Ja, ich bin ein Ausländerfeind!


Moment, gemach!

Nein, die linksgerichteten können wieder den vorgerührten Schaum vom Mund wischen.
Und die rechten Recken dürfen sich getrost das gehässige Grinsen ersparen.

Klassisch „links“ und das neue „rechts“ sind sowieso zwei Welten, die mir inzwischen unsympathischer nicht sein können.
Beide Seiten sehen sich als Verfechter einer allumfassenden Wahrheit, doch wird von beiden in ignorantester Weise mit Füßen getreten, was viele in der Vergangenheit mit Blut bezahlt haben: Respekt voreinander und Empathie.

Wenn Ihr Euch inzwischen so verfeindet gegenübersteht: Wie wärs, wenn Ihr Euch, anstatt dass Ihr Euch feige hinter einem Keyboard aus dem behaglichen zu Hause auf einer Bluatwiesn trefft und Eure Wahrheiten gegenseitig einprügelt?
In einem seid Ihr nämlich inzwischen wunderbar vereint: Im Hass.

Was meinen Titel angeht, so fahre ich lieber fort.

Nach dem FPÖ-Triumph in der Steiermark und im Burgenland fühle ich mich einfach nur bemüßigt, auch wieder einmal einen politischen Artikel zu verfassen.

Ja, ich bin ein Ausländerfeind.

Warum ich mich so bezeichne, ist leicht erklärt.

Ich sehe mich nämlich als Weltbürger, als Kosmopolit, als jemand, der keinen Unterschied zwischen Hautfarbe, Ethnie, Herkunft, politischer Färbung, sexueller Orientierung, Religiösität oder anderen Schubladen sieht.

Primär sind wir alle gleich.

Wir sehnen uns nach Liebe und Zuneigung, Sex und Erotik, einem halbwegs sinnvollen Auskommen, inneren Frieden, einer eigenen Familie, gutem Essen, trivial ausgesprochen wollen wir doch alle nur ein halbwegs schönes Leben führen.

Völlig egal, ob wir aus Österreich, der Türkei, einem Ex-jugoslawischen Staat, dem früheren Ostblock, der USA, China, Burkina-Faso oder völlig egal welcher Region der Welt stammen.
Unerheblich, ob wir männlich oder weiblich sind, alt oder jung, arm oder reich, dick oder dünn: Wir alle wollen einst das Glück besitzen, im hohen Alter auf ein halbwegs erfülltes Leben zurückblicken.

In der Steiermark und im Burgenland erlebte das Land Österreich, das nichts anderes als ein politisches und verwaltungstechnisches Konstrukt, welches durch die Geschichte gebildet wurde (auch könnte hier jetzt ein völlig anderes Sittenbild herrschen, es hätten nur die Hunnen, die Magyaren, die Osmanen, Napoleon, die Nazis etc. dauerhaft Wurzeln schlagen müssen), eine menschlich erschreckende Zäsur.

In beiden Bundesländern, insbesondere in den ländlichen Zonen, die nach wie vor, trotz globaler „Völkerwanderung“, bedingt durch die rasante Mobilität der heutigen Menschheit, kaum Menschen anderer Ethnien beherbergen, gewann eine FPÖ durch einen permanent und radikal geführten Ausländerwahlkampf.

Es wurden Ängste geschürt, die irrationaler nicht sein können.

Wenn eine Marktgemeinde wie Eibiswald im Bezirk Deutschlandsberg, mit einem Ausländeranteil von 2,1% (Quelle: Wikipedia), mit 35% (+25%) eine FPÖ wählt, die in der Steiermark nur durch zeitweise widerliche Aussagen zur aktuell weltweiten (und nicht nur die Insel der Seligen, sondern so ziemlich jeden Staat der freien Welt) Flüchtlingswelle durch grausame Konflikte auffiel, gibt mir das zu denken.

Eibiswald ist keine Ausnahme, davon gibt es ein paar Beispiele.

Aber was hat dieses für die Optik unserer Gesellschaft fatale Wahlergebnis mit meiner titulierenden Aussage zu tun?

Weil ich als Weltbürger schon langsam ein Gegner von Ausländern bin.

Nur: Was betrachte ich als Ausländer? Nein, niemanden mit anderer Herkunft.
Auch die Kultur desjenigen ist mir powidl.

Für mich ist inzwischen jeder ein Ausländer, der sich entgegen dem Trend der weltweiten Gesellschaftstrends hinter Flaggen und Nationalitäten versteckt, Menschen anderer Nationalität und Ethnie klassifiziert und sich selbst als etwas lebenswerteres betrachtet.

Da ist es mir egal, ob der- oder diejenige aus Österreich, Deutschland, dem Kosovo oder meinetwegen vom Planeten Venus stammt: Ich kann diese Nationalitäten-Chauvinismen einfach nicht mehr sehen!

All das Gehetze, all die Isolation, um „unter sich“ zu bleiben, all dieser Hass, diese Vorurteile…homo sapiens sapiens steht, trotz aller technischen und sozialen Errungenschaften, gesellschaftlich nicht nur auf der Stelle, er bildet sich in plumpe Nationalismen zurück.

Davon distanziere ich mich.

Auch distanziere ich mich davon, wie sehr schon Hass unsere Gesellschaft zerfressen hat.
Egal, ob Links gegen Rechts, „In-“ gegen „Ausländer“, Christ gegen Moslem, nein, sogar tiefer in der Materie Protestant gegen Katholik oder Sunnit gegen Schiit: Ich kann das alles nicht mehr leiden!

Wie wäre es endlich mit Kommunikation?
Geht doch endlich aufeinander zu, oder meinetwegen geht alle gemeinsam in Euren Chauvinismen unter.
Wenn Ihr alle (auch ich) Euren angeborenen oder anerzogenen Vorurteilen den Vortritt lässt, anstatt dass Ihr sie reflektiert, dann wird die Menschheit wieder Grausamkeiten erleben.

Egal von welcher Seite beginnend, keine Seite wird der anderen etwas schenken.

Das ist nicht die Menschheit, die ich mir wünsche.

Also, Ihr ganzen nationalistischen In- und Ausländer, die Ihr keine Weltbürger seid: Ich mag Euch nicht.

Wie wärs einmal, indem Ihr Euch gegenseitig nach Eurem Verhalten, Eurer Menschlichkeit, Eurer Empathie bewertet?
Wie wärs, wenn Ihr die beschissenen Nationalflaggen und Ressentiments mal runterschluckt und miteinander REDET?

Dann hat dies alles eine Zukunft.

Seid Ihr alle (mir inklusive) aber so ignorant und verbohrt, und verweigert Ihr die Kommunikation…nun, dann ist unserer Spezies wirklich nicht zu helfen.
Dann haben wir all das kommende Leid auf dieser Welt redlich verdient.

Diese Spezies hat es in der gesamten Geschichte nicht einen Tag ohne Kriege und Konflikte geschafft, weder in der Steinzeit, noch im 21. Jahrhundert.

Und wir nennen uns „intelligent“?
Intelligente Spezies lernen aus Fehlern.

Es wird Zeit, dass wir alle unsere von uns selbst angediehene Intelligenz auch mal säen und unter die unseresgleichen bringen.

Ansonsten -> schlagt Euch die Schädel ein. Bitte.
Nationalismen und Rassismen widern mich nur noch an, das ist mir zu primitiv.

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Eine Antwort zu Ja, ich bin ein Ausländerfeind!

  1. adasd schreibt:

    Reißerischer Titel, nichts dahinter.

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