Reiß dich z’samm, FPÖ!


Schon wieder ist es nötig, dass ein Kandidat für einen höheren Posten (in diesem Fall für das Amt des Bundespräsidenten) Polizeischutz auf Grund von Drohungen im Internet in Anspruch nehmen muss.

Schon wieder stellt sich die (inzwischen zur traurigen Routine gewordene) Frage, wie man Hasspostings und deren kausale Auswirkungen effizient eindämmen könnte.

http://derstandard.at/2000045746894/Van-der-Bellen-nach-Drohungen-wieder-unter-Polizeischutz

vdbhofer

Wenn man sich auf einschlägigen Foren zu diesem Thema so durch die Postings blättert, allen voran „krone.at“, wo sich Schaumschlägerei und rechte Selbstbeweihräucherung überschlagen (für das Forum braucht man wirklich starke Nerven…), erkennt man etwas, das maßgeblich für all diesen Hass zu sein scheint.

Und hier kommt der konkrete Vorwurf auf all die FPÖ-Politiker, die in den sozialen Medien ihr (Un-)wesen treiben: Als Oppositionspolitiker kann man mehrschichtig in der Öffentlichkeit agieren.

  1. Oppositionspolitik heißt natürgemäß Kritik.
    Naja, nicht so ganz.
    Kritik ist natürlich angebracht, wenn sie aus tiefsten Herzen kommt.
    Bei einer Regierung, die jedoch beide Seiten des politischen Spektrums bietet – links also wie auch rechts – könnte Oppositionspolitik auch versuchte Richtungsgebung sein.

    Hierfür muss man nicht ständig durch haltlose Kritik diejenigen füttern, die für konstruktive Politik noch nie den Willen hatten.
    Die Stammtisch-Politprofis.

    Es spricht nichts gegen Kritik, nur unterstelle ich den Herren (Damen gibt es ja kaum) der FPÖ eines: Wissentlich die eigene Klientel am Köcheln zu halten, um die gespielte Empörung am Laufen zu halten.
    Oft wider besseren Wissens, dass viele veröffentlichte Postings nur teilweise, wenn überhaupt, der Wahrheit entsprechen.

    Wichtig ist die Empörung, und das Gefühl, immer von oben „übersehen“ oder „übergangen“ zu werden, zu Gunsten anderer.

    Diese Empörung führt dann zu Entgleisungen labilerer Zeitgenossen, die sich der Konsequenz ihres offen ausgesprochenen Denkens meist gar nicht bewusst sind.

    stracheEin aktuelles Beispiel eines klassischen Postings einer FPÖ-Größe, hier HC Strache.

    Wenn man in einem muffigen Beisl „A klana Hitler g’herat wieda her!“ hört, ist das in diesem Land leider immer schon so gewesen.
    Solche Worte vernahm ich schon als Kind, mit demselben Schrecken wie jetzt.
    Schon seinerzeit, noch lange nicht ausgewachsen, wunderte ich mich über diese Verklärung einer absolutistisch-radikalen Ideologie, die nur für Mord und Totschlag gesorgt hat.

    Wenn dies allerdings (in veränderter Form) ständig über FPÖ-Timelines flimmert, könnte man wirklich vermuten, dass manche Funktionäre eine diebische Freude daran haben, ihre AnhängerInnen zu radikalisieren.

    Sollte sich dann ein Irrer finden, der a lá Breivik die Dinge wirklich in die Hand nimmt, werden all die verantwortlichen Zündler entsetzt die Schuld von sich weisen.

    Kunststück, sind doch auch zuviele FPÖ-Funktionäre intellektuell gar nicht in der Lage, ihre Handlungen und deren Konsequenzen abzuschätzen.

  2. Ein Vorschlag an die FPÖ: Auch, wenn man Opposition ist, kann man die Dinge von einer alternativen Seite betrachten.

    Warum nicht die eigene Anhängerschaft in konstruktive Lösungsdiskussionen einbinden?

    Anstatt dem ewigen „Es reicht!“, den ständigen Weltuntergangsszenarien oder permanenter Panikmache wäre es doch opportun, mittels Einbindung in den politischen Prozess produktive Politik in Koalition mit den potentiellen WählerInnen zu treiben.

    Statt dem reißerischen „Es reicht!!!“ das eine oder andere Mal ein „Was meint die Gemeinde dazu? Wie kann man dies politisch verbessern?“

    Gut, dazu müsste ehrliches Interesse an politischem Diskurs vorhanden sein.
    Dieser ist leider schon so in Vergessenheit geraten durch die ständige Husserei, dass selbst die FunktionärInnen selbst nur noch emotional aufgeladen sind.

    Nur, mit emotionaler Effekthascherei ist auf Dauer kein Staat zu machen, das sollte sich die FPÖ, will sie ernsthaft eines Tages in einer Regierung als seriöser Teilnehmer partizipieren, klar sein.

    Ewiges Empören ist ein politisch-evolutionärer Offenbarungseid.

    Deshalb meine persönliche Bitte an ALLE in der FPÖ, die offiziell auf Facebook oder Twitter ihrer Emotion freien Lauf lassen: Bremst bitte euer Vokabular, und versucht den konstruktiven Weg! Nur dann ist auch eine wirkliche „Abrüstung der Worte“ im Bereich des Möglichen.

Die Reichweite dieses Blogs ist natürlich begrenzt, doch hoffe ich, dass der eine oder andere F-Politiker vielleicht selbst erkennt, wie verkorkst doch ewiges Granteln und Aufregen ist.
Vor allem mit Vorbildfunktion!

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