Rund um die Welt – die Route (2)


Ab dem Zeitpunkt, wo ich in Kirgisien gelandet bin, sollte ich im Normalfall an die Umstände einer einsamen Reise zu Fuss schon gewöhnt sein.

Ist auch wichtig, denn ab nun wird es (die Weiten Kasachstans sollten eine adäquate „Trainingsstätte“ sein) grimmig.

Erstes Ziel ist es, Richtung Osten auf die Westflanke der Gobi zu gelangen.
Hier, im westlichsten Zipfel Chinas, wo sich nicht einmal Hund und Katz treffen, um sich „Gute Nacht“ zu sagen, gibt es nur eine Handvoll Ortschaften, wo ich die Möglichkeit besitze, zu „tanken“.

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Von Kirgisien nach Indien (die blaue Linie zeichnet grob die Richtung. Exakt wird es kurz davor)

Die Wüste Gobi ist ein Extremgebiet: Heiße Tage wechseln sich mit klirrend kalten Nächten ab, in denen ich sicher das eine oder andere Mal ordentlich am Verzweifeln sein werde.
Die Einsamkeit dieser Ortschaft wird jedoch das größte Hindernis sein, denn an der Westflanke, den Fokus Richtung Süden gewandt, sollten die extremen Temperaturschwankungen moderat gehalten werden.
Bedingt durch die naheliegenden Gebiete am Hindukusch ist das Klima in dieser Gegend rau, aber erträglich.

Über die Passage in die Gobi halte ich mich Richtung Süden, den östlichen Zipfel Indiens, exakt Kalkutta, als Ziel gesetzt.

Der Weg führt durch Nepal.
Einen Abstecher durch Kathmandu, die heilige Stadt, habe ich natürlich vor.

Auf dieser Strecke – Google Earth sei Dank, denn ich konnte mir jetzt schon präventiv etwaige Durchgangs-Pfade durchs Gebirge ansehen – werde ich selbstverständlich hochgelegene Gebiete meiden.
So nicht dicht besiedelt.

Kalkutta ist ein spezielles Ziel für mich.
Einerseits will ich in diesem Moloch die Slums und Umstände der Menschen in solch Städten hautnah miterleben und auch dokumentieren, andererseits eröffnet sich für meine Reise die erste Entscheidung -> wieder zurück Richtung Norden, oder ein einjähriger Abstecher nach Kambodscha, genauer gesagt Ankorwat.

Ankorwat ist eines dieser Ziele, die ich für unbedingt sehenswert erachte.
Dieser monumentale Tempel, gespickt mit interessanten Details aus einer längst gewichenen Zeit, könnte deshalb an diesem Zeitpunkt großen Reiz ausüben, der mir einen „Abstecher“ wert ist.

Mit dieser Etappe, um die 2000km lang, beende ich die „Eingewöhnungsphase“.
Ab dann wird es grimmig, denn dann geht es geradewegs Richtung Norden.

Wohin?
Durch China, die Mongolei und Russland Richtung Bering-Straße, um die Strecke, die die ersten Siedler Amerikas hinter sich legten, nachzuvollziehen.
Für diese ersten Menschen, unwissend ob der drohenden Gefahren und ahnungslos über die Strapazen, hege ich größte Ehrfurcht.

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Schnurstracks Richtung Bering-Straße. Zäh, menschenleer, mental herausfordernd.

Mein Plan führt durch Tibet, China, die Mongolei und weite Waldstücke Sibiriens.
Ab der sibirischen Taiga will ich mich mehr Richtung Küste bewegen, um dem bitterkalten Kontinentalklima ein wenig auszuweichen.

Von Indien zur Beringstraße werden es siebentausend weitgehend leere Kilometer sein.
Womit ich die schwerste Etappe der gesamten Reise in Angriff zu nehmen bereit bin.

Bis dahin wird aber noch einiges an Zeit vergehen…

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