Die Kronen-Zeitung – ein Hetzblatt wie eh und je.


Seit meiner Kindheit fragte ich mich schon, warum ein Käseblatt wie die „Kronen-Zeitung“ derartig viel Anklang findet.

Die Antwort war schon in jungen Tagen ziemlich einhellig: Kompakt ist sie.

Der gelernte Hausmasta hat also lieber ein Blatt („Zeitung“ verdient diese Postille nicht) in der Hand, weil es klein und handlich ist, als eine seriöse Zeitung.

Wichtig scheint der ausgeprägte Sportteil, das barbusige Model auf Seite 5 (jedoch darf sie in der Karwoche und im Advent nicht barbusig sein, denn das widerspräche scheinbar den „christlichen“ Werten, wenn man eine weibliche Brust zeigt) und die Kleinanzeigen zu sein (ganz viele davon sind Sex-Kontaktanzeigen, direkt neben dem Sport).

Der Inhalt ist seit der Gründung dieses Schmierblattes immer der selbe: Es wird als „unabhängig“ verkauft, obwohl bis zu dessen Tod die alleinige Diktion von Hans Dichand galt.

Was Dichand bestimmte, wurde geschrieben.

Dies ist auch der Grund, warum solch oft hart an der Grenze zum Neo-Nationalsozialismus schreibende Pseudo-Journalisten wie Peter Gnam, Richard Nimmerrichter (Staberl), Wolf Martin oder aktuell der unsägliche Michael Jeannée dort ihre Hetzereien für ein fürstliches Gehalt veröffentlichen.

Jetzt hat die Kronen-Zeitung wieder einmal vorgemacht, wie Hetze funktioniert.
Oder nennen wir die Hetze passender: Als gezielte Manipulation der naiven Massen.

Nicht umsonst hat der PR-Ethik-Rat regelmäßig eine Rüge für die Krone parat.

Permanent kommen gezielt manipulative Artikel in diesem Machwerk zum Vorschein, so wie in den letzten Tagen:

SOS-Mitmensch machte erst am 17. Dezember auf einen bewusst reißerisch verfassten Artikel aufmerksam, der kurz danach halbherzig und absichtlich wesentlich kleiner gehalten abgefedert wurde:


Nun ist online ein weiteres Lehrstück der Manipulation veröffentlicht, zwei (!) Tage nach der Schulgeschichte mit der türkischstämmigen Mutter:

Wie erwartet hat HC Strache sofort Wind davon bekommen und diesen Artikel zu seiner Befriedigung des „und täglich grüsst der Hetzartikel“-Instinkts verlinkt.
Wie erwartet steht in diesem Bericht nichts von wesentlichen Parametern des Berichts.

Nehmen wir die Zahlen genauer unter die Lupe:

Laut Kronen-Zeitung ist die Kriminalität also von 485.000 im Jahre 1996 auf 546.000 im Jahre 2013 gestiegen.

Um die Klientel der unzähligen Bilder-Schauer und lesefaulen nicht zu überfordern, reicht der Krone natürlich nur die blanke Zahl, um den Hass gegen Zuwanderer fleißig weiter zu schüren.

Dass gewisse Details damit mit Absicht fehlen, lässt über die Motivation der Schreiberlinge mutmaßen:

Österreichs Bevölkerung wuchs seit 1995 von 7,948 Mio. Einwohnern auf 8,488 Mio. Einwohner im Jahre 2013.
Das Wachstum beträgt also ca. 8% der Einwohner in diesem Land.

Nicht zu unterschätzendes Detail ist auch die steigende Prozentzahl an erwachsenen Personen im Vergleich zur Geburtenrate von Kindern, die in diesem Zeitraum also aus der Verbrecherstatistik rausfallen, weil nicht strafmündig.

Der prozentuale Anteil erwachsener Personen stieg also um weit mehr als 8%.

Jetzt zum Detailbericht des Innenministeriums, zu finden unter http://www.facebook.com/l.php?u=http%3A%2F%2Fwww.bmi.gv.at%2Fcms%2FBK%2Fpublikationen%2Fkrim_statistik%2F2013%2F2732014_HP_KrimEntwicklung.pdf&h=BAQH9f77_

Gleich der zweite Absatz des Berichts lautet so:

Vergleicht man die Jahre 2004 bis 2013 zeigt sich, dass mit der Entwicklung neuer
Strategien die Gesamtkriminalität in Österreich 2010 deutlich gesenkt und dieses Niveau bis
Ende 2013 gehalten werden konnte. Es kann daher nach wie vor von einer kontinuierlich
rückläufigen Kriminalitätsentwicklung in Österreich gesprochen werden. Wurden im Jahr
2004 noch über 643.648 Fälle und fünf Jahre später, 2009, noch rund 591.597 Fälle
angezeigt, so wurden im Jahr 2013 546.396 Fälle zur Anzeige gebracht. Im Vergleich zum
Vorjahr 2012 ist ein geringer Rückgang um 0,3 Prozent oder in absoluten Zahlen um 1.631
Anzeigen zu beobachten. Im abgelaufenen Kalenderjahr 2013 konnte mit 43,1 Prozent die
zweithöchste Aufklärungsquote der letzten zehn Jahre erreicht werden. Lediglich im Jahr
2011 lag sie um 0,3 Prozentpunkte höher (43,4 Prozent). Im Vergleich zum Vorjahr 2012 ist
sie um 0,5 Prozentpunkte angestiegen.

Es ist also generell eine rückläufige Entwicklung der Kriminalität zu beobachten.
Im selben Bericht wird auch explizit erwähnt, dass 2013 eher ein „Ausreißer“ nach oben in den Bereichen „Einbruch“ und „KFZ-Diebstahl“ ist.
Bei diesen Delikten gibt es in absoluten als auch relativen Zahlen einen permanenten Rückgang.

Die Krone jedoch? Die postuliert mit bewusst vorenthaltenen Fakten.

Die Rechten jubeln, die FPÖ fühlt sich wieder einmal bestätigt über ihren herzitierten Untergang des Abendlandes.

Dieser selbsternannten „unabhängigen Zeitung“ sollte endlich schärferer Wind entgegenwehen, denke ich.
Denn bewusste und durchsichtige Manipulation gegen Volksgruppen sollten spätestens seit Julius Streichers „Stürmer“ in diesen Gegenden nicht mehr erlaubt sein.

Pfui Deibel, „Krone“!

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Eine Antwort zu Die Kronen-Zeitung – ein Hetzblatt wie eh und je.

  1. Uschi Cordin schreibt:

    Nun, meiner Meinung nach unterteilen sich Zeitungsleser in zwei Kategorien: Die LESER, die sich von ihrer Zeitung eine profunde, gut recherchierte, seriöse Berichterstattung erwarten – zu allen relevanten Themen des jeweiligen Tages – also Politik, Wirtschaft, Kultur, aktuelle Vorkommnisse, Sport und noch einiges mehr.
    Tja, und dann gibt es die BLATTLER, auch Krone-Leser genannt. Diese Klientel wünscht sich ein handliches Format ( wie erwähnt ), das sich möglichst einfach „durchblatteln“ lässt. Dazu noch die Nackerte auf Seite 5, viel Sport – vorzugsweise Fußball -, jede Menge möglichst reisserische Headlines, die sofort ins Auge stechen und fertig ist das beliebteste Tagesblattel von Herrn und Frau Österreicher.
    Dass die Inhalte der diversen Artikel des öfteren mehr als nur leicht „rechts“ angehaucht sind, ist nur allzu verständlich, wollen die Krone-Konsumierer doch genau so etwas lesen,- detailliertes Hintergrundwissen zu den entsprechenden Themen interessiert diese Leserschaft nicht wirklich und würde sie höchstwahrscheinlich auch ein wenig ( ?? ) überfordern.
    Und die Krone-Macher ?
    Tja, jedes Print-Medium lebt nun mal von seinen Auflagen und da es sich bei der Krone nicht nur um die meistverkaufte Zeitung unseres Landes handelt, sondern sie tatsächlich weltweit ( !!!! ) zu den auflagenstärksten Blättern zählt ( gemessen an der Einwohnerzahl ), werden die Verantwortlichen einen Teufel tun und ihre Richtung auch nur um einen Bruchteil verändern.
    Der „Erfolg“ gibt ihnen schließlich recht, oder ?
    Klar, für FPÖ & Co. ist dieses Revolverblatt ein weiterer idealer Nährboden ( neben facebook, you tube, usw.) für die Verbreitung ihrer rechten Ideologien, dem Schüren von Ängsten, unsäglich dummen Vorurteilen und Ressentiments.
    Der ( durchschnittliche ) Kroneleser LIEST nun mal nicht, er blattelt lieber, hinterfragt nicht, reflektiert nicht, er will in erster Linie unterhalten werden, wenn geht mit möglichst reisserischen Artikeln, durch welche er sich in seiner engstirnigen Denkweise bestätigt fühlt.
    Und diese Klientel bedient die Kronenzeitung ausgezeichnet…..

    Leider.

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