Rund um die Welt – Warum eigentlich?


Ich brauche mir nichts vormachen – für ein Projekt, zu Fuß um die Welt zu hatschen, muss man schon ziemlich irre sein.

Dazu braucht es ein gewisses Quäntchen Wahnsinn, um sich so einen Traum nicht nur im Kopf zu bilden, sondern diesen auch in die Tat umzusetzen.

Alles ist fixiert für den 25. Mai, den Freitag nach Pfingsten, es ist offiziell, damit gibt es auch kein „Zurück“ mehr.
Deshalb ja auch die Vor-Berichterstattung.
Damit ich nicht mehr zurückziehen kann, binde ich mich auf diese Art und Weise.

Aber warum will ich mir diese Tortur (realistisch gesehen wird es mindestens so viele Momente geben, wo ich verzweifle, wie es schöne Momente geben wird) überhaupt antun?

Dazu will ich mich erklären, um das Projekt ein wenig fassbarer für außenstehende zu machen.

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Gesamtansicht unseres wunderschönen Planeten

Schon mehrmals war es mir Bedürfnis, Veranstaltungen auf eigene Faust zu organisieren.
Dazu brauchte es keine Organisationen im Rücken.

Ein kleiner Auszug:

2011 organisierte ich ohne Hilfe innerhalb von zwei Wochen eine Demonstration mit (laut Polizei) tausend Teilnehmern.
2013 war ich mitverantwortlich für die Rettung der Firma „Niemetz“ und erreichte es mit meinen MitstreiterInnen, dass wir noch Schwedenbomben genießen dürfen.

2015 versuchte ich mich an einem Lichtermeer, um dem Rechtsruck und dem schwelenden Rassismus ein Zeichen entgegenzusetzen.
Dieses musste leider eine Woche vor dem Event abgesagt werden, weil das Technik-Team ohne Warnung aus dem Projekt absprang und die Zeit für Ersatz einfach nicht gegeben war.
Das Interesse dafür war riesengroß, aber leider wurde ich vom Vereins-Vorstand des Vereines, den ich dafür gründete, überstimmt, das Lichtermeer trotzdem durchzuziehen.
Daran scheiterte ich also.

2017 schaffte ich es, im Zeitraum von vier Tagen eine Kundgebung mit prominenten SprecherInnen vor dem Innenministerium zu organisieren.
Trotz bitterer Kälte kamen um 300-400 Menschen, um der Kundgebung beizuwohnen.

Unzählige kleinere Projekte stellte ich zuvor schon auf die Beine.
Die eigene Person stellte ich dafür in den Hintergrund, weil für mich die Sache zählt.

Die Lehre, die ich daraus zog, war allgemein: JEDER Mensch kann etwas bewegen.
Unabhängig seiner Bildung oder sonstiger Eigenschaften ist es vor allem der Idealismus, der dazu treibt, etwas auf die Beine zu stellen.

Ich lernte aber auch, dass es nicht möglich ist, es allen Menschen recht zu machen.
Diese Naivität legte ich ab, die Motivation an Projekten, die dem Idealismus, nicht meiner Person dienen, schwand aber niemals, sondern wurde stets stärker.

Als Privatperson schlitterte ich durch eigene Schuld (und falschem Stolz) immer wieder in Troubles, konnte aber andererseits Dinge erreichen, die meiner Umwelt verschlossen waren.
Mein Leben war von Kindheit an eine extrem schnelle Achterbahn.
Viele schöne, aber auch (wie es im Leben eben so ist) viele schlimme Dinge begleiteten mich durch mein bisheriges Dasein.

Ich lernte außergewöhnlich viele Menschen intensiv kennen, lebe nach wie vor sehr viele Freundschaften, versuche mich stets mit allen Menschen nach Möglichkeit zu verstehen.

Zwei erwachsene Kinder und (leider) viele verflossene Liebschaften später ging ich vor über einem Jahr in mich.

Zusammengefasst habe ich hier in Österreich schon sehr viel (unerheblich ob beruflich oder privat, ob negativ oder positiv) erlebt, sodass ich „expandieren“ will.

In mir blitzte ein Gedanke: „Warum nicht die ganze Welt ansehen? Warum nicht zu Fuß? Schließlich macht es nur Sinn, wenn ich auch die kleinsten Details beobachten kann!“

Kurzerhand warf ich Google an und entdeckte Jean Beliveau.
Der Kanadier entschloss sich 2000, um die Welt zu gehen, mit dem selben Alter, das ich jetzt habe.

Hier seine fantastische Homepage:

Jean Beliveaus Weltreise

Beliveau ging ziemlich spontan los und erlebte eine Reise, die mich inspirierte.
Sein Motto war „Children and peace“, ein äußerst lobenswerter Ansatz, der auch in bewundernswerter Manier gelebt wurde.

Als ich seine Mission kennenlernte, ging es Schlag auf Schlag: Die Zeitspanne eines Augenblicks reichte, um mich zu entschließen, dies auch zu tun.
Schließlich bewies mir Beliveau, dass es geht.

In der Sekunde, als ich mich entschloss, um die Welt zu gehen, wusste ich alles.

Die Route war mir sofort klar (es hatte schon seinen Nutzen, sich von Anbeginn meines Lebens für den Planeten zu interessieren. So wusste ich, was mich wo erwarten würde), auch die Modalitäten waren auf der Stelle in meinem Kopf präsent.
Das Konzept war schlagartig beinahe komplett geistig durchdacht.
Als wollte ich dies immer schon.

Aber warum?

Es gibt mehrere Aspekte, die mich fast zwanghaft zu dieser Idee verleiteten:

Mit 45 bin ich nach wie vor topfit und geistig auf vollster Höhe.
In diesem Alter hat man auch (vor allem ich habe schon sehr viel erlebt) schon die Lebenserfahrung, die in manchen Situationen hilfreich sein kann.

Ich bin Atheist.
Aus diesem Grund weiß ich für mich, dass ich genau nur dieses Leben zur Verfügung habe.
Da unser aller Lebenszeit begrenzt ist, will ich ALLES sehen.
Die Erde wandernd zu überqueren ist für mich daher die ultimative Lebenserfahrung.
Mehr kann in meinen Augen kein Mensch erreichen, weshalb meine Gier nach Wissen und Erfahrung dieses Projekt fast erzwang.

Ein großer Faktor ist auch, dass es für mich persönlich maximale Freiheit bedeutet, den Weg als Ziel, mit eigenem Tempo, eigener Route, eigener Ambition zu leben.

Nach ein paar „Feldforschungs“-Versuchen im Internet, auf deutsch- wie auch englischsprachigen Seiten, stellte ich sehr schnell fest, dass das Interesse an so einem Monster-Projekt schier endlos ist.
Unzählige Menschen träumen scheinbar davon, „auszusteigen“, trauen sich aber nicht selbst.
Weshalb sie großes Interesse hegen, einen, der es wirklich anpackt, über das Internet oder andere Medien zu begleiten.

Damit war mir klar, dass ich es tue.
Warum? Weil dieses Interesse dazu genutzt werden kann, um karitative Projekte an den verschiedensten Orten der Welt auf die Beine zu stellen.
Reichweite (die scheinbar gewiss ist, denn es werden von mir zur Dokumentation nicht nur dieser Blog als Tagebuch, sondern auch ein Youtube-, ein Instagram-Kanal, eine FB-Page als auch eine Homepage benutzt) lukriert die Gelder für solche Vorhaben.
Das Management dafür sollen fähige Leute zu Hause erledigen.
Auch hier begegnete ich sofort großem Interesse.

Es ist also kein Egotrip, im Gegenteil!

Ziel des Ganzen ist es, die Welt, wie sie wirklich ist, penibel zu dokumentieren.
Die Errungenschaften der Technik, inkl. dem globalen Datennetz, kommen dem entgegen.

Ich werde Armut wie Reichtum zeigen.
Die Natur in all ihrer Pracht, wie auch die Schäden, die durch uns Menschen schon verursacht wurden.

Werde für ein Miteinander marschieren, weshalb auch jederzeit jede/r eingeladen ist, ein Stückerl mitzuwandern.
Ich werde Menschlichkeit dokumentieren, als auch selbst anpacken, wenn ich merke, das Not am Mann ist.

Summa summarum ist es mein Bestreben, als Einzelperson das zu tun, was ich für verpflichtend sehe für mich: Ein kleines bisschen die Welt verbessern und freundlicher machen.
Mehr kann man nicht tun.

Das Abenteuer selbst nehme ich demütig mit, denn der daraus geschöpfte Erfahrungsschatz (mit allen Entbehrungen) ist mir nicht mehr wegzunehmen.

Um karitatives zu bewegen, bin ich bereit, 75.000 km gehend um den Planeten zu absolvieren.
Doch will ich nicht unbescheiden sein.
Frei nach dem jüdischen Motto „Wer ein Leben rettet, rettet die ganze Welt“ sehe ich den Marsch als „gelungen“ an, wenn ich nur für einen Menschen da draußen eine Hilfe sein kann.

Schaffe ich es (wovon ich ausgehe), sollte ich ein Mensch geworden sein, der alles sah, was möglich war.
Ein ultimatives Ziel.
Mein Ziel.

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