Wollt Ihr den totalen Bürgerkrieg?


Ein Jahr, erst 15 Tage alt, überschlägt sich mit Schlagzeilen, die man noch ein paar Monate vorher in Österreich (und Deutschland) nicht für möglich gehalten hätte: Übergriffe hier, Bürgerwehren dort, die Social-Media-Plattformen biegen sich vor Häßlichkeiten und Gewaltaufrufen, reichliche Erinnerungen an 1938 in Form von Boykotten, welche von Massen an vermeintlich einen Konflikt herbeisehnenden Mob begrüßt werden.

Der Reihe nach:

In der Silvesternacht 2015 gab es vor allem in Köln zahlreiche Delikte kleiner Natur (Taschendiebstähle) oder auch von erschreckenderem Ausmaß (sexuelle Belästigungen bis hin zu einer kolportierten Vergewaltigung).

Dieser Negativ-Höhepunkt ist uns allen bedauernswerterweise viel zu gut in Erinnerung, wir, die wir zu einer täglich wachsenden Großzahl an Social-Media-Usern wuchsen, werden jeden Tag in zigfacher Wiederholung mit der Nase darauf gestoßen, ob wir wollen oder nicht.

Plötzlich findet sich eine erkleckliche Zahl an Neo-Feministen, denen die Rechte der Frauen bis zum Jahreswechsel am Arsch vorbeigingen.
Jäh wird ein tragischer Abend beim Kölner Hauptbahnhof dazu benutzt, für eigene Rassismen und Vorurteile über jegliche Grenzen des guten Geschmacks zu gehen.

Es stinkt ungemein nach 1938, und kaum einer fände sich, der drastische Worte findet, die dem üblen Odem nach Pogromen adäquat entgegenwirken.

Diejenigen (noch immer die weite Mehrheit), denen Menschlichkeit das höchste Gut auf Erden ist, diejenigen, die mit allen Mitteln gegenwirken wollen gegen eine gemeingefährliche Pauschalisierung von Menschengruppen, sehen sich hilflos einem wütenden Mob von hasserfüllten Neo-Frauenrechtlern gegenüber.

Einerseits traut sich die große Anzahl an „Gutmenschen“ (nicht zu Unrecht das Unwort des Jahres 2015 in Deutschland, immerhin ist dieses verabscheuenswerte Nomen ein klassicher Nazi-Begriff) nicht resolut dagegenzutreten, um weitere Eskalationen zu verhindern.
Dies verzögert aber nur Variante zwei, das „Recht des Lauteren“.
In emotionalen, unsachlich geführten Debatten versuchen leider immer die, deren Stimme lauter und schallender ist, das Thema an sich zu reißen.
Wehrt sich die Majorität der BürgerInnen nicht gegen diese sukzessiv immer aufgeschaukelte Menge nicht, wird die Gewalt zwangsweise überschwappen.

Hier ist die Spitzenpolitik gefragt.
Wahrscheinlich erwartet man sich von Faymann, Mitterlehner, Konrad, Merkel etc. zuviel, wenn man Mittel erhofft, die von Politikern in solchen Zeiten nötig sind: Deutliche, drastische Worte und Vorgehensweisen gegen Unmenschen wie all diese Kretins (ein diplomatischeres Wort fällt mir für diese Neonazis wie Thomas Unden, die plötzlich „Wir wollen keine Asylwerber“ grölen, ein.

Wenn Ärzte ungestraft (den Kassenvertrag verlieren ist viel zu milde! Die Zulassung gehört gestrichen, weil er gegen die Berufsethik verstößt) „Hier werden keine Asylwerber zugelassen“ postulieren dürfen, Anwälte entgegen ihrer Berufsehre plötzlich „Ich betreue keine kriminellen Asylanten mehr“ posten dürfen, ganze Lokale „Wir sind Asylantenfrei“ rülpsen, ohne Probleme mit dem Staatsschutz zu bekommen, hängt der Haussegen inzwischen mehr als schief.

Da diesem unseligen Treiben, frappant an das dritte Reich und den Boykott von Juden erinnernd, nicht im Geringsten Einhalt geboten wird und eine Vielzahl von BürgerInnen dieses Landes enthusiastisch Beifall klatschen, sollte die menschliche Fraktion dieses Landes schon längst alle Alarmglocken schrillen hören.

Doch nicht nur, dass, einer tollwütigen Horde gleich, Tausende auf Facebook und Co. mit Gewaltphantasien gegen Kriegsflüchtlinge spekulieren, wird eine unverhältnismäßig hohe Anzahl an Waffenkäufen parallel davon registriert, wollen sich entgegen dem Gesetz, welches nur der Polizei die Gewalt im Staate erlaubt, Bürgerwehren formieren, die währenddessen schon in Köln wahllos Migranten verprügelten.

Nebenbei tropft der Geifer dieser hasserfüllten und inzwischen komplett unreflektierten Menge, wenn sie an andere Parteien als die FPÖ denken.

Dem jedoch nicht genug: Spitzenpolitiker der FPÖ wie HC Strache, Johann Gudenus und Co. hetzen in immer kürzer werdenden Intervallen, und sind sich nicht zu schade, Parolen wie „Faymann und Mitterlehner müssen weg!“ (Strache) oder „Es braucht dringend ein Österreich-Verbot für diese illegalen Zuwanderer!“ (Gudenus unter dem unseligen „Asylantenfrei“-Schild des Charly’s in Bad Ischl, siehe Bild) zu verbreiten.

Gudenus 3

Hier frage ich inzwischen: Wo bleibt der Verfassungsschutz?
Wo sind die Spitzenkräfte der Regierungsparteien, die sich rechtskräftig wehren und diesen Stammtisch-Nazis der unseligen Oppositionspartei von Nazis und -Günstlingen ihre Grenzen aufzeigen?
Warum wird diesen Schreihälsen und Hussern nicht die Legitimation für solche Vorgehensweisen genommen?

Warten wir wirklich alle regungslos, bis zum Beispiel beim WKR-Ball die ersten Toten auf den Straßen zu befürchten sind?
Nein, das akzeptiere ich nicht. Ich fordere die Politik auf, endlich rigoros und hart gegen diese Gefährdungen der öffentlichen Sicherheit zu handeln!

Tut etwas, verdammt! Oder bekleckert Euch mit Blut von BürgerInnen auf den Straßen, denn das ist nur eine Frage der Zeit, wenn Ihr Euch weiterhin so zaghaft benehmt.

Ich sage es ehrlich: Diese Stimmung der allgemeinen Angst ist mittlerweile am Sieden.
Wenn der Kochtopf des Hasses übergeht, braucht sich niemand danach mit „Das haben wir ja nicht wissen können…“ feige drücken.

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Eine Antwort zu Wollt Ihr den totalen Bürgerkrieg?

  1. Yadgar schreibt:

    Die Rechten wollen uns in den Bürgerkrieg hetzen, solange, bis Europa zum zweiten Mal in nicht einmal hundert Jahren in Schutt und Asche liegt… und dann werden die verzweifelten Massen dem rechtzeitig von ihnen aufgebauten neuen »Führer«, einem eiskalten Psychopathen mit gegelter Karrieristenvisage zu Füßen liegen. Sie werden die Diktatur errichten, von der sie seit 1945 träumen, um endlich die tiefste Sehnsucht der extremen Rechten verwirklichen zu können: den Genozid. Massenmord um des Massenmordes willen, mit völlig beliebiger Wahl der Opfer, endlich die Fesseln der jüdischchristlichlinksgrüngutmenschlichen Sklavenmoral abschütteln und morden, morden, morden, dass es eine Lust ist, damit schließlich aus den Schwaden des Krematorienrauchs, des Auschwitzgestanks von brennendem Menschenfleisch Nietzsches Übermensch ersteht…

    Lassen wir es NICHT zu! Nicht noch einmal!

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