Mir reichts.


Heute passierte einer der vielen tragischen Tiefpunkte dieses entsetzlichen Sommers, eines Wendepunktes in den letzten Jahrzehnten.

Das Flüchtlingsdrama der A4 ist in Worten nicht zu beschreiben.
Alleine, wenn ich mir bildlich vorstelle, was in diesem LKW los gewesen ist, wie die Menschen verzweifelt, panisch und agonisch waren, schnürt es mir die Kehle zu.

So viele Menschen starben am Weg in ein vermeintlich gelobtes Land, genannt „Europa“.
So viele erhofften sich Frieden und ein Aufatmen.

Unerwartet – auch für mich – zeigte Europa im Jahre 2015 eine verschollen geglaubte Fratze der Unmenschlichkeit.
Rassismus und Empathielosigkeit, unbeschreibliche Brutalität in den Köpfen von einer unüberschaubaren Menge an Menschen in Österreich und Deutschland (man denke nur an die letzten Ereignisse in Heidenau) zeigen nicht nur, dass NS-Gedankengut und Mördergedanken nach wie vor in unserer Mitte präsent sind, sondern dass diese Kretins (ich mag diese Individuen nicht mehr „Menschen“ nennen) immer dreister ihre empathielose Kloaken-Einstellung rausposaunen.

Heidenau zeigte es gestern vor: https://video-vie1-1.xx.fbcdn.net/hvideo-xpl1/v/t42.1790-2/11943870_920210521361049_1272591071_n.mp4?efg=eyJybHIiOjkxNCwicmxhIjo5NDd9&rl=914&vabr=508&oh=4cb4c5c509ff015751513e2606317b4a&oe=55DF8CC0

Hier ein beklemmender Artikel zum heutigen Drama und die Reaktionen darauf…

http://www.vice.com/alps/read/fluchetlinge-burgenland-autobahn-527?utm_source=vicefbalps

In Traiskirchen haben hunderte kein Dach über dem Kopf, im Mittelmeer sterben täglich verzweifelte Flüchtlinge, Syrien erlebt einen Exodus und deren Flüchtlinge kommen vom Regen in die Traufe, flüchten vor Mord und Gewalt und begegnen verbalen und verhinderten Gewalttätern, denen es wahrscheinlich nur recht käme, wenn Flüchtlinge wieder das erleben, was vor 70 Jahren als Ende eines Albtraums galt.

Ihr Bastarde, die Ihr Euch so schämen solltet für all das, was Ihr von Euch gebt, seid das Letzte.
Auch Ihr, die Ihr Euch nicht traut, Euer katastrophales Gedankengut offen auszusprechen -> verpisst Euch aus unserer Mitte.
Gründet doch Euren arischen Staat auf einer einsamen Insel, aber schleicht Euch mit dem ungebildeten und speibwürdigen Etwas, das Ihr Euer Gehirn nennt.

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Nein, Ihr seid keine Österreicher, Ihr seid nur gschissene Arschlöcher, denen im Grunde alles gestrichen gehört, da Ihr Euch der Solidargesellschaft ständig unwürdig zeigt.

Auch HC Strache und seine hetzerischen Kumpanen können gleich mitgehen, denn Ihr seid der Grund, warum dieses Unmenschentum wieder en vogue wurde.
Und warum Eure ständige Hetze, die Eure neo-braunen Truppen bestärkt?
Weil Ihr Posten haben wollt. Dafür ist alles recht, dafür wird verbal (und hättet Ihr die Möglichkeit, wahrscheinlich auch real) über Leichen gegangen.

Menschen sterben, Geschichten, Träume, Erlebnisse, Hoffnungen werden wegen Unmenschen für immer zum Verstummen gebracht, und selbsternannte „Patrioten“ ergötzen sich daran.

Am liebsten würde ich Euch ins Gesicht spucken.

2015 geht als das Jahr in die Geschichte ein, in der die Fratze der Unmenschlichkeit, schon längst verschollen geglaubt, wieder an die Oberfläche gespült wird.

Da zu befürchten ist, dass die Unmenschen bei der Wien-Wahl weiter Aufwind bekommen, befürchte ich, dass es bald geschieht, dass Asylantenheime brennen oder Fremde vor Gewalt zittern müssen.
Der braune Mob ist wieder los.

Mir ist nur noch schlecht. 😦

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19 Antworten zu Mir reichts.

  1. reinhard schreibt:

    ich muss Dir voll recht geben, in allem was Du hier schreibst. was mich darüber hinaus erschüttert ist, dass auch Politiker, von denen ich Menschlichkeit und Solidarität erwartet hätte, hier nichts „gescheites“ zusammenbringen. was ist mit unserem Kanzler, den Ministern? wer ist denn der, der sagen kann „mieten wir eine Messehalle, stellen wir betten auf und keiner muss mehr im freien übernachten“… warum geht das nicht?
    jeder von den oben genannten verkriecht sich hinter irgend einer regelung, sei es auf landes/bundes/EU-ebene und redet sich damit sein gewissen rein. das trägt mit dazu bei, das flüchtlingsproblem noch mehr zu einem Thema für die rechten zu machen und so sind alle, die untätig sind (obwohl sie in einer Position sind wo sie sowas verantworten) mitschuld an einem möglichen weiteren Rechtsruck.
    wir sind stand heute als EU/Europa/welt nicht in der lage, die Auswirkungen des IS,etc halbwegs in den griff zu bekommen – wie lange wird es da wohl dauern bis wir die Ursache adressieren?
    ganz ehrlich gesagt sehe ich hier *keine* Partei – wenn wirs politisch betrachten wollen – die das gut macht. in den ländern wo rot/schwarz/grün (hab ich wen vergessen?) in der Landesregierung sitzen – nirgends schaffen sie es, die vorher versprochenen plätze für Flüchtlinge bereitzustellen.
    sorry – aber das musste ich jetzt auch mal loswerden ….

  2. Stefan Barbaric schreibt:

    Was wir brauchen ist Mut und Einsatz gegen Idioten deren Resthirn braun eingeräuchert ist.
    Noch grösere Idioten sind für mich die, die jetzt an der Macht sind und auch von solchen Strömungen profitieren wollen und Ihre Macht absichern.
    Wo doch alles so einfach ist: die Schlepper sind an allem schuld, Augen zu und durch.

    Mir graust, es is zum Kotzen…..
    Danke, der Artikel ist das Beste was ich seit langer Zeit gelesen habe!!

    Stefan Barbaric

  3. Petar schreibt:

    Danke für diesen Artikel, den ich inhaltlich jederzeit unterzeichnen kann. Trotz meiner Erziehung geht es mir ähnlich: ich könnte so manchem wirklich auch ins Gesicht … eh schon wissen. Es gilt, gerade jetzt energisch gegen solche Leute aufzutreten.

  4. binal23 schreibt:

    Ja, das fügle ich im Moment auch jeden Tag… 😦

  5. Pingback: Gutmenschen versus Besserdeutsche | Des Schwachsinns fette Beute

  6. Für die Freiheit schreibt:

    Echte Nazis dürfen nie mehr ans politische Ruder kommen. Aber die Wortwahl in diesem Artikel ist fürchterlich – nazideutsch. Wir sollten uns auch sprachlich von den Pöbelchaoten abheben.

    • Gerald Kitzmüller schreibt:

      Ich gehe d’accord mit der Sprachpflege.
      Doch seit Jahren versuche ich es höflich und bestimmt, nur fühlen sich die wirklichen Unmenschen durch die Samthandschuhe bestätigt, wie mich meine Erfahrung lehrte.
      Sie verstehen nur ihre eigene, derbe Sprache. Leider.

  7. Da Strache is afoch nd normal
    I steh voi zu de Asylanten da die sicher keine schlechten leute sind.

  8. Alina schreibt:

    und jetzt sagt mir bitte einer, dass diese Wortwahl in Ordnung ist. Sich aufeegen, dass Rechte nur hetzen und selbst kein Stück anders.
    Ich find’s immer mehr „belustigend“, dass momentan soviele Blogeinträge gegen das „rechte Volk“ auftauchen. Wie extrem versucht wird, dagegen anzukämpfen. Komisch, dass die Rechten nie soetwas über die Linken schreiben würden. Wirklich fraglich wer hier die ganzen Hetze betreibt. Für mich steht die Antwort jedenfalls fest. Allein der Satz „Am liebsten würde ich Euch ins Gesicht spucken.“ oder „verpisst Euch aus unserer Mitte“. Genauso menschenherabwürdigend! I’m sorry, das ist die Wahrheit…

    PS: Ja, nach dem ich das gelesen habe, ist mir auch schlecht…

    • Werner Eder schreibt:

      Na hallo, fühlen Sie sich etwa betroffen? Ihre Feststellung „Komisch, dass die Rechten nie soetwas über die Linken schreiben würden“ ist geradezu lächerlich. Deren Wortschatz an Beschimpfungen ist nicht mehr zu übertreffen, ihre Menschenverachtung ebenso. Davon gibt es Beispiele reihenweise in Facebook, und zwar gegen alle, die nicht bereit sind, ihrer Ideologie zu folgen, denn die verstehen sie alle als Linke.

    • prophet schreibt:

      völlig richtig. liegt daran dass die jeweiligen „blogger“ im geiste auch lieber ss methoden anweden würden, es aus historischen gründen aber leider nicht können. für die gute sache natürlich….

      • gnaddrig schreibt:

        Ich weiß nicht, prophet, ob der jeweilige „blogger“ hier tatsächlich im Geiste lieber SS-Methoden anwenden würde. Und, Alina, der Unterschied zwischen den Rechten, von denen Gerald Kitzmüller genug hat und Gerald Kitzmüller ist doch der, dass die Rechten die Leute (Flüchtlinge, überhaupt Ausländer – vielleicht nicht uns Piefkes aber alle aus „dem Süden“ – und generell Andersdenkende) beschimpfen, beleidigen, bedrohen, oft genug tätlich angreifen und vielfach vor Mord und Totschlag nicht zurückschrecken und sich dabei oft noch als die Hüter des Abendlandes aufspielen, kann einem schon die Galle hochkommen.

        Dass man sich dann mal etwas deftiger äußert, ist da eigentlich nicht weiter verwunderlich. Zumal es stimmt – freundlich-zurückhaltende Worte kommen nicht an, die Bratzen verstehen das nicht oder deuten es gern als Schwäche. Wer sich am Lautesten auf die Brust trommelt ist eben der Obergorilla.

        Aber wie gesagt, ich lese hier keine Aufforderung zu Straftaten, keine Drohungen, keine Pöbeleien, sondern die Beschreibung seines Gemütszustandes. Und dass jemand angesichts des niederträchtigen Verhaltens viel zu großer Teile der Bevölkerung (eine bestimmte hier auch schon erwähnte Partei tut sich da in Österreich besonders hervor, dann sind da die Steine- und Molotowcoctailwerfer, die Randalierer und nicht zuletzt die tapferen Kommentarkrieger wie Daniel Fischer oder Astrid Fuchs, die ihr widerwärtiges Gedankengut völlig ungeniert unter Klarnamen in die Welt blasen), dass da jemandem die Hutschnur hochgeht, kann ich gut verstehen.

        Gerald Kitzmüller beschreibt seine Gefühlslage – am liebsten würde er den Leuten ins Gesicht spucken und ihm ist schlecht – und wertet das Verhalten dieser Leute – er sieht sie als der Solidargemeinschaft unwürdige, gschissene Arschöcher, als Hetzer und (die Politiker, die da mitschwimmen) Kriecher.

        Er spuckt aber niemandem tatsächlich ins Gesicht, er fordert niemanden nicht zu Straftaten auf, er hetzt nicht, sondern beschreibt, was jeder selbst beobachten kann. Da sehe ich einen ganz großen Unterschied zu dem von ihm kritisierten fremdenfeindlichen Mob.

        Man muss mit dem Artikel nicht in allem einverstanden sein, und über den Stil könnte man diskutieren, obwohl das in Sachen Derbheit noch nichtmal in Sichtweite von vielem ist, was gewisse Politiker so rauslassen, vom Mob vor den Flüchtlingsunterkünften und auf Facebook mal ganz zu schweigen. Aber trotz einer gewissen Derbheit und Emotionalität ist dieser Text himmelweit von dem entfernt, was er kritisiert.

        (Den Artikel auf Politpyro finde ich übrigens ziemlich lesenswert, prophet, das ist ein guter Beitrag. Das mit Hass – Gegenhass sehe ich auch so. Dass man die Leute nicht auf ihre oft armselige Rechtschreibung reduzieren kann und sprachliche Defizite nichts über die vertretenen Positionen aussagen, wird auch zu wenig bedacht.

        Man sollte sich überlegen, wie man mit den Leuten umgeht, um sich nicht Kommunikationsmöglichkeiten durch Arroganz und kindische Besserwisserei zu verbauen. Diese Überlegungen werden mich persönlich trotzdem nicht davon abhalten, diese Leute u.U. mit ausgesprochen unfreundlichem Vokabular zu belegen. Allerdings versuche ich, ihre Inhalte aufzuspießen, nicht ihre Rechtschreibung oder ihren persönlichen Geschmack.)

        Das ist jetzt vielleicht ein bisschen arg lang geworden, ich fands aber nötig, das hier loszuwerden.

      • Gerald Kitzmüller schreibt:

        Gut zusammengefasst, danke.

        In der Tat würde ich mich immer scheuen, Gewalt – ebenso von der humanistischen Seite – zu glorifizieren, nein, ich verabscheue Gewalt zutiefst.

        Aber ich bin grantig, nein, zornig.

        Zornig auf die vom Wohlstand und der in Europa gelebten Dekadenz versteinerten Herzen, von der Gier, vom Neid auf die Ärmsten, von den Gewalt- und Machtfantasien dieser Individuen, die derartig unmenschlich denken und auch handeln, dass mir das Wort „Mensch“ nur schwer über die Lippen kommt.

        Angewidert von der Herzlosigkeit, mit der nicht emotionslos, sondern sogar freudvoll der Tod von Flüchtlingen, die oft nichts mehr außer ihr Leben besitzen, hingenommen wird.

        Solche Menschen will ich nicht um mich haben, und mir graut, wenn ich daran denke, eine FPÖ würde im Fahrwasser dieser Stimmung Wahlen gewinnen.
        Eine Stimmung, die hauptsächlich durch deren Wirken wieder salonfähig wurde und übelst an die Zwischenkriegszeit erinnert.

        Ich schäme mich dafür, dass solche Exemplare der Barbarei unter uns weilen und selbstzufrieden ihr Bier trinken, ihren Wagen trotz Hitzewellen verschwenderisch mit Trinkwasser waschen, aber zugleich Flüchtlingen nicht einmal Markenschuhe gönnen.

        Ich bin nur noch zornig, und all meine Kraft, die ich habe, und die ich am Besten in Worten ausdrücken kann, verwende ich in Zukunft, um Leute zu erreichen und gegen diesen abscheulichen Trend zu ermutigen.

        Danke!

  9. hansmaennicke schreibt:

    Hat dies auf hansmaennicke rebloggt und kommentierte:
    Wir dürfen nicht Schweigen bei soviel Menschenverachtung.
    Danke für den Artikel.

  10. hansmaennicke schreibt:

    Es gibt eine kranke Minderheit die aufgehalten werden muss. Auch und besonders durch die Politiker und die Strafverfolgungsbehörden. Nicht nur die Schlepper sind zu bestrafen sondern alle die so menschenverachtende Kommentare öffentlich auf FB schreiben.

  11. Chris schreibt:

    Ich könnte gar nicht so viel fressen, wie ich angesichts der grausigen Menschen kotzen möchte…

    • gnaddrig schreibt:

      Ah, um Hilfe schreien. In einem geschlossenen Lkw auf der Autobahn bzw. in einer Pannenbucht. Wer soll das Schreien dort denn hören? Das ist ein voll zuendegedachter Einwand von Frau Fuchs.

      Außerdem ist die Todesursache ja noch gar nicht bekannt. Dass die Leute erstickt sind, ist vorerst nur Spekulation. Es kämen sicher auch Hitzschlag, Verdursten, allgemeine Entkräftung, Infektionen oder Kombinationen davon in Frage. Das muss die Bratzen natürlich nicht interessieren, für die zählt ja sowieso nur das Ergebnis.

      Man muss sich ja nicht gleich freuen, dass so viele Flüchtlinge hier landen, aber das ist wirklich zum Kotzen.

  12. silvia spielvogel schreibt:

    Silvia Spielvogel unter den kindern soll ein 1 jähriges kind dabei gewesen sein, ich war gestern bei meinen sohn und meiner schwiegertochter und meinen enkelsöhnen meine schwiegertochter hat dann bei den nachrichten den ton etwas lauter eingeschalten ich saß neben meinen zweijährigen enkel und sie hielt meinen 2 monate alten enkel in der hand da hörten wir eben, dass ein 1 jähriges kind in dem auto gewesen sein soll wir dachten beide in dem moment das gleiche eine mutter hat ihr kind gehalten und vermutlich gebetet, dass sie lebend aus dem auto kommen und in dem moment ist es egal welcher religion oder nationalität jemand angehört es ist eine mutter die angst um das leben ihres kindes hatte und das allein sollte zählen ich bin nicht mit der asylpolitik in österreich einverstanden aber solche post´s wie oben auf dem bild finde ich abscheulich irgendwo in irgendeinen land betet eine mutter das ihr kind die flucht geschafft hat und wird nun hören das es in einen auto erstickt ist in welcher welt leben wir eigentlich????

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