5 SEKUNDEN vor zwölf – Eine Betrachtung des schleichenden Impakts


Nein, ich bin kein Schwarzmaler, sicher nicht.
Mein „Leid“ besteht aber darin, Dinge zu betrachten und deren Folgen weiterzudenken.

Das ist ein Fluch, denn dadurch erkennt man viele Dinge, die man eigentlich gar nicht sehen mag.

Diesmal schreibe ich wirklich in vorauseilender Angst über eine Zukunft, die uns allen blüht und die mit größter Wahrscheinlichkeit kaum mehr abzuwenden scheint.

Vor unserer Menschheit stehen Herausforderungen, die unsere Zivilisation dauerhaft auf ihre härtesten Proben stellen wird.

Während wir uns über Unfug streiten und viele hierorts wie auch anderswo Flüchtlingen die kleinsten Besitze neidisch sind, merken wir gar nicht, wie die Menschheit mit 200 km/h gegen eine Wand fährt und offensichtlich noch kaum jemand begreift, welche Probleme der Mensch eigentlich wirklich in den Fokus nehmen sollte.

Wirklich!
Ich bin kein „Das Ende ist nah!“-Wirrkopf, doch versuche ich nüchtern die Kausalität vieler Faktoren, die still und heimlich immer mehr Wirkung zeigen, zu begreifen.
Leider erscheint mir dabei in keinster Variante ein positives Zukunftsszenario.

Ich als einzelner bin viel zu ohnmächtig, um etwas dagegen tun zu können, und doch bricht es mir das Herz, wenn ich sehe, dass sich am menschlichen Verhalten noch immer nichts ändert.

Ein paar Indikatoren für meine düstere Vision:

Bevölkerungsentwicklung und Ressourcenverschwendung:

Aktuell bewegt sich die Menschheit in Richtung 7,5 Milliarden Individuen.
Zum Vergleich: In meiner Kindheit betrug die Weltpopulation ca. 4 Milliarden.
Innerhalb einer Generation kann man also getrost von einer Verdoppelung der menschlichen Population auf diesem Planeten sprechen.

Im Grunde kein Problem, denn wären die Ressourcen gerecht verteilt, könnte es lt. Studien möglich sein, bis zu ungefähr 20 Milliarden zu ernähren.
Soweit in der Theorie, doch die Praxis lehrt uns anderes.

Abgesehen davon, dass in geraumer Zeit ein ganzer Kontinent unserer Landmasse, nämlich die Antarktis, nicht zur Verfügung stehen wird, und damit ein erheblicher Teil an Landmasse verborgen und unbesiedelbar bleibt, sieht es anderswo auch schon sehr düster aus:

Die Sahara erweitert sich rasant und nimmt den Menschen in Afrika immer mehr Lebensraum.
Das verfügbare Trinkwasser wird in besonders dicht besiedelten Gebieten (Süd-, Südostasien, Afrika, Arabien…) immer kostbarer, weil rarer.

Natürliche Ressourcen wie der Amazonas-Regenwald, die unser Überleben garantieren, werden gnadenlos, der Wirtschaft und des Profits wegen, kahlgeschlagen.

Ganze Landstriche fallen der Monokultur langfristig zum Opfer.


Beispiel von illegaler Abholzung in Peru

Manche Gebiete (und im Laufe der Jahrhunderte werden sicher einige folgen) sind auf Jahrtausende durch Strahlung unbewohnbar.

In den Ozeanen gibt es inzwischen Inseln aus Müll, die eine Größe von mittelgroßen Ländern erreicht haben.

Auf der anderen Seite wird CO² weiter ungebremst in unsere Atmosphäre gepumpt, als gäbe es kein Morgen.
Städte, nein Moloche der dritten Welt sind inzwischen derartig verslumt, dass Krankheiten wie Cholera und auch Pest nur darauf warten, zu mutieren und uns nebenbei das Leben schwerzumachen.

Fossile Brennstoffe werden ungehindert und immer effizienter aus dem Planeten gesaugt, damit wir mobil sind und uns den Alltagsluxus leisten können.
Kohle-Abbau wird jährlich verstärkt, um den steigenden Bedarf noch decken zu können.

Wofür? Damit der Rubel rollt, Preise auf den Börsen stabil bleiben, Blasen am Platzen gehindert werden.

Dabei werden all diese Reichtümer, die unser Planet zu bieten hat, gar nicht gerecht verteilt.

In der selben Zeit, in der wir im Sommer verwöhnt unsere Autos waschen und uns dem Gießen von Zierpflanzen in der prallen Sonne widmen, verdursten anderswo schon längst Menschen oder haben keinen Zugang zu Trinkwasser, das wir, weil uns die inzwischen schon ungewöhnliche Hitze so zusetzt, zum x-maligen Duschen am Tag vergeuden.

Wir haben es ja…

Aber das ist nur ein aktuelles Bild.

Die Menschheit wächst ungebremst und jeder will seinen persönlichen Vorteil aus dem Leben ziehen.
Keiner will auf irgendetwas verzichten, sieht seinen Anteil gefährdet, sitzt auf seinem Klimbim wie Dagobert Duck auf seinen Talern im Geldspeicher.

Ja nicht teilen. Ja nichts hergeben. Ja nichts von all dem Luxus, der zum Leben gar keine Relevanz trägt, abgeben.

Nein, im Gegenteil: Wir beschweren uns über Semmeln, die nicht mehr ganz frisch sind, wenn wir kurz vor Ladenschluß im Supermarkt noch schnell etwas einkaufen wollen.
Wir sind unzufrieden, wenn das Obst oder Gemüse, das ganz selbstverständlich aus aller Herren Länder in unsere Läden gebracht wird, nicht genormt und knackfrisch zur Verfügung steht.

Deshalb werden täglich, nur im kleinen Land Österreich, viele Tonnen an Lebensmittel, die in großen Gebieten der Erde mit Kußhand genommen würden, einfach in die Container geschmissen.

Denn wir haben’s ja.

Wir beschweren uns, weil ein Flüchtling, der gerade den Gräueln des Krieges entkam, ein Handy besitzt.
Sind erbost, wenn wir im Berufsverkehr mal zehn Minuten länger im Stau stehen als sonst.
Regen uns auf, wenn im Fernsehen nichts interessantes gezeigt wird, das Smartphone gerade nicht macht, was man will etc.
Streiten über Sportergebnisse.

Ganz schön heftige Sorgen, nicht?

Während uns all unsere unpackbar lächerlichen Sorgen plagen, dreht sich der Planet weiter.

Er dreht sich und absorbiert all die Gifte, die wir ungehindert in sein Luftmeer und sein Inneres schießen.

Und dadurch verändert er sich…

Klimawandel: 

Der Klimawandel ist inzwischen auch dem einfachsten unter uns ein Begriff, doch sollte man dieses Phänomen, das gar keines ist, sachlich und ruhig betrachten.

Klimawandel gab und gibt es immer, das Weltklima wird immer laufenden Umständen Tribut zollen und auch trotzen, wodurch es sich in jeder Sekunde modifiziert.

Das Wort „Klimawandel“ ist daher eigentlich falsch.
Um das Kind beim Namen zu nennen, ist „Klimaerwärmung“ das richtige Wort.

Dem Planeten ist diese sich immer schneller drehende Spirale der Erwärmung des Weltklimas scheißegal, da können wir uns beruhigen.

In der Erdgeschichte gab es unzählige Male weit dramatischere Änderungen der Klima-Parameter, und immer wurden diese von Fauna und Flora überlebt.

Die Klimaerwärmung ist nur für eine Spezies wirklich gefährlich: Den Menschen.
All das, was die menschliche Zivilisation an Aufbau und Entwicklung erreichte, schaffte sie nur durch moderates und gemäßigtes Klima.
Mit einem temporären Peak unserer Eiszeit wie vor 15.000 Jahren würden wir mangels Nahrungsmittelproduktion nicht fertig werden, die Menschheit würde schlicht verhungern.

Auch im umgekehrten Falle, der uns nicht nur droht, sondern (dank der menschlichen Gier) so gut wie sicher ist, wird es existenzbedrohende Probleme geben.

Dank der Bevölkerungsexplosion und der galoppierenden Ausbeutung von Ressourcen, die unseren Nachfahren nicht mehr zur Verfügung stehen werden, wird noch in diesem Jahrhundert eine Enge und Not entstehen, die in der Geschichte seinesgleichen suchen wird.

Aktuelle Prognosen weisen auf eine Erwärmung des Weltklimas von >2° bis zum Jahre 2100 hin.
Im besten Fall.

Das Resultat dessen wird verheerend sein.

Nicht nur, dass die Wüsten explodieren werden, werden auch in Bälde ganze Landstriche vom Wasser überflutet werden.

Die Malediven, Mauritius etc. gehören bald als erste der Vergangenheit an.
Staaten wie die Niederlande werden in spätestens 50 Jahren auch in den Strudel des Unglücks vom ständig steigenden Meeresspiegel reingezogen und müssen sich etwas einfallen lassen, um nicht im wahrsten Sinne des Wortes unterzugehen.

Dafür gibt es eine jährliche UN-Klimakonferenz, wo all die genannten Probleme eigentlich gemeinsam(!) gelöst werden sollten.
Aber nein…persönliche Bedürfnisse reicher und mächtiger Staaten werden weiterhin mit Quote verschoben, der Profit und das Wirtschaftswachstum diktiert weiterhin das Geschehen und verhindert eine radikale und nötige Notbremse.

In einer Artikelserie werde ich die Details betrachten, die Kausalität näher unter die Lupe nehmen, die Parameter näher beleuchten.

Dabei habe ich manche katastrophale Faktoren noch gar nicht angesprochen, wie die Überfischung etc.

Leute, wir alle steuern auf grimmige Zeiten zu.
Aber wir echauffieren uns, weil Kriegsflüchtlinge Handies besitzen…

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