Bei allem Respekt, ihr Rechtswähler!


Die Wahl ist geschlagen, Alexander Van der Bellen wurde zum Glück für Österreich als Bundespräsident von Österreich prolongiert.

Zum Glück? Natürlich.

Deshalb bitte ich jeden FPÖ- und speziell Hofer-Fan um ein paar Minuten, damit er oder sie diese Zeilen geistig inhaliert.

grune

Warum ist ein Rechtsdemagoge (außer dem mehr als fragwürdigen ideologischen Hintergrund der Protagonisten) schlecht für die Zukunft?

.) Wirtschaftspolitik

Beim Beispiel „FPÖ“ kann man sich festlegen.
In den letzten Jahren, und auch 2000-2006 bewiesen, stellt man ausnahmslos ein Stimmverhalten fest, dass den Reichen half.

Ob im EU-Parlament, im Nationalrat und auch in den Landtagen, wie vor zwei Wochen in Niederösterreich wieder: Als deklariert Wirtschafts-liberale Partei stimmte die FPÖ ausnahmslos gegen Anträge für Reichensteuern, transparentere Steuergerechtigkeit und Verteilung von oben nach unten.
Auch war sie sehr flott, mit der ÖVP zusammen (gut, diese IST ja als Unternehmerfraktion bekannt) die Mindestsicherung für alle in Niederösterreich auf ein unzumutbares Maß zu kürzen.

Ausreden, man „hätte ein anderes, besseres Modell im Visier“, sind mehr als zynisch.

Schließlich haben MindestsicherungsbezieherInnen bis zu den ominösen „Verbesserungen“ nichts davon, müssen noch mehr von der Hand im Mund leben.

Und konkrete Vorschläge zur Verbesserung waren noch keine zu hören.

Die FPÖ (als auch die Republikaner, Front National etc.) denkt, nimmt man die psychologischen Parameter zur Hand, egoistisch.

Wie in anderen Parteien zwar auch, sitzen gerade bei den Rechten in den Parlamenten, ausgeprägte Egomanen (-Innen sucht man mit Mühe), denen es um Profit geht.
Optimalerweise persönlicher Profit.

Wundert es eigentlich keinen FPÖ-Fan, dass die Blauen den höchsten Anteil an Unternehmern in den eigenen Reihen der Abgeordneten stellt?
Na sicher werden diese für „den kleinen Mann“ arbeiten, ganz bestimmt…

.) Umwelt

Die ganze Welt hat ein dickes Problem, den Klimawandel und den damit einhergehenden galoppierenden Treibhauseffekt.

Nicht nur, dass Stoffe wie CO2, Ammoniak, Methan und viele andere Treibhausgase sukzessive stärker in die Atmosphäre geblasen werden und die Heizung in einem kaum mehr rückgängig machbaren Prozess für den Planeten weiter aufdrehen, ist die Mär vom ewigen Wirtschaftswachstum und dem schnellen Geld das Letzte, was wir alle brauchen.

Natürlich sprechen sich Rechte am Globus gegen einen Klimawandel aus (der in unzähligen Studien schon bestätigt ist und sich, nimmt man Prognosen aus der Jahrtausendwende her, schlimmer als befürchtet darstellt), denn es gibt natürlich mit Reduzierung von Brennstoffen, Umsätzen, Gewinnen und Verarbeitung von Ressourcen weniger Geld zu verdienen.

Nur hilft es nichts, wenn der oben beschriebene Egoismus nationaler Natur eine Abschottung will: Das Klima kennt keine Grenzen, die fürchterlichen Auswirkungen der Zukunft werden vor keiner Region der Welt Halt machen.

Zukunft kann nur globales Miteinander heißen und kein „Sollen doch die Anderen damit beginnen“.

Ansonsten gibt es als Konsequenz schon in nächster Zukunft eine Flüchtlingswelle, deren Ausmaß alles bisherige zusammengezählt in den Schatten stellt.

Wenn die Menschen keine Heimat mehr haben, weil diese überschwemmt ist, werden sie das Wirtschaftswachstum nicht essen können.

.) Nationalismus

Wir alle, ausnahmslos, sind Globalisierung!

Während wir vielleicht zetern, dass wir höhere GIS-Gebühren oder Steuern zu berappen haben, quetschen wir für niedrige Preise die dritte Welt aus.

Während sich viele neidisch ärgern, warum denn der Nachbar Geld für einen Urlaub hat, man selbst aber nicht, verdursten wiederum viele Menschen auf der Welt oder sterben an Cholera, weil sie keinen Zugang zum Trinkwasser haben.

In unserem kleinbürgerlichen Etwas glauben wir, doch vorbildhaft zu handeln, während wir beim H&M, Kik, C&A etc. billige Fetzen kaufen, von Kinderhänden in Sklavenarbeit gefertigt.

Wir spielen auf Konsolen, deren Innenteile Ressourcen aus armen Ländern sind.

Fahren in ärmere Länder auf Badeurlaub und spielen die Götter der Welt.

Mittlerweile wird die Situation in riesigen Bereichen der Erde immer prekärer.

Dass dort Menschen leben, die nichts Anderes als ein menschenwürdiges Leben, vielleicht auf unserem Niveau, führen wollen, ist uns egal.

Mia san mia!

Nur funktioniert das nicht auf Dauer.

Heute ist man in 24 Stunden auf beinahe jedem Fleck des Planeten, konsumiert Waren, die um die Welt gereist sind, sieht Nachrichten auf Mausklick, die Sekunden vorher auf der anderen Seite der Erde geschrieben wurden, erzielt Dividenden auf Grund von Firmenpleiten in Übersee etc.

Wir alle sind längst schon Globalisierung!

Sich also „wir brauchen keine Ausländer“ oder „Grenzen dicht, wir bleiben unter uns“ denken…Leute, das ist so kurzsichtig, dass einem die Worte fehlen.

Die Menschheit vermischt sich, in jedem Land der Erde!

Sich davon ausschließen würde Isolation auf allen Ebenen bedeuten!

Triviales Beispiel: Wenn ihr Rechtswähler doch so bewusst national denkt, verzichtet bitte in Zukunft auf Bananen, Zitrusfrüchte, Kokosdrinks, Vodka, Whisky, viele Biersorten, Fleisch in Übermengen, Fernseher, Kleidung, Wohnung (wurden meistens von Migranten erbaut), kurz das Leben.

Ob ihr wollt oder nicht: Eure naiven Träumereien von wegen „Jeder bleibt unter sich“ sind Vergangenheit und nicht mehr wiederkehrend!

.) Das Hauptproblem – eure Unzufriedenheit

„Rot/Grün ruiniert uns“
„Asylinvasoren“
„Warum haben Flüchtlinge Handies?“
„Linke Meinungsdiktatur“
„Das Establishment“

Es gibt derartig viele widersinnige Schlagworte und -sätze im rechten politischen Spektrum, dass es alle Rahmen eines Artikels sprengen würde, auf alles einzugehen.

Nur: JEDE Regierung auf der Welt lebt vom Kompromiss, außer es ist eine Alleinregierung.
Eine Koalition bedeutet auch, faule Kompromisse eingehen zu MÜSSEN!

Dazu kommt, dass es bei jeder politischen Entscheidung, ob im kleinen Rahmen der Familie, als auch im großen, bei Entscheidungen des Bundes, Profiteure und Leidtragende gibt.

Wenn ihr nicht zufrieden seid, reflektiert euch doch mal selbst: Seid ihr sozial genug, dass ihr zumindest in eurem Umfeld helfend tätig seid?

Natürlich wird jetzt jeder „ich schon, denn ich mach …“ darauf antworten, wo wir zum nächsten kontraproduktiven Phänomen kommen: Neben dem ausgeprägten Egoismus (der nicht funktionieren kann), der Unzufriedenheit inklusive des korrelierenden Neides („warum hat der ***, während ich mir das nicht leisten kann?“) kommt zwingend die mangelnde Selbstreflexion.

Fiel euch noch nie auf, dass bei der FPÖ stets und ohne Ausnahme „die Anderen“ schuld sind an der eigenen Unzufriedenheit?

Wenn euch euer Job nicht gefällt, und ihr ihn nur macht, damit ihr Geld verdient: Bildet euch weiter!
Wenn euch euer Besitz zuwenig ist, weil andere etwas haben, was man selbst gerne kaufen würde? Dann überlegt, was ihr von eurem Besitz wirklich braucht.
Wenn ihr verlassen oder geschieden wurdet: Denkt nach, was ihr selbst falsch gemacht habt.
Wenn ihr Flüchtlingen mißgünstig entgegensteht: Wollt ihr wirklich tauschen mit einem Flüchtling? Eure Familien und die Heimat für eine ungewisse Zukunft mit kaum Perspektiven verlassen?

Hört endlich auf, immer die Schuld bei anderen zu suchen.
Beendet eure Unzufriedenheit und seid doch mal einfach dankbar.
Stoppt die Empörung über andere, und konzentriert euch mal auf euch selbst.

Und werdet vernünftig.

Denn wenn alle auf der Welt „Mia san mia“ denken würden, hätte niemand etwas davon.
Es wäre nämlich wieder Kriegszeit, und zwar wesentlich grausamer und brutaler, als wir uns Kriege (trotz des Holocaust!) vorstellen können.

Liebe Menschheit, und zwar „links“ wie „rechts“: Wenn du dich nicht endlich zusammenreißt und lernst, was „Solidarität“ bedeutet, wird dir der Planet um die Ohren fliegen!
Garantiert!

Und deshalb gehören einer neonazistischen FPÖ alle Grundlagen entzogen, weil ihr Tun nicht förderlich für eine Gesellschaft der Zukunft ist, sondern schädlich.

Wir alle leben in einem Boot, wollen nur in Frieden leben.
Ich denke, da sind wir uns einig.

Also steuern wir dieses Boot doch mal gemeinsam, sodass es endlich mal in ruhige, friedliche Fahrwasser gerät!

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Eine Antwort zu Bei allem Respekt, ihr Rechtswähler!

  1. Roswitha Stetschnig schreibt:

    Danke, eine sehr gute Zusammenfassung – viele meiner eigenen Gedanken sind hier „versammelt“.

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