Und sie dreht sich weiter…


Gestern spätabends raste ein Wahnsinniger mit seinem gemieteten LKW durch Unmengen von feiernden und schlendernde Menschen, nur um viele davon in den Tod zu reißen.

Ein Wahnsinniger. Ein Irrer.

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Ob er einen islamistischen Hintergrund hatte oder nicht, es spielt keine Rolle.
Denn ganz sicher sind unter den Opfern auch Menschen moslemischen Glaubens gewesen, so wie bei den täglichen Anschlägen in Afghanistan, der Türkei, dem Irak, Syrien, Indien, Pakistan etc.

Es geht nicht um den Glauben, sondern um den Wahnsinn und die Möglichkeiten, die eine fürchterliche Auswirkung zur Folge haben können.

Ob Waffenattrappen im LKW waren oder nicht, spielt auch keine Rolle.
Denn das Auto war die Waffe.

Menschen wie Breivik, Fuchs, all die namenlosen „Märtyrer“ der wahnsinnigen Gruppierung der IS…es sind Köpfe, denen schlußendlich alles egal ist.

Tagtäglich kreuzt jeder von uns auf der Straße solchen Irren, denen wir allerdings, wenn wir ihnen unbewusst begegnen, nicht ansehen, wie sie schon von der Gesellschaft abgekommen sind.

Sie schlagen ihre Kinder und PartnerInnen, sie bedrohen jene, die ihnen vermeintlich übles wollen.
In ihren Köpfen köchelt eine Wut, aus unzähligen Gründen geboren.

Ob es der Verlust der Liebe, der Behausung, der Perspektiven, des Jobs, oder einfach schon längst schwelender Irrsinn ist…auch das spielt keine Rolle.

Die Welt lässt sich seit Jahren, genau seit 9/11, am Nasenring führen, meint stets, mit jedem Anschlag muss man die Zügel der vermeintlichen Sicherheit strenger zurren, Law & Otder wieder installieren.

Es nützt nicht!

Das gestrige Beispiel zeigte zum wiederholten Male (wir kennen es von Graz im vergangenen Jahr), dass es nur ein Automobil braucht, um die „alles wurscht“-Mentalität brutalst grausam auszuleben.

Präventive Mittel dagegen gibt es nicht, denn Gedankenscans sind (zum Glück) nicht möglich.

Hand aufs Herz: Wem kann man eigentlich zu 100% vertrauen? Das kann man nicht mal sich selbst, sonst würde man keine Dinge begehen, die man später bereut, oder die anderen wehtun.

In einer Welt von beinahe 8 Milliarden Individuen wird uns nichts anderes überbleiben, als mit dem täglichen Terror, der auf ihr passiert, normal umzugehen.

Hysterie? Macht nur jeden von uns mißtrauischer, als wir schon sind.
Mehr Sicherheit? Unmöglich, denn es reicht de facto, einen kleinen PKW zur Waffe zu machen.

Einziges Ziel sollte endlich ein Umdenken sein: Mehr Solidarität untereinander (nicht mit depperten Flaggen oder Kerzen auf Facebook, nur um geheuchelte Trauer zu zeigen, die zwei Minuten später auf den Social Medias wieder lustigen Memes weicht), miteinander sprechen, die Sonderlinge unter uns in die Mitte aufnehmen, den Nachbarn/die Nachbarin begrüßen und Unterhaltungen führen – kurzum: Wir alle haben uns endlich wieder füreinander zu interessieren!

Wenn nicht, ist dem Egoismus und der Isolierung labiler Menschen unter uns weiter nichts entgegengesetzt.
Wenn wir nicht endlich beginnen, wieder mitmenschlicher zu werden und auch über Grenzen hinaus zu denken, ändert sich nichts.

Oh, sorry, natürlich ändert sich etwas: Die Schlagzahl der von Menschen mit Absicht herbeigeführten Unglücken wird sich im Laufe der Jahre erhöhen.

Hysterisches Schreien und das Suchen nach Sündenböcken hat überhaupt keinen Sinn.
Wahnsinnige kennen keine Grenzen. Weder zwischen Ländern, noch ignorieren sie die Grenzen des Menschlichen.

Während ich diese Zeilen verfasse, sterben Dutzende Kinder den Hungertod.
Hunderte verdursten.
Hunderte wiederum sterben an den Folgen schwerer Seuchen, von Armut oder wiederum durch Gewalt.

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Nur als globale Gemeinschaft kann man nicht nur die Welt paranoider machen, man kann sie auch verbessern.

Dazu benötigt es aber Selbstreflexion. Von jedem von uns.

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