Die „Christlich-Sozialen“ und ihre Asozialität.


Seit einem Jahr hat die Innenpolitik, angetrieben von einem enthemmten und schon längst jenseits jeglicher Rationalität handelnden Mob, der, wie jeder andere stimmberechtigt und den Nazis der FPÖ zugewandt Druck auf die Gesellschaft ausübt, wie es in der zweiten Republik seinesgleichen sucht, ein hausgemachtes Problem: Flüchtlinge und Asylwerber.

Als würde die gesamte Politik nur noch aus diesem Thema bestehen, bestechen die Rechtsparteien FPÖ und ÖVP tagtäglich mit einem Dauerfeuer an Human-Grauslichkeiten.

Vom gezeichneten und, dem inzwischen gegerbten Gesicht ablesbar mit einem Ablaufdatum versehenen HC Strache und seiner Clique abgesehen, die es intellektuell einfach nicht schafft, über den eigenen Tellerand zu blicken und – befeuert von der eigenen, triebgesteuerten Emotion – ihre tumb-geifernde Klientel mit seriöser Politik zu füttern, einmal abgesehen, zeigt uns zur Zeit die ÖVP, wie man einer Rechtsaußenpartei penetrant in den Allerwertesten kriechen kann, nur um nicht in der Bedeutungslosigkeit zu verschwinden.

oevp_team_b89c77

Es wechseln sich täglich die Herren (Damen sind ja auch in dieser Fraktion nur Stichwortgeber) Kurz, Lopatka, Sobotka, Leitl etc. mit Vorschlägen zur Entmenschlichung und Versklavung der neuen Bewohner dieses Landes ab.

Hier haben wir zuerst Sebastian Kurz.

Noch nie in der Privatwirtschaft gewesen, ohne abgeschlossene Ausbildung und einzig mit der Erfahrung eines Geilomobils (und eines spektakulär gescheiterten Wien-Wahlkampfes 2010) gesegnet, schaffte es dieser Typ, sich in einer Partei so hochzuschummeln, dass er, nur seines jugendlichen Alters wegen, als „Zukunftshoffnung“ gilt.

Ein jugendliches Alter und das Rückgrat eines biegsamen Emporkömmlings macht aber noch keinen Spitzenpolitiker aus.

Hier unterscheide ich geflissentlich zwischen „Spitzenpolitiker“, der eine hohe Position bekleidet, und einem wahren Spitzenpolitiker, der seinen Job auch versteht.

Kurz biedert sich regelmäßig mit humanistisch unverträglichen Aussagen zu Grenzschließungen und Abschiebungen an die Nazis der blauen an.
Im Hinterkopf seines Schwiegersohn-Konterfeis spuken dabei jedoch nur zwei Faktoren herum: die eigene Karriere und Wählerstimmen.

Um produktive und für eine möglichst grosse Zahl an Bürgern langfristig zufriedenstellende Politik geht es gar nicht.

Eher nähern sich seine Aussagen, die er – warum eigentlich? Immerhin ist er AUßEN- und INTEGRATIONSminister! – der Prolotik der FPÖ.

Mit vollen Hosen lässt sich scheinbar leicht stinken, wie Kurz ständig beweist.
Aus einer warmen Amtsstube und Dienstauto, ständig hofiert auf Reisen und Veranstaltungen, lässt sich freilich leicht über Unzahlen von Schicksalen predigen und entscheiden.

Über Reinhold Lopatka muss man, denke ich, sowieso kein Wort verlieren.
Selbst Liebkind seiner Partei, unzählige Male zurückgepfiffen, weil mit unerträglichen Aussagen glänzend, schießt er immer wieder um Lichtjahre über das Ziel hinaus.

Hier habe ich einen Verdacht: Auch Lopatka geht es prinzipiell nur um die Positionierung der eigenen Karriere.
Drauf geschissen, wie die Menschen mit seinen Vorschlägen leben würden.
Hauptsache, er selbst wird etwas…

Christoph Leitl ist auch so ein Thema, aber er versucht wenigstens etwas, das Kurz und Lopatka nicht können: Hinter den Unmenschlichkeiten so etwas wie einen seriösen Touch zu behalten, indem er die Worte dementsprechend verpackt.

Hinter seinen Wortspenden verbirgt sich klar erkennbares: Er spricht für all die Magnaten und Industriellen, deren einziges Bestreben die Gewinnmaximierung ist.
Als wäre die finanzielle Schieflage in unserer Gesellschaft nicht schon gross genug, werden immer neue Abstrusitäten gefordert, so wie aktuell das Arbeiten für „Umsonst“ von AsylwerberInnen.

http://derstandard.at/2000045372832/Stundenlohn-fuer-Asylwerber-Leitl-gegen-jegliche-Bezahlung

Natürlich weiß er, warum er die moderne Sklavenarbeit für AsylwerberInnen fordert: So lässt sich nämlich a la longue der Lohn im Niedriglohnsektor generell drücken!
In Zukunft würde folgender Dialog in ÖVP-nahen Betrieben vorherrschen:

„Was, du willst Kollektivlohn? UND Benefits? Na gut, dann nehme ich einen Asylwerber, denn der ist gratis!“
Und schon wird der Lohn in ganzen Branchen auf ein Minimum gedrückt, mit parallel sinkenden Rechten für ArbeitnehmerInnen.

Wenn Leitl spricht, spricht der Turbokapitalismus, der uns global schon einiges eingebrockt hat.

Rapider werdender Klimawandel, der in spätestens 30 Jahren für Abermillionen Heimatlose sorgen wird.
Wachsende Schere zwischen Arm und Reich, und damit exponentiell wachsendes Risiko von lokalen bis internationalen Konflikten (wodurch wieder eine neoliberale Branche wie der internationale Waffenhandel – als Beispiel – profitiert).
Eigener, persönlicher Reichtum, von dem aber natürlich nichts abgegeben werden soll.

Unser aller Armut kotzt die ÖVP an.

Schlussendlich der neueste Prototyp eines Widerlings, der nun versucht, alle vorher genannten noch in den Schatten zu stellen: Wolfgang Sobotka.

Sobotka, gelernter Musik(!)lehrer, und nun seit einigen Monaten Innenminister, zeigt uns eine neue Stufe der Inkompetenz.

Nicht nur, dass er das beispiellose Versagen der Behörden bei der Bundespräsidenten-Wahlwiederholung mit den dilettantischen Klebern auf den Wahlkarten und die damit verbundene weitere Verschiebung der Wahl mitzuverantworten hat, will er (siehe „Christoph Leitl“ und seine gewünschten Sklaven) nun 2,50€ Maximallohn für Asylwerber einführen, um den Niedriglohnsektor weiter mit Druck zu befeuern.

https://kurier.at/politik/inland/fluechtlinge-innenminister-wolfgang-sobotka-will-stundenlohn-von-2-50-euro/224.263.774

Seine Aussage, dass ein Arbeiter aus Afghanistan nur 50 Cent in seiner Heimat bekäme (dass die Lebenserhaltungskosten in diesem zerbombten und vom Krieg gebeutelten Land dementsprechend sind, verschweigt dieser Auswurf von radikaler Entmenschlichung in der Politik natürlich), ist kaum an Zynismus zu übertreffen.

Selbst inkompetent zum Quadrat – schließlich verschuldete er im Land Niederösterreich als Finanzlandesrat schon einen Verlust von einer kolportierten Milliarde Euro – und ein Vermögen durch den Steuerzahler/die Steuerzahlerin lukrierend, ist er sich nicht zu schade, allen anderen jegliche Verdienstberechtigung abzusprechen.

Das sind also die neuen „Christlich-sozialen“.

Was an dieser Partei „christlich“, also dem Gebot der Nächstenliebe folgend, sein soll, entzieht sich jeder Logik.

Es ist einfach nicht genug, die Menschen als Humanressourcen zu sehen, aber scheinheilig jeden Sonntag in der ersten Reihe der Kirche zu sitzen.

Diese Partei verkommt, nicht nur durch die Anbiederung an die FPÖ, zu einer ungeheuren Belastung für unsere Republik.

Eine Ansammlung von AbzockerInnen, wie sie seinesgleichen sucht.
(Wenn nicht wieder die FPÖ ans Ruder kommt. Geschweige mit der ÖVP zusammen. Aber das kennen wir ja schon…)

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s