Unzensuriert.at – Julius Streicher wäre stolz


Der Kampf um die Vorherrschaft in den sozialen Medien ist ein bekannter.

Während jedoch auf der ganzen Welt von moderaten und liberalen Fraktionen mehr auf sachliche Information gesetzt wird, haben die Rechten schon längst das Battlefield „Facebook“ besetzt.

Wie inzwischen heiß diskutiert, existieren bekanntlich sogenannte „Blasen“.
In diesen Blasen wird, jede/r User/in von Social Medias inbegriffen, persönlich relevantes angezeigt.

Im politischen Fall ist dies brisant, denn so wird nur genehmes gezeigt.
Nicht sympathisches wird durch Algorithmen ausgeblendet.

So entsteht bekanntlich ein persönlicher Mikrokosmos, der jedem von uns ein einheitliches Meinungsbild suggeriert.

Die FPÖ hat in Österreich dafür gesorgt, dass ihre AnhängerInnen ständig von News beballert werden, um den Eindruck einer „Fünf vor zwölf“-Stimmung zu erzeugen.
Das Spiel mit der Angst funktioniert hervorragend.

Eine dieser Seiten ist hinlänglich bekannt, sie nennt sich „unzensuriert.at“.
Dem „Stürmer“ von Julius Streicher nicht unähnlich, befeuert sie einem Stakkato ähnlich die Fans von blau, hinterlässt permanent „böse Ausländer“-Nachrichten, um die Stimmung gezielt weiter aufzuheizen und andere Berichte gar nicht erst auffällig werden zu lassen.

Hier ein paar Screenshots des Zeitraums 15.11.16 20:00 – 16.11.16 18:00, man beachte die Verallgemeinerungen der Schlagzeilen!
(Und dass rund 60% der UserInnen im Internet mittlerweile nur noch die Schlagzeilen lesen, ist empirisch belegt – Beispiel: http://dradiowissen.de/beitrag/warum-user-nur-die-schlagzeile-lesen)

1.jpg
„Ausländergewalt eskaliert“
2
„Genderwahn“

3

„Linksextremisten“

4

„An allen Fronten Tschetschenen“

5

„Flüchtlinge sind Analphabeten“

Diese Screenshots wurden nur vom 16.November 2016 gemacht.

Mit perfiden Schlagworten wird unbewusst in die LeserInnen, die kaum mehr andere Nachrichten als von solchen Quellen auf ihren Timelines vorfinden, ein Angstgefühl und eine verzerrte Sicht der Welt eingeprägt.

So wird Hass produziert.

Man erinnere sich – zumindest aus dem Geschichtsunterricht: In der Zeit des Nationalsozialismus gab es die NS-nahen Postillen „Völkischer Beobachter“ und vor allem „Der Stürmer“ (Wikipedia-Artikel „Der Stürmer“

Mittels ständiger Übermittlung einer Stimmung vom „ewigen Jud“, der dem „Volkskörper Schaden zufügt“ wurde den Menschen in den Gebieten des dritten Reichs Hass injiziert.
Sie wussten es mit der Zeit einfach nicht besser, glaubten ungesehen, dass alle Juden böse sind.

Genau auf diesen Instinkt zielen Medien wie „unzensuriert“.

Ist es Zufall, dass dieses Medium von Martin Graf, seines Zeichens einer der berüchtigten und fanatischten Burschenschafter Österreichs, selbst tief drin im neo-nazistischen Sumpf steckend, finanziert und betrieben wird?

Eher nicht.

Es werden Propaganda-Methoden der dunkelsten Phase unserer Geschichte angewandt.

OK, demokratisch denkende Menschen wie ich würden jetzt sicherlich „Nun gut, wahrscheinlich ist der Verfassungsschutz dahinter und die Behörden wissen, was zu tun ist“ denken.
Dem ist aber nicht so.

„Unzensuriert“ oder andere Pseudo-Medien wie „erstaunlich.at“ oder „FPÖ-TV“, unterstützt von deutschen Pendants wie dem „Kopp-Verlag“, dürfen ungehindert und fern jeglichen Zugriffs von der Judikative weiterhin die Köpfe der Menschen vergiften.

Bei „Unzensuriert.at“ arbeiten lupenreine Neonazis, geschützt von einer dubiosen Firma namens „1848 Medienvielfalt Verlags GmbH“, welche natürlich kein offizielles Büro betreibt.

Mehrmals musste diese Hetzpostille schon Geldstrafen wegen übler Nachrede berappen, und trotzdem nimmt der Staat diese „Zeitung“ nicht näher unter die Lupe.
Der Verfassungsschutz scheint davon keine Notiz zu nehmen.

Ungehindert werden auch regelmäßig bei den Foren zu den Artikeln – auf der Homepage selbst, also unter Verantwortung der Betreiber – Hasspostings stehen gelassen, die strafrechtlich relevant sind.

Nationalsozialisten neuer Prägung schüren Zwietracht, und keiner tut was…

PS: Auch Norbert Hofer, seines Zeichens Bundespräsidentschaftskandidat, wurde mehrmals mit dieser Page in Verbindung gebracht.
Auch hier: Kein Aufschrei, kein Nichts…

Ist das offizielle Österreich wirklich schon wehrlos gegen solch hinterhältige Propaganda-Mittel?

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