WELCHE Traditionen, Ihr Rechten?


In letzter Zeit haben sich einige rechte Organisationen und Parteien fast schon um Themenführerschaft duelliert, wenn es gegen Migranten, Muslime, sozial schwächere, linke, Homosexuelle etc. ging.

Beliebtes Thema sind die inflationär genannten „Traditionen“, welche besonders heldenhaft von unseren allseits „geliebten“ blauen als Argument genannt werden.

Wie wir alle wissen, ist es die FPÖ, die einige Begriffe aus unserem reichhaltigen Sprachschatz regelrecht vergewaltigt.

„Nächstenliebe“ ist die größte Frechheit.
Wenn eine Partei auf „Nächstenliebe“, übrigens das höchste Gebot aller Weltreligionen, pocht, gleichzeitig aber auf alles, was nicht ins eigene Weltbild passt, gnadenlos hinpeckt, möchte man als Mensch, dem andere Menschen, bar jeder Vorverurteilung, gleich wert sind, am liebsten in einen Kopfpolster beißen.

Vor der Gemeinderatswahl in Niederösterreich beweisen die (weniger) Damen und (mehr) Herren(menschen) der FPÖ allerdings weit mehr Inkompetenz.

Einerseits, dass die Fälle Pyhra und Loosdorf zeigen, dass diese Partei nicht einmal über Funktionäre verfügt, die den eigenen Gemeindenamen richtig schreiben können, andererseits, dass die inzwischen zur Gewohnheit gewordenen Brechmittel-Reime immer gemeiner werden.

Pyhra:

Pyhra

Loosdorf:

Loosdorf

Die FPÖ schafft es also, Funktionäre zu nominieren, die nicht einmal fähig sind, Plakate zu kontrollieren, und damit zulassen, dass der eigene(!!!) Gemeindename falsch geschrieben wird.
„Peinlich“ ist kein Adjektiv, das diesem Faux-Pas gerecht wäre.
„Lächerlich“ träfe es eher.

Abgesehen davon, dass (nicht die Optik interessiert, sondern der Auftritt auf den Fotos bzw. fehlender Stil) scheinbar wahllos in Wirtshäusern, Discos oder Stammtischen nach kommenden Politikern gefischt wird.

Wie verzweifelt seid Ihr von der FPÖ?

Glanzloser „Höhepunkt“ ist wieder einmal ein Reim, plakatiert von der FPÖ Heidenreichstein.
Eigentlich muss man diesen Climax an Hetze nicht weiter kommentieren:

Heidenreichstein

„Leistbares Wohnen statt Asylanten belohnen“…nun, ich belasse jegliches Urteil beim Leser.
Wenn man diesen Hort an Inkompetenz, Hass, mangelnder Bildung und Niveau wählt, sollte man sich danach ja nicht beschweren über die Resultate dieser Wappler.

Zurück zum Thema, zurück zu den vielerorts mißbrauchten „Traditionen“.

Nun, Ihr „Christen“, ich will Euch mal über Traditionen berichten, die Ihr ja so heldenhaft verteidigt, so wie einst Himmler und seine kruden Theorien des Germanentums.

Weihnachten:

Christen und Nichtchristen feiern Weihnachten heute meist als Familienfest mit gegenseitigem Beschenken; dieser Brauch wurde seit 1535 von Martin Luther als Alternative zur bisherigen Geschenksitte am Nikolaustag propagiert, um so das Interesse der Kinder auf Christus anstelle der Heiligenverehrung zu lenken
(Quelle: Wikipedia)

Nikolo:

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Bischof von Myra in der kleinasiatischen Region Lykien, damals Teil des römischen, später des byzantinischen Reichs, heute der Türkei.

Mehr als katholische Christen feiern orthodoxe Christen den 6. Dezember als Jubeltag für den hl. Nikolaus.
Die orthodoxen Christen existieren hauptsächlich am Balkan, in Russland, Syrien etc.
Also aus Ländern, deren Einwohner gerne von FPÖ-Jüngern als „Tschuschen“ bezeichnet werden.

Da leider ein Gros der FPÖ-Anhänger meistens nicht durch Allgemeinbildung, Rechtschreibung, niveauvolle Ausdrucksweise oder andere zivilisatorische Errungenschaften glänzen, annektierten sie den Nikolaus und Weihnachten natürlich gleich als von Gott für die Mitteleuropäer gegebenes Geburtsrecht als lokale Tradition.

Ja. Natürlich.

Während diese Feiertage nun wieder ein Jahr auf sich warten lassen und das neue Jahr noch frisch ist, beleuchten wir doch mal die Alltags-Traditionen, auf die sich der typische FPÖ-Wähler besinnt.

Kreuze in der Klasse – brauchten wir alle niemals.
Im Gegenteil, denn diese sollten eigentlich schon längst aus den Klassenräumen in allen Schulen des Landes verschwunden sein, da Schulen öffentliche Staatsgebäude sind.
In einem Staat, der sich auf säkulare Strukturen (Trennung von Kirche und Staat) beruft, ist dies ein Sonderrecht, das mit keinem Argument haltbar ist.
Eher ist es ein Symbol jahrhundertealter Gehirnwäsche, bei Kindern angewandt, um die „Traditionen“ aufrecht zu halten.

Kinder sollten nicht mit der grausamen und historisch kaum haltbaren Geschichte der Bibel konfrontiert werden.
Schon gar nicht in der vielleicht wichtigsten Institution, die ein Mensch in seinem Leben regelmäßig besucht, der Schule.

Christentum – „liebe“ rechte Wähler und Funktionäre: Wie oft habt Ihr in Eurem Leben die Kirche abseits von Taufen, Hochzeiten, Begräbnissen besucht?
Wie regelmäßig besucht Ihr den Gottesdienst, den Kreuzweg zu Ostern, die Fronleichnamsprozession etc.?
Wie oft betet Ihr täglich?

Der kontinuierliche und begrüßenswerte Rückgang der Mitglieder unserer Haus- und Hofkirche spricht Bände über die „christliche Tradition“ unserer Gegend.

Plötzlich, da es Menschen gibt, die man nicht kennt und deren Lebensweise fremd und damit suspekt ist, entdeckt man die „eigene“ Kirche und übt sich als virtueller Kreuzritter.

Tut mir leid, Ihr Rechten, aber das ist lächerlich.

Alltags-Traditionen 

Worauf sich Pegida, AfD, FPÖ, Front National etc. berufen, sind meistens Dinge, die entweder niveaulos sind, oder von eigenen Schwächen zeugen.

Ob es Zeltfeste sind, Alkoholmißbrauch, gewünschtes Verbot von Kopftüchern (obwohl gerade diese Kopfbedeckung in ländlichen Gegenden nach wie vor Usus sind), oder einfach nur Pseudo-Werte wie Kapitalismus, Revier-Verteidigung, „Deutschtum“…die Liste an absurden „Traditionen“, die doch so gefährdet sind, sucht seinesgleichen.

Wobei es doch nur eine Tradition gibt, die wirklich existiert: Die, man selbst zu sein.
Abseits von Phantasiegebilden wie Gemeinden, politischen Lagern, Staaten oder Kulturkreisen lebt jeder Mensch seine eigenen Traditionen, weil jeder von uns eigene Sympathien oder Antipathien lebt.

Wo der eine gerne und mit Genuss dem Alkohol frönt, will der andere das nicht.
Wo der eine oder andere den Lebensinhalt auf den lokalen Fußballverein abstimmt, mag der Nachbar vielleicht den Konkurrenten mehr.
Ein Mensch, der atheistisch denkt und lebt, kümmert sich von Natur aus kaum um irgendwelchen religiösen Firlefanz.
Einer raucht, der andere ist vegan, der dritte wiederum schlemmt jeden Tag…die Variationen eigener Gewohnheiten (als Definition eher passend als Traditionen) sind schier endlos.

Also, Ihr Rechten: Welche Traditionen verteidigt Ihr eigentlich wirklich gegen die „bösen“ Migranten?
Die Tradition des ständigen dämlich-seins?

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5 Antworten zu WELCHE Traditionen, Ihr Rechten?

  1. XxX schreibt:

    Absoluter Schwachsinn

  2. möchtegern_Österreicher schreibt:

    Ich muss dem anonymen Poster leider recht geben, es ist totaler Schwachsinn was Sie hier schreiben.

    Das einzige was man hier rausliest sind Beleidigungen gegenüber den FPÖ-Wähler.

    Hier mal meine Argumente wenn Sie so wollen:

    1. Rechtschreibfehler in Plakaten sind zwar peinlich aber passieren halt.
    Und ein großer Teil Österreichs weiß nicht mal wo Pyhra und Loosdorf ist, gescheige den interessiert es sie.
    Ich muss zugeben das ich zuerst dachte Phyra ist ein neumodische Umschreibung von Führer 🙂

    Was glauben Sie wo auch die anderen Parteien ihre kommenden Politiker herbekommt? Die machen sicher kein Casting.

    2. “Leistbares Wohnen statt Asylanten belohnen”
    Klingt vielleicht etwas böse, aber was ist daran so schlecht? Wieso sollte jemand der kein Geld in die Staatskasse abgibt im Verhältniss besser oder billiger Wohnungen dürfen als jemand der seit Jahren arbeitet und Steuern zahlt?

    Das Asylanten und sozial Schwächeren geholfen werden soll und muss steht nicht zur Debatte, aber das heißt nicht das dem „normal“ Bürger nicht geholfen werden muss. Ich weiß ja nicht wo Sie wohnen, aber sehen Sie sich zum Beispiel mal die Wohnungskosten in Tirol an, da kann man als Normalverdiener nicht viel erwarten und da braucht es Veränderung.

    3. Religion
    Das ist ein zu großes Thema um es jetzt detailiert Auszuführen.
    Jedoch nur ein paar Punkte:
    Das Kreuz in der Klasse ist auch mir als praktizierenden Christen „wurscht“. Glaube geht nicht von Symbolen aus.

    Die nicht haltbare Geschichte der Bibel sollten Sie nochmal nachkontrollieren, es ist einiges haltbar und historisch Nachvollziehbar. Vielleicht nicht so ausgeschmückt wie in der Bibel dennoch haltbar.

    4. Tradition
    Nur weil Sie die Traditionen und Bräuche vielleicht als Dumm, Altmodisch oder Unwichtig ansehen, heißt es noch lange nicht das alle so denken. Mancher mag halt das Dorffest, die Schuhplattler, die Fronleichnamsprozession etc. und es währe Schade wenn in einem Land
    wie Österreich einfach alles gestrichen wird und nur noch gearbeitet und geschlafen wird. Besonders wenn es gemacht wird um „andere“ nicht zu Beleidigen.

    Soviel zu meinen Argumenten.

    Noch vorbeugend:
    Ich bin weder FPÖ-Wähler noch bin ich Wahlberechtigt in Österreich.
    Weiters befürchte ich mir nichts schlimmes von der FPÖ. Was soll sie schon großartig aufführen?
    Die werden das gleich wie die Anderen Parteien machen: nichts. Keine Veränderung geschweige denn Verbesserungen.

    Und ausserdem sollten Sie Ihr demokratisches Verständniss überdenken. In einer Demokratie gibt es halt mehrer Parteien, auch wenn es Ihnen nicht gefällt, und diese haben das Recht ihr Programm vorzustellen und zu werben. Das schließt halt die FPö auch mit ein, und Beleidigungen sind dadurch unnötig und nicht angebracht.

    mfg
    Ausländer 🙂

  3. Anton schreibt:

    Wenn eine Partei auf “Nächstenliebe”, übrigens das höchste Gebot aller Weltreligionen, […]

    Hier aufgehört zu lesen. Einfach unfassbar diese Ignoranz. Hier, lesen’s den Koran und hören’s auf in einer Illusion zu leben Sie linker Gutmensch: http://www.islamisches-zentrum-muenchen.de/PDF/quran01.pdf

    Auch wenn ich immer wieder gerne dermaßen überzeugten Gutmenschen wie Ihnen Konter gebe, es ist einfach nicht der Mühe wert bei derartig mangelhaften Wissensstand.

    Ich denke diese Aussage entstammt dem Mythus, alle Religionen wären gleich bzw stark ähnlich. Und weil Nächstenliebe tatsächlich ein großes Thema in der christlichen Lehre ist (nicht umbedingt in der Bibel per se), denke ich, dass Sie in naiver, gutmenschlicher Manier Selbiges dem Islam gutschreiben wollen. Sie irren.

    Ich habe die Verwandlung von linken Gutmenschen zu Islamkritiker bereits an einer Person erlebt, Sie können gerne die Nächste werden.

    Wenn Sie sich einen Eindruck über den Koran verschafft haben (Bonuspunkte für die Hadithe), gehe ich gern auf den Rest Ihres Eintrags ein.

  4. Vorragender schreibt:

    „gewünschtes Verbot von Kopftüchern (obwohl gerade diese Kopfbedeckung in ländlichen Gegenden nach wie vor Usus sind)“

    Richtig. Es gibt genügend christliche und jüdische (orthodoxes Judentum) Frauen, die Kopftücher tragen.

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