Rund um die Welt


Seit einem Jahr bin ich fixiert von einem Traum.
Einen Traum, der alles abverlangt, aber auch alles gibt.

Im Februar 2017 stellte ich für mich fest, dass mein Leben – ich bin glasklarer Atheist – zu kurz ist, um seine ureigensten Wünsche nicht zu erfüllen.

Bei mir ist es, die Welt zu entdecken.
Nicht auf den Touristenpfaden oder bequem mit dem Flieger, Automobil oder dem Fahrrad.
Selbst auf dem Bike zieht mir die Umwelt zu schnell vorbei und nimmt mir Eindrücke, die ich übersehen könnte.

Also ist es mein Herzenswunsch, um die Welt zu gehen.
Per pedes.

Nur zu Fuss erlebt man ungeschminkt die Schönheiten der Natur und unsere Verbrechen an ihr.
Nur zu Fuss lernt man Menschen kennen. Die „Guten“ wie die „Schlechten“.

Deshalb plante ich.
Ich verbiss mich in die Route, die im Kopf zeitgleich mit dem Entschluss aufpoppte und nie in Zweifel stand.
Auf der Stelle wusste ich genau, wie ich gehen mag und welche Regionen des Erdenrunds ist auskundschafte.
Genauso wusste ich spontan, welche Plätze ich auslasse – Australien ist so ein Ort, da der Kontinent viel zu lebensfeindlich für eine Reise zu Fuss wäre.
Australien wäre Selbstmord, deshalb lasse ich diesen schönen Erdteil gänzlich aus.

Der Zeitpunkt der Reise war bisher die große Unbekannte.
Einerseits trieb es mich sofort raus, andererseits bin ich kein Selbstmörder.
Schließlich ist ein Fußmarsch von knapp über 70.000 Kilometern nichts, was man en passant erledigen kann.

Unmengen an Gefahren werden mir entgegenblicken.
Ich werde Hunger und Durst leiden, vor unmenschlicher Hitze fast eingehen oder klirrender Kälte trotzen müssen.

Oft genug werde ich zutiefst verzweifelt sein, weil die Einsamkeit der Weiten mich erdrücken wird.
Wenn dann vielleicht noch der Umstand des Hungers dazukommt, wird es sicher öfter grenzwertig sein.

Warum also will ich mir das antun?
Dafür gibt es eine Vielzahl an Gründen, wobei der auslösende erst jetzt dazustieß.

.) Ein Leben: Ich habe nur ein Leben, wie wir alle.
Deshalb möchte ich dieses Leben mit ALLEM füllen, und welche Eindrücke kann man erleben, wenn nicht die ganze Welt?
Da ich nun im optimalen Alter bin – ich bin 45 – und damit noch topfit, aber auch gleichzeitig erfahren genug bin, um nicht überstürzte Fehler (vielleicht lethale Fehler!) zu begehen, sind die Voraussetzungen diesbezüglich genau jetzt optimal.

.) Die Welt selbst: Vorbild des ganzen Projekts ist Jean Beliveau.
Der Kanadier marschierte, nachdem er seinen Job verlor, in elf Jahren zu Fuss um die Welt.
Zwischen seiner Entscheidung und dem Start lagen sechs Wochen.

Im Laufe seiner Reise zog er die Aufmerksamkeit der Medien auf sich, womit er auch karikative Projekte an den Orten, wo er sich befand, hochziehen konnte.

Sein Marsch inspirierte meine Idee, da es mir nicht an einem Egotrip liegt.
Dieser passiert so oder so, dazu muss ich nur gehen.

Nein, ich bin der Überzeugung als Philanthrop, in der Pflicht zu stehen, diese Mission für die Ärmsten zu benutzen.

Die Erde selbst lohnt jedoch noch mehr:

Durch meine von Anfang an geführte Dokumentation (vom ersten Tag an befülle ich bei jeder Gelegenheit einen Youtube-Kanal, in dem meine Handy- oder sonstigen Videos hochgeladen werden, damit die ganze Welt zusehen kann. Nebenbei wird es einen Instagram-Channes als auch ein Tagebuch auf diesem Blog geben) will ich viele Dinge aufzeigen.

Einerseits freue ich mich auf die Schönheit der Natur auf der Welt, auf der anderen Seite will ich die Verbrechen unserer Spezies an ihr zeigen.
Als Beispiel dient der Aralsee, den ich auf meiner Route fest markiert habe.

Ich will die Menschen abseits von Glanz und Glamour zeigen – Bauern, arme Menschen, Rednecks – mit denen ich freundschaftlich verkehren will und damit ein kleines bisschen völkerverbindend.
Wo ich (mit Hilfe der Community vielleicht) helfen kann, werde ich helfen.

.) Buße:

Im Laufe der Jahre tat ich sicher viele tolle Sachen, aber ich schoss auch viele Böcke.
Jetzt, wo in kürzester Zeit alles kollabierte (an meine Gegner: Freut euch nur, wenn ihr nichts Besseres zu tun habt), meine Kinder erwachsen sind, ich nur noch Verantwortung über mein eigenes Wohl habe, ist die Gelegenheit, einer dem Mammon verschriebenen, immer hektischer und aggressiver werdenden Luxusgesellschaft einstweilen den Rücken zu kehren.

Ich betrachte das Projekt daher auch ein wenig wie einen Pilgergang, den vor allem Mönche im Mittelalter (meist den Jakobsweg nach Santiago de Compostela) absolvierten.

In dieser Gesellschaft sehe ich durch mein besonderes(?) Verhalten keinen Platz mehr.
Klingt nicht nur spinnert, ist es wahrscheinlich auch.
Aber dazu wurde ich in den letzten 15 Jahren einfach zuviel von Niederschlägen geprägt.
Als jemand, der niemals streiten will und eigentlich immer zurückzieht, wenn es ungut wird, blieb ich oft auf der Strecke.
Es fehlte mit am Biss, mich gegen andere durchzusetzen.
Deshalb ließ ich immer jedem in meinem Umkreis den Vortritt.

Hier ergibt sich noch ein Vorteil: In diesem Marsch bin und bleibe ich nur mir selbst verantwortlich!

Die Reisezeit ist mit zehn Jahren geplant.
Sieben Jahre dauert es ca., wenn ich 30km/Tag hinter mich bringe.
Das ist keine absonderlich große Strecke, gerade ein wenig mehr als die Donauinsel lang ist.

Drei Jahre sind damit als „Puffer“ geplant.
Für den Fall, krank oder verletzt zu sein.
Oder wenn es mir an einem Fleckerl einfach nur außergewöhnlich gut gefällt.

Die ersten Monate geht es nach Osten, wobei ich den arabischen Raum prinzipiell meide.
Dort ist es mir politisch einfach zu unruhig, dem weiche ich aus.

Im Detail ist die erste Etappe geplant, die bis zur kirgisischen Grenze geht.
Dieser Teil der Route ist rot markiert.
Danach ist die Grundrichtung festgelegt, in blau.

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In der Reise selbst sind Extreme vorgeplant: Die Wanderung über die gefrorene Beringstraße, als auch Alaska im Winter als logische Folge ist nur ein Beispiel.

Sponsoren werden ab nun gesucht.
Diese werden mit genügend Werbeplatz in meinen Videos oder Blogartikeln erwähnt, sollten also auch mit ausreichender Reichweite belohnt sein.

Potentielle Sponsoren (Material, Geld etc.) dürfen sich daher jederzeit via Mail bei mir melden: gerald.kitzmueller@gmail.com

Auch suche ich Supporter, die das Projekt quasi als „Homebase“ koordinieren.
Sollte die Mission nur halbwegs die Aufmerksamkeit generieren, die sich schon zuvor abzeichnet, werden diese freilich auch dementsprechend entschädigt werden können.

Wenn jemand in seinem Urlaub oder auch länger mitgehen mag, ist er oder sie, unabhängig der Nationalität oder Motivation, jederzeit willkommen, mich ein Stück des Weges zu begleiten.
Gesellschaft wird mir hie und da sicher nicht schaden.

Weitere Details folgen im Blog, sowie es während des nächsten Monats konkret wird.

Wird Zeit, etwas wirklich Aufregendes und Menschliches zu machen!
Schöne Ostern!

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2 Antworten zu Rund um die Welt

  1. peter polz schreibt:

    Hi,
    wir kennen uns zwar nicht, ich folge dir aber seit einiger zeit auf twitter.
    Nun lese ich (aktuell auf „gemütlicher“ reise) von deinem vorhaben und bin von deinen plänen, deinen gedanken sowie deiner motivation sehr angetan!
    Und natürlich schon mehr als gespannt auf deine berichte!
    Werde in 3 jahren auch wieder gelegenheit haben, für 1 jahr „auszubrechen“… mal sehen, wo du dann grad bist… vielleicht… jedenfalls sind meine neugier und wanderlust wieder geweckt (bin selbst öfter mal auf weitwanderung…)
    Ich wünsch dir jedenfalls alles erdenklich gute, freude an der vorbereitung und letztlich einen gelungenen ersten schritt in dein abenteuer!
    ganz lieben gruß,
    Peter

    • Gerald Kitzmüller schreibt:

      Hallo,

      danke für die guten Wünsche!

      Ich werde aber auch in Zukunft nie müde zu betonen sein, dass mich jeder, egal auf welchem Teil der Strecke, begleiten kann.

      Vielleicht werden ja ein paar Menschen animiert, mir es zumindest für ein kurzes Stück des Weges gleichzutun.

      Liebe Grüße

      Gerald

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