FPÖ-Propaganda und alarmierende Parallelen zur NSDAP – 2 – Wortwahl und Effekt


Dieser Teil der Serie „FPÖ-Propaganda und alarmierende Parallelen zur NSDAP“ muss dem Inhalt entsprechend wesentlich länger verfasst sein als Teil 1, der anschaulich und kompakt erklären wollte, wie sich doch die Beschreibung alleine in der Wikipedia erstaunlich nahe an die FP-Diktion von heute anpassen lässt.

Wortwahl in der Propaganda ist wichtig.
Nur durch Schlagwörter kann man Nachrichten elegant und konsequent in die Köpfe reinhämmern, lange Phrasen haben weit weniger Nutzen für den Übermittler der Botschaften.

Ich zitiere daher nun Adolf Hitler selbstpersönlich, und seine Sichtweise über Propaganda.

(Quelle: „Mein Kampf“)

„Die Aufnahmefähigkeit der großen Masse ist nur sehr beschränkt, das Verständnis klein, dafür jedoch die Vergesslichkeit groß. Aus diesen Tatsachen heraus hat sich jede wirkungsvolle Propaganda auf nur sehr wenige Punkte zu beschränken und diese schlagwortartig so lange zu verwenden, bis auch bestimmt der Letzte unter einem solchen Worte das Gewollte sich vorzustellen vermag. Sowie man diesen Grundsatz opfert und vielseitig werden will, wird man die Wirkung zum Zerflattern bringen, da die Menge den gebotenen Stoff weder zu verdauen noch zu behalten vermag.“

Man merke sich also: Propaganda soll simpel sein. So simpel, dass wenige Schlagworte immer wieder durchgekaut werden, bis sie auch der Dümmste versteht.
Auch wird die Vergesslichkeit der Menschen betont.

Aktuelles Beispiel?

Nun, man muss nicht weit herholen, um zu wissen, welcher Partei und deren Splittergruppen das HYPO-Desaster zu verdanken ist.

Da SPÖ und ÖVP richtig patschert waren danach (Danke, Josef Pröll, für das Zurückkaufen. Ich verstehe noch immer nicht, warum, aber ich bin auch kein Finanzgenie), witterte die FPÖ unter Strache sofort die Chance, den schwarzen Peter den zwei Koalitionsparteien umzuhängen.

Wer das HYPO-Debakel verursacht hat? Das BZÖ, zusammen mit der FPÖ.
Schuld daran hat jedoch plötzlich die Koalition.
Weil Strache es sagt.
Und der Durchschnitts-Wähler (die Wählerin) ist – siehe oben – vergesslich.

HC Strache saß übrigens schon lange davor, schon zu Schwarz-Blau-Zeiten, im Vorstand der FPÖ.
Jetzt war er natürlich nicht schuld, die ganze Misere ist, wie sollte es anders sein, den Vorgängern zu verdanken.

In Punkto „Vergesslichkeit“ könnte man noch einiges aufzählen (Asyldebatte, Budgetsituation etc.), doch dazu komme ich zu einer anderen Zeit.

Wichtig!

Wenn man kalkuliert die Vergesslichkeit des Bürgers/der Bürgerin anvisiert, sollte man immer wieder das Selbe von sich geben!
Wieder trifft Hitlers Zitat das Schwarze.

Schon in den 80-ern des vorigen Jahrhunderts war ständig von „Überfremdung“ die Rede.
Vorreiter dieses scheinbar zeitlosen Problems war die allmächtige „Kronen-Zeitung“ mit ihren „unabhängigen“ Journalisten Peter Gnam, Staberl, Jeannée und Co., welche natürlich autonom vom Willen des heiligen Dichand schrieben. 😉

Wir merken uns also: Vergesslich ist der Wähler. Und simpel.

Leider bewahrheitet sich dieser Spruch immer wieder.
Am gesamten Globus.
Seit immer schon.

Optimistisch, wie ich bin, glaube ich noch immer daran, dass der Mensch sich sozial-evolutionär weiterentwickelt.
Bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, also möchte ich fortfahren.

Die Wortwahl:

Ich möchte ein paar Wörter, stellvertretend für den simplen Wörter-Baukasten des gelernten FPÖ-Politikers, anführen.

  1. Gutmensch

Wahrscheinlich schon vom Dolfi höchstpersönlich erfunden (in „Mein Kampf“ setzt er betonenderweise sehr oft das Wort „gut“ vor abschätzige Bemerkungen der politischen Gegner), in den 80er-Jahren mit geradezu viraler Verbreitung gesegnet, sagt dieses Wort eigentlich zweierlei aus:

Entweder einen „guten Menschen“, oder einen Menschen, der versucht, „gut“ zu sein.

Quelle: http://web.archive.org/web/20070928101946/http://www.djv-nrw.de/bilder/Memorandum27.03.06.pdf

Die politische Rechte, allen voran die FPÖ, verwendet dieses Wort – welch Zufall – als Beleidigung und abschätzig.

2. Heimat und Brauchtum

Essentiell für einen gelernten FPÖ-Politiker ist die Betonung der Heimat, des Heimatstolzes (schlüssig konnte mir noch niemand erklären, wieso man auf etwas stolz sein kann, was man nicht wählen konnte. „Liebe“ würde ich verstehen, aber Stolz?), der Traditionen und des Brauchtums.

Auch hier lassen sich spielerisch zufällige(?) Parallelen zum unseligen Nazi-Regime feststellen.

Die NSDAP verstand es meisterlich, deutsche Geschichte derartig manipulativ dem Volk aufzuzwingen, sodass viele Dinge bewusst außer Acht oder ausgesperrt wurden: die jüdischen Beiträge zu Kunst und Kultur (unzählige Autoren, Theater-Regisseure, Filmschaffende, Maler, Bildhauer etc. mussten dadurch die Flucht antreten), moderne Kunst und ihre Entwicklungen („entartete Kunst“ ist bekannt, auch die FPÖ kritisiert Kunst, die ihr nicht gefällt), jüngere geschichtliche Entwicklungen.

Die Niederlage im ersten Weltkrieg wurde zur „Dolchstoß-Legende“ – die FPÖ wird nicht müde, zu erläutern, dass die aktuelle Koalition Alleinschuld an der wirtschaftlichen Situation hat.

Jegliches Klischee des hiesigen Kulturkreises wird ausgeschlachtet.

Kein Dirndl, kein Trachtenjanker, kein Bierzelt, nicht der geringste Jodel-Ferdl wird ausgelassen, um das „Brauchtum“ zu betonen.

Traditionen sind natürlich nur dann Traditionen gewesen, wenn sie der NSDAP genehm waren.
Der Jahrestag des Putschversuches 1923 war so eine „Tradition“.
Hitlers Geburtstag ebenso.

Die FPÖ beruft sich auch auf Traditionen.
Anders als die NSDAP versucht sie im religiösen Bereich abzuernten, was im „Kampf gegen den Islam“ hilft.

Dafür ist sich ein HC Strache auch nicht zu schade, mit dem Kruzifix kameragerecht herumzufuchteln.

Gerne würde ich persönlich wissen, wie oft Strache selbst die Kirche besucht.
Und zwar privat, ohne Kameras und Medien, die in der Nähe lauern.

3. Rotfunk

Beliebtes Thema bei NSDAP und FPÖ ist die Kritik an den freien Medien.

Da diese nicht wunschgemäß, also liniengetreu, berichten, wird der Mythos der feindlichen Medien hochgehalten.

Die NSDAP hatte hierfür einen fähigen Mann, Joseph Göbbels, der, bedingt durch die Kinderschuhe, in denen die Massenmedien vor der Machtübernahme der Nazis 1933 steckten, noch kaum Möglichkeit hatte, die Kritik an die Massen zu bringen.

Am 4. Dezember 1935 fiel folgender Satz bei einer Rede von Göbbels:

Ja, wir haben Euch doch früher die […] Freiheit der Meinung zugebilligt.‹ Ja, Ihr uns! Das ist doch kein Beweis, daß wir das Euch auch tuen sollen! […] Daß Ihr das uns gegeben habt, das ist ja ein Beweis, wie dumm Ihr seid!“

In diesem Punkt geht die offen getragene Feindschaft gegen demokratische Ur-Regeln wie die Pressefreiheit sogar stärker von der FPÖ aus.

Durch heutige Möglichkeiten wie social-medias, youtube, etc. wird das Märchen vom „politisch gefärbten Rotfunk“ permanent gepredigt.
Was kritisch zu einem ist, muss einfach schlecht sein.
So einfach ist das.

Selbst bedient man sich „seriösen“ Quellen wie unzensuriert.at, erstaunlich.at, FPÖ-TV usw.
Diese sind natürlich „unabhängig“ und „frei“.

Am Beispiel dieser drei Punkte sieht man, wie es um die FPÖ-Taktik wirklich bestellt ist.
Immer wird das Selbe in die Gehirne der Menschen eingehämmert.
Stets wird von einer „Wahrheit“ gesprochen, meist auch betont, dass „das Volk“ es so meint.

Alles Parameter, die schon von den Nationalsozialisten perfekt bedient wurden.

Teil 3 befasst sich mit Sündenböcken.

Teil 1: https://geraldkitzmueller.wordpress.com/2014/11/13/fpo-propaganda-und-alarmierende-parallelen-zur-nsdap-teil-1/

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