Schämt Euch. Schämt euch alle!


Idomeni – ein weiteres Mahnmal zum unseligsten Kapitel jüngerer europäischer Geschichte ist geschrieben.

Flüchtlinge, meist aus zerbombten Gebieten in Syrien, des Irak oder auch aus Afghanistan, die, auf ein menschenwürdiges Leben abseits ihrer Heimat hoffend, nach Europa kommen, werden wie Vieh behandelt.

Sterben durch ertrinken, Entkräftung, Seuchen und auch durch Hunger.

Küste

Werden weiter traumatisiert und für ihr weiteres Leben gezeichnet, während Europa, dieses „Symbol des Humanismus und der Aufklärung“, auf „gated community“ umstellt und sich abschottet, damit es weiterhin in seinem dekandenten Lebensstil waten kann und durch die Ausbeutung der Welt einen widerwärtigen Luxus leben kann.

Millionen werden in fernen Ländern für billige Klamotten, Nahrung, Elektronikprodukte usw. ausgebeutet, Reichtum wird durch überschüssige Agrarwirtschaft ausgelebt, indem steril verpackte Lebensmittel aus aller Welt billig in den Supermärkten zu erwerben sind.
Alleine in Österreich werden täglich 600 Tonnen Lebensmittel weggeworfen.
Wer in einen Container greifen will, weil problemlos verzehrbare Güter hineingeworfen werden, um Preise niedrig zu halten, wird des Diebstahls bezichtigt.

Autos werden massiv hergestellt, Luxusgüter wie Fernseher oder Weißware (Geschirrspüler, Waschmaschinen etc.) haben eine Sollbruchstelle, damit fleißig weiter produziert werden kann und die Wirtschaft am Laufen bleiben darf.

Währenddessen hat ein Drittel der Menschheit keinen Zugang zu Trinkwasser, verhungern täglich tausende Kinder, herrscht Krieg und Entsetzen in den Regionen, von denen Europa einem schwarzen Loch gleich jegliche Energie saugt.

Und wir alle? Wir wollen sie nicht.
Wir wollen die Flüchtlinge nicht, weil sie ja „Wirtschaftsflüchtlinge“ sein könnten, die sich hier ebenso wie wir einem besseren Leben widmen wollen.
Ohne Gefahr für Leib und Leben. Ohne Zensur. Mit Meinungs- und Religionsfreiheit.
Dem Rechtsstaat verpflichtet.

Jetzt tritt eine Bevölkerungskaste jedoch noch hervor aus der Linie der Ungerechtigkeit.

Es sind Politiker, in Österreich mit den Namen „Strache“, „Mikl-Leitner“, „Kurz“, „Faymann“ etc. versehen.

Menschen, die privilegiert sind.
Menschen, die die einmalige Chance haben, einen Beruf zu verfolgen, der eigentlich dafür sorgen sollte, dass es allen Menschen langfristig besser gehen sollte.

Vielleicht bin ich naiv, obwohl ich die Mechanismen in der Politik kenne, wo es um Macht und Egomanie geht.
Wo der faule Kompromiß, der nächsten Wahl verpflichtet und mehr zählt als wirklicher Idealismus, der sich dem Wohl der Menschen, Tiere, des ganzen Planeten unterwirft.

Politiker, das ist kein schnöder Job. Das ist Verantwortung!

Und es spielt keine Rolle, ob man links- oder rechtsgerichtet agiert, man trägt diese Verantwortung mit sich!

In teure Anzüge gekleidet, immer von Speichelleckern umgeben (Warum eigentlich? Was leistet ein Politiker mehr als zum Beispiel eine Altenpflegerin?), von Bodyguards beschützt, ist diese Kaste schon längst nicht mehr Teil dieser Gesellschaft, hat sich – schon wieder, wie vor vielen Jahren! – abgehoben von der Masse, um unabhängig davon ihr Tagwerk zu verrichten und täglich mit grenzenlosem Zynismus über viele Schicksale zu entscheiden.

Fühlt Ihr Euch eigentlich wohl, Ihr Mikl-Leitners, Straches, Faymanns?
Könnt Ihr Euch im Spiegel betrachten, wie Ihr Eure Reden schwingt, um eine gut sitzende Krawatte im Fernsehen bemüht seid und Euer Ego spazierenträgt?

Was qualifiziert zum Beispiel einen Sebastian Kurz dazu, mit seinem unreifen Alter über Leben und Tod von Tausenden zu entscheiden, indem er diese verzweifelt lässt und aus Europa aussperrt?
Nur, weil er zufällig gutsituiert und wohlbehütet aufwuchs und ein Protektionskind erster Güte ist, ist er dazu befähigt, den Tod und das Leid unzähliger zu verantworten?

Detto ein Werner Faymann, der selbstgefällig und -gerecht eine One-Man-Show im Fernsehen, einem Sonnenkönig gleich, seiner eigenen Persönlichkeit Streicheleinheiten verpasst, nur um die Bewegung, die ihn großwerden ließ, die Sozialdemokratie, zu verspotten und zu ruinieren.

Ein Heinz-Christian Strache, und all seine Nazi-Kumpanen, denen vor Gier nach Macht der Geifer fast wortwörtlich aus den Mundwinkeln rinnt, hetzt wiederum die Bevölkerung aufeinander auf, wohlwissend den inneren Frieden für die eigene Macht riskierend.

Könnt Ihr Euch alle (auch die, die ich nicht nannte) eigentlich noch im Spiegel betrachten?

PolitikerIn zu sein ist nicht dafür da, sich selbst zu verwirklichen, Ihr alle!
Die Aufgabe eines Politikers, einer Politikerin ist es nicht, seine eigene Meinung und die persönliche Karriere zu füttern und einfach nur des Rechthaben-wollens wegen in Gremien zu sitzen.

PolitikerIn zu sein heißt: Eine Berufung zu leben! Eine Berufung, alles dafür zu tun, wofür man durch jegliche Variante gewählt wurde – der Menschheit und deren Wohlergehen unterworfen zu sein und alles an Substanz dafür einzusetzen, dass es diesen so gut wie möglich geht!

Mir fehlen sie, die Pepe Mujicas von Europa.
Ich vermisse sie, die Nelson Mandelas, Martin Luther Kings, Mahatma Gandhis des 21. Jahrhunderts!

Wäre ich Spitzenpolitiker, würde ich alles über 1500.- netto meines Einkommens spenden, weil ein Mensch meines Erachtens nicht mehr zum Leben benötigt.
Unsere SpitzenpolitikerInnen jedoch sitzen im National-, Bundes- oder Gemeinderat, nicht nur mit einem Spitzengehalt, sondern oft mit mehreren Gehältern versehen, womit sie eigentlich denen, die sie vertreten, ins Gesicht spucken.

PolitikerIn zu sein sollte Fulltime-Job sein, denn es ist Dienst an der Allgemeinheit!
In zig Vorständen nebenbei zu sitzen beweist mir nur, dass die meisten diese Berufung gar nicht ernst nehmen, sondern nur als Zusatzverdienst betrachten.

PolitikerInnen sind auch Menschen.
Sie stinken beim Kacken, schnarchen, schlagen mitunter ihre Kinder, bohren in der Nase, sind betrunken oder bekifft, zugekokst oder einfach nur verfressen.
Und doch meinen sie, über die Schicksale von Millionen als Nebenjob oder zur Erfüllung ihrer eigenen Egomanie entscheiden zu können…

Ob Faymann, Mikl-Leitner, Kurz, Strache, Gudenus, oder international Orban, Cameron, Obama, Putin und wie sie alle heißen…sie wissen scheinbar nicht mehr, dass kein Mensch es verdient, über Leben und Tod anderer zu entscheiden.

Wenn EIN Mensch sterben muss auf Grund egoistischer Entscheidungen, ist es ein Mensch zuviel.
Wenn EIN Mensch leiden muss, weil ein/e PolitikerIn nur die nächsten Wahlen im Visier hat, ist es einer zuviel.

Wegen solcher Figuren leiden Menschen, sterben Menschen, verarmen Menschen, geht es vielen unter uns dreckig.

Schämt Euch, schämt Euch alle!

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Eine Antwort zu Schämt Euch. Schämt euch alle!

  1. reinhard schreibt:

    ich denke einen teil Deiner fragen kann ich hier beantworten – oder zumindest ansatzweise:
    Politiker sind nicht generell dazu da, die welt für alle gut zu machen – sondern vor allem für ihre wähler. somit ist einem Politiker automatisch ein Österreicher näher als ein Syrer oder sonst jemand. das ganze verbunden mit unseren „macht-Apparaten“, die Politiker nunmal steuern können und zur verfügung gestellt bekommen haben sie die Möglichkeit – aber auch die pflicht – mit den sich hier stellenden Problemen umzugehen. wenn ich den österreichischen Vorteil in den Vordergrund stellen will, dann ist die Entscheidung „armer Syrer, bleib wo Du bist“ leicht erklärbar.

    wenn wir die welt wirklich gerecht bekommen wollen müssten wir wohl alles Geld und Eigentum dieser welt zusammenlegen und durch 8 milliarten teilen, so dass jeder mensch den gleichen Anteil erhalten würde. dass das für viele menschen in Afrika ein Vorteil wäre ist unbestritten. wie sich das unmittelbar auf das leben von Geralds oder Reinhards auswirkt weiss ich nicht. und ehrlich gesagt bin ich mir nicht sicher ob ich das dann wirklich wollte …
    wir dürfen träumen, ja. wir müssen uns in den spiegel schauen können, ja. aber wir müssen uns auch damit abfinden, dass es idioten und sehr grosse idioten auf diesem Planeten gibt, die dann kriege und leid verursachen.
    am ende läuft es doch auch darauf hinaus, dass wir nicht die ganze welt retten können.
    und unsere Politiker sind halt damit beschäftigt „uns“ zu retten – weil dazu sind sie am ende des tages halt da. wer das ändern will, der muss nicht Österreich oder unsere Politiker ändern sondern die ganze welt…

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