SPÖ? Ja! Aber… (Teil 2)


Hier geht’s zu Teil 1: https://geraldkitzmueller.wordpress.com/2017/03/01/spoe-ja-aber-teil-1/

SPÖ OÖ Landesparteitag 2016

Vergangenheitsbewältigung…ein massives Problem alter Parteien wie der Sozialdemokratie.

Auf längst vergilbten Lorbeeren ausruhend vergaß man viel zu lange, sich den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts anzupassen.

Diese gehen weit über kurzfristige Ereignisse wie die sogenannte „Flüchtlingskrise“, entstanden nur durch ein globales soziales Gefälle, in dessen Honigpott sich Europa sonnt, während in Regionen wie dem nahen Osten die Zeche gezahlt wird, sondern über gänzlich andere, weitaus grimmigere Probleme, die ante portas stehen, hinaus.

Während sich viele Sozialdemokraten noch immer als Vertreter einer „Arbeiterklasse“ – schon längst ein virtueller Begriff – sehen, bröckelt die soziale Schere immer mehr auseinander und hinterlässt immer mehr eine Spur der Armut.

Eine Mittelschicht schrumpft zusehends, die Menge der „Working poor“ wächst unaufhörlich, während die großen Vermögen immer rapider in den Börsen von immer weniger Menschen exponentiell wachsen.

Das Modell „Sozialdemokratie“ hätte in Zukunft eine kolossale Aufgabe: Die wirtschaftliche und soziale Balance in der Gesellschaft aufrechterhalten.

Dazu braucht es aber den Fokus auf zukünftiges, nicht auf vergangenes, denn Geschichte wiederholt sich zwar meist, aber niemals mit denselben Voraussetzungen.

Die kommenden Hürden der Zukunft sind fataler Natur: eine globale Wirtschaftskrise bahnt sich an.
Mit einer Dimension, die 2008 und wahrscheinlich sogar 1929 weit in den Schatten stellt.

Als Trigger könnte nun Trumps Revidierung des Obama-Gesetzes der Bankenregulierung nach dem Immobiliencrash 2008 dienen.

Inzwischen steigt der Dow Jones wieder in lichte Rekordhöhen, eine brandgefährliche Blase scheint sich zu bilden.
Diese beschränkt sich jedoch nicht mehr auf Immobilien alleine, sondern auf viele Wirtschaftszweige.

Der europäische Leitzins ist so gut wie auf „0“, der Plafond scheint erreicht.

Aber auch, wenn der Crash noch lange nicht passiert, wird sich die soziale Schere weiter verschärfen.
All die möglichen Folgen in unseren Breiten sind nicht absehbar.
Weit klügere Menschen haben schon längst den Überblick verloren, die Prognosen der sogenannten „Experten“ erweisen sich immer mehr als Kaffeesudleserei.

Weitab der Wirtschaft poppen immer mehr Nationen auf, die ständig zerrissener durch eine gesellschaftliche Spaltung und Feindseligkeit der Menschen untereinander werden.

Prekär erscheinen inzwischen die Pulverfässer zwischen mehreren radikalisierenden Fronten: „links“, „rechts“, fundamentale Religion, Armut…es köchelt vermehrt in bisher stabil geglaubten Ländern.

So auch in Österreich.

Es heißt daher „Ärmel hochkrempeln“.
Wer jedoch glaubt, dies beschränke sich auf politische Maßnahmen, würde in Kürze eines Besseren belehrt, denn schon längst sollte JEDE/R SozialdemokratIn Selbstreflexion betreiben und endlich beginnen, mittels den Methoden der sachlichen Aufklärung mit AnhängerInnen der politischen Mitbewerber wieder den friedlichen und einigenden Dialog zu suchen.

Ansonsten wird sich die Kluft zwischen den Parteien verstärken.
Keine gute Perspektive…

Im worst case gewinnt Le Pen in Frankreich, die EU zerbröselt, allerorts bekommen die Rechten Oberhand, so auch hier, und SozialdemokratInnen werden wieder zu Verfolgten.

Sieht man zum Bosporus, ist dieses längst vergangen geglaubte Szenario realer als man zu befürchten glaubte.

Teil 3 befasst sich mit dem eigentlichen Problem.

Ein Dilemma, von dem alle Parteien und großen Betriebe auf der Welt betroffen sind, die der SPÖ aber mittlerweile ernsthafte Probleme bereitet und deswegen ich einstweilen den Hut drauf haute.

Ich würde mir wünschen, dass die Menschen in der Sozialdemokratie, oft von positiver Natur und Gutes wollend, endlich beginnen, die Realität des 21. Jahrhunderts als gegeben zu nehmen und vergangenes zu den Akten zu legen.

Von der Vergangenheit kann sich niemand etwas kaufen.
Schon gar nicht die SPÖ…

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