasachstans sollten eine adäquate „Trainingsstätte“ sein) grimmig.

Erstes Ziel ist es, Richtung Osten auf die Westflanke der Gobi zu gelangen.
Hier, im westlichsten Zipfel Chinas, wo sich nicht einmal Hund und Katz treffen, um sich „Gute Nacht“ zu sagen, gibt es nur eine Handvoll Ortschaften, wo ich die Möglichkeit besitze, zu „tanken“.

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Von Kirgisien nach Indien (die blaue Linie zeichnet grob die Richtung. Exakt wird es kurz davor)

Die Wüste Gobi ist ein Extremgebiet: Heiße Tage wechseln sich mit klirrend kalten Nächten ab, in denen ich sicher das eine oder andere Mal ordentlich am Verzweifeln sein werde.
Die Einsamkeit dieser Ortschaft wird jedoch das größte Hindernis sein, denn an der Westflanke, den Fokus Richtung Süden gewandt, sollten die extremen Temperaturschwankungen moderat gehalten werden.
Bedingt durch die naheliegenden Gebiete am Hindukusch ist das Klima in dieser Gegend rau, aber erträglich.

Über die Passage in die Gobi halte ich mich Richtung Süden, den östlichen Zipfel Indiens, exakt Kalkutta, als Ziel gesetzt.

Der Weg führt durch Nepal.
Einen Abstecher durch Kathmandu, die heilige Stadt, habe ich natürlich vor.

Auf dieser Strecke – Google Earth sei Dank, denn ich konnte mir jetzt schon präventiv etwaige Durchgangs-Pfade durchs Gebirge ansehen – werde ich selbstverständlich hochgelegene Gebiete meiden.
So nicht dicht besiedelt.

Kalkutta ist ein spezielles Ziel für mich.
Einerseits will ich in diesem Moloch die Slums und Umstände der Menschen in solch Städten hautnah miterleben und auch dokumentieren, andererseits eröffnet sich für meine Reise die erste Entscheidung -> wieder zurück Richtung Norden, oder ein einjähriger Abstecher nach Kambodscha, genauer gesagt Ankorwat.

Ankorwat ist eines dieser Ziele, die ich für unbedingt sehenswert erachte.
Dieser monumentale Tempel, gespickt mit interessanten Details aus einer längst gewichenen Zeit, könnte deshalb an diesem Zeitpunkt großen Reiz ausüben, der mir einen „Abstecher“ wert ist.

Mit dieser Etappe, um die 2000km lang, beende ich die „Eingewöhnungsphase“.
Ab dann wird es grimmig, denn dann geht es geradewegs Richtung Norden.

Wohin?
Durch China, die Mongolei und Russland Richtung Bering-Straße, um die Strecke, die die ersten Siedler Amerikas hinter sich legten, nachzuvollziehen.
Für diese ersten Menschen, unwissend ob der drohenden Gefahren und ahnungslos über die Strapazen, hege ich größte Ehrfurcht.

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Schnurstracks Richtung Bering-Straße. Zäh, menschenleer, mental herausfordernd.

Mein Plan führt durch Tibet, China, die Mongolei und weite Waldstücke Sibiriens.
Ab der sibirischen Taiga will ich mich mehr Richtung Küste bewegen, um dem bitterkalten Kontinentalklima ein wenig auszuweichen.

Von Indien zur Beringstraße werden es siebentausend weitgehend leere Kilometer sein.
Womit ich die schwerste Etappe der gesamten Reise in Angriff zu nehmen bereit bin.

Bis dahin wird aber noch einiges an Zeit vergehen…

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Rund um die Welt – die Route (1)


Um den Planeten zu gehen kostet Zeit und Nerven, das ist gewiss.

Die Erde bietet in all ihrer Vielfalt Gebiete, denen man möglichst ausweichen oder zumindest gut präpariert begegnen sollte.

Vorteil meines Unterfangens: Ich starte am schönsten Platz des Globus, in Mitteleuropa!

Zum Vorteil gereicht mir, in der ersten Zeit, der Gewöhnungs-Phase, inmitten einer intakten Zivilisation unterwegs zu sein.
Europa ist dicht besiedelt und infrastrukturell nahezu perfekt.

Die ersten Monate werde ich also in Ruhe die neue Situation kennenlernen, weshalb das Frühjahr durch die angenehme Witterung ein zusätzliches Plus ist.

Alle paar Kilometer erreiche ich eine neue Ortschaft, die im Fall der Fälle Versorgung, Wasser und (für meine Berichte) auch WLAN bietet.
So kann ich mich getrost erstmal den Umständen widmen, die sich in meiner Psyche auftun werden.
Der Verlust der Heimatgefilde wird mir sicher zu schaffen machen, da mache ich mir nichts vor.

Wie wird die Route aber verlaufen?

Die erste Etappe, schon im Detail ausgearbeitet (Änderungen können sich spontan immer ergeben, schon alleine wegen politischen Umständen, die in zehn Jahren ständig wechseln), geht also zur kirgisischen Grenze.
Kirgisistan ist eine ehemalige Sowjetrepublik und die Ostgrenze zur Wüste Gobi und dem riesigen chinesischen Reich.

Bis dahin habe ich schon die zähe Ödnis des gigantischen Kasachstan hinter mir, sollte also schon längst auf Widrigkeiten eingestimmt sein.

Wenn ich (wahrscheinlich Ende) April losmarschiere, ist es zu Beginn recht einfach:

Von Wien marschiere ich Richtung Osten, nach Bratislava.
Diese erste kleine Etappe sollte mich eine Übernachtung im Zelt kosten, um mich einzustimmen.

1Durch die halbe Slowakei geht es bis Lucenec, wo die Richtung einen leichten Südknick Richtung Ungarn macht.
Es wird wieder ein wenig Zeit brauchen, bis ich die Stadt Gyöngyös (32.000 Einwohner) erreiche.
Von Gyöngyös geht es wieder ostwärts, durch Debrecen, bis ich die rumänische Grenze erreiche.
Rumänien wird an der Nordflanke begangen, durch Satu Mare und Radauti.

Das erste Stück befinde ich mich also in sicherem EU-Gebiet, wo kaum mit Gefahren zu rechnen ist.
Weder die Witterung noch die Natur selbst sind auf diesem Weg in irgendeiner Weise gefährlich.
Damit auch kriminelle Menschen eher keine Lust auf meine Person haben, wird die Ausrüstung stets am Minimum gehalten.

Dann jedoch wird es spannender: Moldawien, das Armenhaus Europas, wartet auf mich.
Von Rumänien an will ich verstärkt die Armut der Menschen in den Fokus meiner Dokumentation nehmen, um auf die Zustände aufmerksam zu machen.

In der Republik Moldau wird als erste Hauptstadt Chisinau anvisiert.
Bin gespannt, was mich dort wirklich erwartet. Bin auf erschreckende Bilder gefasst und hoffe, dass es mich nervlich nicht so belastet (immerhin ist dies erst der Beginn der Reise).

Das schwarze Meer ist nächstes Ziel.
Dafür dringe ich in die Ukraine ein.
Odessa, die berühmte Hafenstadt, wird eines der ersten Punkte meiner Reise sein, auf den ich mich freue.

Nördlich des schwarzen Meeres, natürlich mit Umgehung der momentan politisch brisanten Krim, geht es weiter Richtung Osten, bis ich Rostow in Russland erreiche.

Zu Bedenken: Ab Moldawien wird die Zivilisation spärlicher werden, das Land aber weiter.
Wenn ich bis dahin noch nicht routiniert genug bin, habe ich mich zu sputen, denn die Weite der Länder Russlands und Kasachstans könnten eine große Gefahr darstellen.
Es muss nur irgendetwas geschehen, mit dem man nicht rechnet.

Umknöcheln reicht völlig, um mich vor Probleme zu stellen.

Durch Kalmückien und Astrachan geht es bis zum Kaspischen Meer, von wo ich zum ersten Mal im riesigen Land Kasachstan sein werde.

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Die Weiten der kasachischen Steppen…ehrlich gesagt bin ich sehr gespannt, was mich dort erwartet!
Kasachstan mit seiner Landschaft ist eine der Gegenden, die mich am eurasischen Kontinent faszinieren.

Zuerst geht es nordöstlich nach Aktobe, bis es mich wieder nach Osten (leicht Ost-Süd-Ost) verschlägt.
Dabei passiere ich die Aralsee, eines, wenn nicht das größte Mahnmal menschlicher Umweltzerstörung.
Über diesen Ort werde ich mit größtmöglicher Detailverliebtheit berichten.

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Nach Taschkent (Hauptstadt von Usbekistan) – ich werde also an der südöstlichen Grenze Kasachstans das Land verlassen – begebe ich mich schließlich nach Kirgisien, wo das erste (gefährliche) Highlight der Reise auf mich wartet: die Westseite der Wüste Gobi, mit Temperatur-Extremen, die sich gewaschen haben…

Teil 2 folgt…

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