Salzburg-Wahl 2018 – Es wundert nicht mehr


Die nächste Wahl in Österreich ist geschlagen, und wieder triumphierte die Konservative.
Es überrascht nicht mehr, es kann nicht mehr überraschen.

Wieso allerdings wollen immer mehr Menschen weltweit regressive Politik oder widmen sich den antiken Weltbildern der Religionen?

Der Fall ist klar: ein Großteil der Massen, belanglos aus welcher Region des Planeten, ist mit der heutigen Welt der Menschen überfordert.

Schon im Kinderalter wird man, divergent zu den Epochen der Prä-Internet-Ära noch vor zwanzig Jahren, von Massenmedien überschüttet.
Im Gegensatz zu früher, wo Kinder noch selbst die Welt um sich selbst entdecken, werden sie heute einerseits mit Komfort überschüttet (als Symptom daraus gewöhnt sich das junge Leben daran, weil es den hohen Standard von klein auf als „normal“ aufsaugt), auf den sie nicht mehr verzichten wollen.
Nebenbei bekommen sie viel zu früh die Massenmedien vorgekaut.
Fantasie wird durch virtuelle Welten ersetzt.
Bewegung durch Computer- und Konsolenspiele.

Kinder werden vom ersten Stadium ihres Lebens, in dem sie Erinnerungen sammeln, mit all den positiven wie negativen Ereignissen in der gesamten Welt zugeschüttet.

Zeitgleich lernen sie, dass der Druck „da draußen“ überbordet.
Wer nicht ständig bereit ist, Höchstleistungen zu vollbringen, verliert.
So etwas desillusioniert schon in jungen Jahren.

Bei den Erwachsenen sieht es nicht besser aus: Ständig vom Internet begleitet, werden sie – anders als in Zeiten der Tageszeitungen – rund um die Uhr von Gewalt, Mord und Totschlag und globalen Bedrohungen bombardiert.
Der menschliche Geist reagiert darauf mit Angst, vor allem, da negative Berichterstattung stets Auflagen und Reichweiten erhöht.
Positives geht im Schwulst der Schreckensmeldungen unter, die Internet-Abhängigkeit unserer Gesellschaft (zusätzlich kommt die Furcht, nicht am letzten Stand der Dinge zu sein) füttert unseren Geist sukzessive mit Horror-Geschichten.

Bei den älteren Semestern, noch gänzlich ohne Globalisierung und Permanenz des Internets aufgewachsen, stellen sich ähnliche Effekte ein: Überforderung durch Überangebot an Medien, Ängste, kaum noch Aufnahmepotential für neue und positive Eindrücke, Verlustangst gehen einher und ersticken jeglichen Optimismus.

Dass sich die Welt eigentlich auf einem Alltime-High an Wohlstand und Frieden (trotz der Konflikte auf dem Planeten) befindet, die Kriminalität weltweit eher im Rückzug denn im Vormarsch ist, kommt nicht mehr in den Gehirnen der Menschen an.

Schließlich ist die Kapazität der vielleicht genialsten Konstruktion der Evolution, unseres Gehirns, auch begrenzt.

Auf der ganzen Welt werden die Negativa in den Vordergrund gestellt, während die positiven Aspekte weiter an Boden verlieren.

Mit den Mitteln der sozialen Medien lassen sich Emotionen auf einfachste Weise zusätzlich befeuern.
Unabhängig, ob die „News“ der Wahrheit entsprechen oder nicht, der Zweck dieser ist nur die emotionale Fütterung schon vorhandener Vorurteile.
„Irgendwas wird schon wahr sein“ ist ein altbewährtes Mittel unserer Gesellschaft, der Wahrheitsgehalt von Nachrichten ist sekundär.
Eine Taktik, derer sich die Rechte auf der Welt mit vollem Bewusstsein widmet.

Angst essen Seele auf…

Diesem Mechanismus ist auch die Politik unterworfen, immerhin besteht diese aus Menschen.
Auch PolitikerInnen fürchten sich vor allen möglichen Ereignissen und versuchen diese präventiv (und leider immer mehr mit repressiven Mitteln) zu verhindern.

Unsere Gesellschaft hechelt nur noch Zahlen, Ängsten und Prognosen nach, betäubt von Massenmedien und passiver Gehirn-Aktivität taumelt sie offenen Auges in Katastrophen, an deren Vorbereitung sie selbst mit größter Vehemenz arbeitet.
Alles im Namen einer (fiktiven) Sicherheit, die niemals eintreten wird.

Während wir uns vor Arbeitslosigkeit, Krankheit, Verlust, Armut, Krieg und Umweltkatastrophen fürchten, vergessen wir die schönen Dinge des Lebens, die uns trotzdem wie ein treuer Begleiter ständig begegnen.

Die Welt ist zu einem kollektiven „halb-leeres Glas“-Organismus verkommen und reagiert mit Panik.

Deshalb wundert es nicht, dass Menschen- und Umwelt-feindliche Politik im Vormarsch ist.
In den Köpfen der Menschen existiert eine wachsende Sehnsucht nach der „guten alten Zeit“, wo die Welt noch nicht überforderte.
Fremdes und kompliziertes wird als Bedrohung wahrgenommen, anstatt dass wir versuchen, aus den Parametern der neuen Zeit zu lernen, beginnen wir, diese zu verdammen.

In Österreich herrscht eine Uralt-Angst vor fremden Menschen, die quasi Tradition ist.
Deshalb greift hierzulande ein Politik-Potpourri aus Fremdenfeindlichkeit, Traditions-Verklärung und Nationalismus besonders gut.

Die Dynamik einer immer schneller werdenden Gesellschaft wird durch falsch verstandenes Zurück-schielen ignoriert.
Ein Kardinal-Fehler.

Progressives Handeln aus lösungsorientierter Motivation statt dem Einmauern in alten Stereotypen durch Verbote und Einschränkung der Freiheit wären weise und nachhaltig.
So allerdings wird durch Hauruck-Aktionen (jüngst erst das extrem gefährliche Überwachungspaket durch schwarz-blau, logisch durchdacht die Öffnung von Pandoras Büchse oder trivialer einem Alkoholverbot am Praterstern – was nur eine Verlagerung einer Herausforderung statt Lösung von bedauernswerten Umständen bedeutet – zu beobachten) nur eine Verlagerung von Effekten erzeugt, die nichts lösen, sondern nur neue Baustellen erzeugen.
Eine klaffende Schere bei Wohlstand und Bildungsniveau, die immer größer wird, fungiert als Trigger für künftige Konflikte.

Dass die Menschen konservativ und rückwärtsgerichtet wählen, überrascht mich nicht.
Es löst aber nichts. Es schafft nur Probleme. Weitaus größere Probleme, als wir uns jetzt vorstellen können.

Lösungen gäbe es jedoch für all die Herausforderungen.
„Mehr Staat statt Privat“ wird auf Dauer nicht mehr zu verhindern sein, will man der ausufernden Wirtschaft – schon längst der ultimative Machtfaktor auf dieser Welt – gegenwirken und einen allgemeinen Standard erhalten.
Die globale Gesellschaft müsste nicht nur punkto „Arbeit“, sondern auch punkto „Information“ und „Druck“ vom Gas gehen und das allgemeine Tempo empfindlich reduzieren.

Die Linke auf der Welt allerdings befindet sich in einem beispiellosen Rückzugsgefecht.
Anstatt sachliche Lösungen für aktuelle Herausforderungen auszuarbeiten, flüchtet sie sich (wie die SPÖ) selbst in die Emotionalisierung und versucht sich am Populismus.

So entsteht ein gefährlicher Politik-Teufelskreis, den schlussendlich ALLE bereuen werden.

Global dreht die Gesellschaft inzwischen am Rad und läuft Gefahr zur Überhitzung.
Dem sollte besonnen und lösungsorientiert entgegengewirkt werden.
Sachlich, nüchtern, besonnen, human und kompetent.
Nicht durch Emotion und dem Schüren weiterer Probleme.

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