Zitat Angela Merkel – „Pack“. Ich unterschreibe es.


Es war Sonntag, der 6. September 2015, im Simmering, schon fast am Land, im lauschigen Kaiserebersdorf.

Wahlkampf ist eine spezielle Zeit, wo die Parteien ihr Bodenpersonal zum Straßenwahlkampf aufrufen und die Spitzenpolitiker die Basis für einen Wahlgewinn laufen lassen.

Das ist gewöhnlich, daran stößt sich in der Regel niemand.

Simmering ist aber bekanntlich ein eigenes Pflaster geworden.
Inzwischen bekannt für keineswegs subtile Ausländerfeindlichkeit, hat der Bezirk aktuell einen mehr als zweifelhaften Ruf.

Archivfoto. Klassisches Publikum.

Damit wird vielen, die menschlich vorbildlich agieren und in diesem Bezirk leben, leider unrecht getan, doch sind sie die leise Masse, die sich oft gar nichts mehr sagen traut.

So konnte man dies an diesem Sonntag beobachten, als die FPÖ alle Geschütze für den Kaiserebersdorfer Kirtag aufbot.

Der Kirtag begann schon am Freitag davor äußerst unrühmlich: Als der Bürgermeister den Kirtag eröffnete, wurde er mit Bier beschüttet.
Wer meint, dass dies eine Ausnahme des rüpelhaften ist, so auch ich, wird in diesen Gefilden schnell eines besseren belehrt.

So ging es auch mir.

Teilnehmend am Straßenwahlkampf der Sozialdemokraten (Parteistände innerhalb des Kirtag-Geländes war nicht erlaubt, also plazierten wir uns am Munnichplatz, vor der Kirche), traute ich meinen Augen und Ohren nicht.

Bei ambivalenten Wetter (es schien zwar zeitweise die Sonne, doch war der Wind für Anfang September ein eisiger und bis ins Mark unangenehmer) erwartete ich mir einen gemütlichen Tag als Wahlhelfer mit vielen produktiven Gesprächen.

Die durfte ich auch führen, und wie gewohnt lernte ich viele Menschen kennen und erfreute mich daran, dass diese bereitwillig aus dem Nähkästchen plauderten.

Zu allem positiven gibt es jedoch auch immer eine Schattenseite.

Ausgerechnet in Zeiten von Flüchtlingsdramen und Mitmenschlichkeit erlebte ich die sozial zumindest fragwürdige Gegenseite, vertreten von der FPÖ.
Und zwar großteils offiziell.

Am Munnichplatz gibt es eine nette Cafe-Konditorei, die auch straßenseitig (köstliches!) Speiseeis vertreibt.
Den Besitzer durften wir am Vorabend kennenlernen, er als auch seine Angestellten sind äußerst nett.

Seine Nettigkeit wurde von der FPÖ-Delegation massiv auf die Probe gestellt.

Mit Absicht habe ich keine Fotos geschossen, denn als eine Kollegin von mir dies dokumentieren wollte, würde sie mit einer „sottn Watschn“ bedroht.

Die FPÖ entschl0ß sich nämlich zu mehrerlei aufdringlichen und rücksichtslosen Maßnahmen:

1) Wurde der Gehsteig vor dieser Konditorei einfach besetzt und dort (Genehmigung?) von Tischen und Schirmen der FPÖ zugepflastert.
Ca. 15 Jugendliche in offizieller Montur bauten einfach, ohne den Cafe-Besitzer eines Blickes zu würdigen, ihren Wahlstand auf und versperrten beinahe den Zugang.

Es war frontseitig nicht mehr erkennbar, ob das Lokal überhaupt zugänglich ist.

2) Luftballons wurden zu einer riesigen Kette zusammengeschnürt und zuerst mit dem Willen, eine Art „Eingangstor“ Richtung Kirtag zu basteln, mitten über der Zufahrtsgasse gespannt.
Bei dem Wind dauerte es keine Minute, bis der Bogen Luftballons beinahe auf der Straße liegenblieb.
Eine glatte Verkehrsbehinderung, die erst von der Polizei untersagt wurde, nachdem niemand dieser Truppe den Anschein erweckte, als würde irgendwer begreifen, dass dies nicht geht.

Danach wurde dieser Luftballon-Bogen seitlich gespannt, wurde durch den Wind getrennt, wodurch ca. 40 Luftballons fest in einem Baum verhakt waren und wahrscheinlich wochenlang diesen verunzieren werden.

3) Das Personal selbst? Naja, hier beginnt es, fragwürdig zu werden…
Fast jeder der Jugendlichen entsprach dem Klischee des typischen bldungsfremden Nachwuchses.
Beim einen oder anderen wurde auch schon am Vormittag immer wieder eine Dose Bier entdeckt – nicht wirklich seriös, nicht wirklich vertrauenserweckend.

4) Auch das Publikum glänzte nicht gerade mit Niveau.
Im Gedächtnis blieb mir ein ca. 1,90m großer Mann mit Glatze, feister Bierwampe, ca. 35 Jahren, am ganzen Körper tätowiert, wie er am frühen Nachmittag „HC! HC!“-grölend demonstrativ ungefähr 10 Meter vor unserem Stand stehenblieb und für alle Passanten deutlich hörbar „Des rote Gsindl ghert weggmocht. Und wir werden’s a wegmochen“ von sich ließ.

Bedenkt man, dass zwei Tage vorher deren Idol HC Strache am Viktor-Adler-Markt von einer „ihm privat unterstellten Sicherheitswache mit 1500 Mann“, die er als Bürgermeister installieren würde, sprach, kann einem auf Grund solcher Individuen schon leicht eine Vision von einer „SA 2.0“ hochkommen.

Wehe, wenn diese Leute losgelassen…

Nachdem der Cafe-Besitzer alles fotodokumentierte und die FPÖ den riesigen Stand wieder abbaute, bot sich ein Bild, wie man es befürchtet hat: Alles voll von Mist, Dreck, Bierdosen, Zigaretten.

Ach ja: HC kam auch vorbei. Bevor er, flankiert von ungefähr 25 Menschen, die ihm eindeutig hündisch ergeben sind, zum Kirtag verschwand, wurde er lauthals skandierend (Hurra für die Anrainer!) gefeiert.

Ein paar „nette“ Passanten kann ich auch aufzählen.

Einmal hörte ich „KZ“, ein anderes Mal: „Die Sozis gheren wie die gaunzen Tschuschen weggmocht“.

Über alles in Ruhe nachdenkend, stellt sich in mir leichte Angst ein: Was, wenn der worst case eintritt?
Was, wenn dieser primitive Mob wirklich ein bißchen Macht verliehen bekommt?
Dieses Szenario wäre ein absoluter Albtraum, und seit gestern weiß ich, dass ich jede Sekunde verwenden werde, um dieses Pack (danke Fr. Merkel) mit all meinen geringen Möglichkeiten zu verhindern.

Sollte für jeden zivilisierten Menschen in diesem Land gelten.

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3 Antworten zu Zitat Angela Merkel – „Pack“. Ich unterschreibe es.

  1. Alexander schreibt:

    Ich unterstütze sie gerne!

  2. Anton schreibt:

    Dass Moslems Judenhasse sind stört dich nicht, oder?

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