Danke an die Menschen, PFUI an unsere Spitzenpolitiker!


Paris schrieb heute Geschichte, denn der „Marche Republicaine“ war vielleicht das imposanteste Zeichen an Gemeinsamkeit, welches ich jemals sehen durfte.

Frankreich 3Danke an die unzähligen Menschen auf den Strassen der Welt, die heute zeigten, wofür sie stehen: Für Freiheit der Meinung und des Individuums,

Der Marche Republicaine war ein kollosales „In your face“ in das Gesicht jedes fundamentalen Menschen auf der Welt.

Sei es ein extremer Muslim, Christ, rechter oder linker: Heute wurde von den Massen gezeigt, dass in unserer Gesellschaft kein Platz für Gewalt und Extremismus ist!

Dafür ein großes „Danke“, denn mein Glaube an die Menschheit bekam heute virtuelle Steroide eingeimpft.

Jetzt aber das Negative, an einer Nebenfront dargebracht: Was das offizielle Österreich sich heute leistete, war wieder einmal Symbol einer provinziellen Posse, die hier Einzug hielt.

.) Über 1,5 Millionen Menschen marschierten in Paris, eine unfaßbar imposante Zahl an Teilnehmern, denen es an der Präsentation der Menschlichkeit lag.
Währenddessen fanden in der ganzen Welt auch Veranstaltungen statt.
Stellvertretend für fast alle Staaten Europas gingen die Regierungsspitzen Arm in Arm, trotz des massiven Sicherheitsrisikos wagten sie es, in der Öffentlichkeit aufzutreten, jederzeit der Gefahr ausgesetzt, vielleicht einer Sicherheitslücke zum Opfer zu fallen.

Für etwaige Sniper war dies eine einmalige Gelegenheit, und wäre auch nur EIN Schuss gefallen, wäre eine Massenpanik mit unvorstellbaren Ausmaßen die Folge gewesen.
Trotzdem marschierten sie einig mit den Menschen mit.

Alle, bis auf ein kleines Land in der Mitte Europas, dem gallischen Dorf gleich, das sich einen Dreck darum schert, symbolisch entweder den Bundeskanzler oder den Bundespräsidenten zu senden, wenn es doch eine Veranstaltung im gemütlichen Wien gibt.

.) In diesem gemütlichen Wien gibt es den ORF, seines Zeichens offizielles Medium dieses Landes, mit öffentlich-rechtlichem Status, niemals verlegen, die x-te Wiederholung von „How I met your mother“, „Malcolm mittendrin“ oder ausnahmslos jede Hochzeit der Adelsfamilien stundenlang zu zeigen.

An diesem geschichtsträchtigen Tag war aber die Veranstaltung am Ballhausplatz (Kunststück, schliesslich standen unsere gesamten Spitzenpolitiker mit betroffener Miene da und boten sich für Großaufnahmen an) wichtiger als der Marche Republicaine.
Dieser wurde auf ORF III platziert, dem Spartensender, ohne Kommentar, in liebloser Nische.

„Was wollt Ihr denn, wir haben es eh gezeigt?“, kann der ORF jetzt sagen.

Ich sage: Die Prioritäten wurden wieder einmal schonungslos dargebracht. Wo Geschichte passiert, interessiert nicht, wenn es nicht der Beweihräucherung der eigenen Spitzen dient.

.) Die Wiener Veranstaltung (noch einmal: tiefsten Respekt zolle ich jedem privaten Teilnehmer, der aus Idealen und der lobenswerten Verteidigung von Meinungsfreiheit und Freiheit des Individuums auftrat) war zufällig(?) die einzige, welche den Titel „Kundgebung der Bundesregierung“ trug.

Es stinkt nach Selbstbeweihräucherung, es triefte förmlich vom Mief der Wahlwerbung.

Eine globale Veranstaltung, die von den Menschen für den Menschen sein sollte, wurde bei uns von der Bundesregierung gesponsert?
Ohne Regierung hätten die Menschen wahrscheinlich das selbe zu Stande gebracht, da bin ich mir sicher.

Nein, im Superwahljahr heißt es bekanntlich, dass man sich zu präsentieren hat.

Und bevor man in der dritten Reihe Richtung Pariser Platz der Republik hatscht, spielt man den generösen Friedensstifter.

Das war ein Schuss ins Knie.

Übrigens, und das ist bis jetzt hinter den Kulissen passiert: Die selbe Bundesregierung, die es scheinbar mühelos schaffte, in drei Tagen so eine Veranstaltung zu befehlen, schafft es seit Mitte November(!) nicht, ein Konzept für ein Lichtermeer, das in ihren Büros aufliegt (ist von mir entworfen und unter Unterstützung eines Gemeinderates der Stadt Wien versendet worden), abzusegnen.

Seit 2 Monaten warte ich auf das offizielle „OK“ zu einer Unterstützung für das Lichtermeer 2.0 (www.facebook.com/Lichtermeer2.0) , das so oder so stattfinden wird, um die Menschen einig auf den Heldenplatz für den Frieden protestieren zu lassen.

Worauf warten die Regierungsmitglieder in diesem Fall?
Könnte es sein, dass es keine Priorität hat, weil es nicht von der Bundesregierung, sondern von einem kleinen Niemand organisiert wird?
Könnte es sein, dass nur schnell durchgewunken wird, was der persönlichen Reputation dient?

Nun, wir erlebten Ende 2013, als Österreich es nicht schaffte, Kanzler oder Präsident zum Begräbnis von Nelson Mandela zu schicken, dass unsere Spitzen scheinbar wichtigeres zu tun haben als Dinge zu supporten, wo sie entweder in der Menge verschwinden oder nicht als Schirmherren gelten.

Im Februar 2013, als die Rettung der Niemetz Schwedenbomben im Gange war und ein Einkaufs-Flashmob für den Niemetz-Shop von mir organisiert wurde, war es das gleiche Bild.
Trotz wiederholter Anfragen von mir, Unterstützung der Politik zu bekommen, bekam ich nie auch nur eine „Geh scheißen“-Replik auf meine Bitten.

Doch während des Flashmobs, als der ORF etc. vertreten waren, tauchte plötzlich Frauenministerin Heinisch-Hosek mit eigenem Fotografen auf…um zu „glänzen“.

SO NICHT!

Was wir hier in Österreich in allen Parteien vorfinden, sind Menschen, die nur einen Finger rühren, wenn sie sich selbst Profit davon versprechen können.
Ein guter Zweck macht für diese nur Sinn, wenn das eigene Konterfei groß von den Fotos grinst.

Die heutige Veranstaltung wurde wieder okkupiert.

Ich bedaure zutiefst den Tod der Opfer der Terrorattacken in Paris, aber genauso der tausenden Opfer von Boko Haram (hierzu könnte ich mich nicht erinnern, dass einer der Politiker den Mund aufgemacht hat).

Tätigkeiten, die dem Gemeinwohl dienen, scheinen in diesem Land nur Zukunft zu haben, wenn die Politiker nach dem Prinzip „quid pro quo“ auch profitieren.

Darauf kann man getrost verzichten, und genau das ist auch der Grund, warum wir überall in Europa eine gereizte, kritische Stimmung haben.

Die Politik ist nicht da, wenn man sie braucht.
Sie kommt nur, wenn sie UNS braucht.

Lacht nur weiter von allen Fotos, zeigt Eure Konterfeis überall.
Eure Eitelkeiten können zumindest mir persönlich gestohlen bleiben.

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2 Antworten zu Danke an die Menschen, PFUI an unsere Spitzenpolitiker!

  1. Deine Daemonen schreibt:

    „Trotz wiederholter Anfragen von mir (…), bekam ich nie auch nur eine “Geh scheißen”-Replik auf meine Bitten.“ Dir kann geholfen werden: GEH SCHEISSN!

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