Jeder gegen jeden?


Das Jahr 2014 ist ein seltsames.

Egal, welche News man vor Augen hat, irgendwie bekommt man dieses miese Bauchgefühl nicht weg, dass es bald fürchterlich kracht auf der Welt und eine Art „Wende“ auf uns zukommt…doch ganz sicher nicht im Guten.

Unerheblich, welche Gefahr am Horizont zu schwelen scheint, zur Zeit wirkt es so, als wäre ein gordischer Knoten in unserem Gesellschaftskonstrukt kurz vor dem „zerschlagen werden“.

Ebola?
Dieses Virus, diese Bedrohung erzeugte von Beginn der Epidemie in Westafrika ein mieses Gefühl in der Bauchgrube.
Die Kurve an Infekten und Toten steigt wesentlich drastischer, als ich es befürchtet habe.

Zwar hätte nicht einmal Nostradamus zur Zeit die Mittel, eine Prognose zu wagen, wie dieses Virus weitergrassieren wird.
Europa könnte weitgehend verschont werden, doch wagt auch niemand, dezidiert auszuschliessen, ob nicht gerade eben eine Pandemie im Werden ist, die von der absoluten Zahl der Opfer sogar die Pest übertreffen könnte.
Auf der anderen Seite könnte dieser Kelch aber auch völlig an der ersten Welt vorbeigehen…was mehr als zu hoffen ist.

Mehr Sorgen bereiten die zwei Hauptbedrohungen, welche beinahe im Stakkato die Nachrichten befeuern: IS und drohende Wirtschaftskrise.

Vergleichen wir all diese möglichen Gefahren für unsere Welt mit einer Kampfszene eines Hollywood-Kintopps, wäre der Held umzingelt von drei völlig verschiedenen Supergegner, wo er ratlos scheint, welchen er zuerst bekämpfen sollte.

Selten zuvor seit 1945 war unsere Welt, wie wir sie kennen, auf gläserneren Füßen wie heute.

Passiert das Undenkbare?
Spitzt sich ein globaler Konflikt zu, „die Welt gegen den radikalen Islam“?7

Sind wir alle im Fadenkreuz von potentiellen Terroristen und deren Trittbrettfahrern?
Noch wissen wir es nicht, und ehrlicherweise möchte, so denke ich, niemand herausfinden, wie sehr dieser Gefahrenherd wirklich Relevanz für unsere unmittelbare Umwelt hat.

Tatsache ist jedoch, dass in unseren Breiten erschreckend viele Sympathisanten dieser eigentlich wortwörtlichen Interpretation der Kriegsschrift des Koran existieren.

Wieviele sind „outgesourced“ in Syrien oder dem Irak, um zu morden und brandzuschatzen?
Jeder einzelne ist einer zuviel, doch sind in Europa viel zu viele, die mit diesen Unmenschen sympathisieren.

All diese radikalen Islam- und Salafisten rufen deren einheimische Pendants auf den Plan, wie in Köln: Die Rechtsradikalen.

Auch diese werden stetig lauter, vermummt unter einem Mantel von menschenfeindlichem „Patriotismus“ und „Nationalismus“, fehlgeleitet von einer Illusion des abgelutschten Sympthoms namens „Nationalstaat“, welches eigentlich in globalisierten Zeiten schon längst nur noch als Verwaltungsgebiet existiert.

Nationalstaaten existieren nur noch am Papier.
Trotz alldem fühlen sich viele unterbelichtete Rechtsradikale bemüssigt, nun quasi ungerufene „Retter der westlichen Welt“ spielen zu wollen.
Allen voran die populistischen Rechtsparteien, die sich in ihrem primitiven Geifer gar nicht mehr bewusst scheinen, dass der Hass, den sie schüren, sehr leicht nach hinten losgehen könnte.

Mir fehlt bei all den ethnischen und religiösen Konflikten der Lösungswille…eigentlich erkenne ich bei allen Seiten nur den Willen zur Zerschlagung und Zerstörung des Gegners.
Sie sind sich alle so ähnlich, und doch glauben sie, für eine „gerechte Sache“ kämpfen zu wollen.

All das wird verschärft durch die realste Bedrohung für unsere Gesellschaft: Die drohende Weltwirtschaftskrise!
Rapide steigende Arbeitslosenzahlen und praktisch nicht mehr existierende Leitzinsen ergeben die Ouvertüre zu einem globalen Einsturz des Kartenhauses, das wir „Weltwirtschaft“ nennen und das uns den aktuellen Wohlstand garantierte.

Was, wenn die Börsen wirklich in die Knie gehen, Millionen von Menschen urplötzlich vor dem Nichts stehen und die Radikalität in den Gehirnen der Menschen mindestens zwei Gänge zulegt?

Jeder, der dies liest, ist aufgerufen zur Umsicht und zum überlegtem Handeln.
Es beginnt mit vergleichsweise mickrigen Haßpostings auf einschlägigen Seiten oder in den social networks.

Unerheblich, welcher Partei man angehört – die Saat, die wir alle seit Jahren setzen, nimmt langsam Gestalt an: Sie bildet zunehmend einen Keim des Hasses untereinander, einen Wulst an Vorurteilen und den Willen, sich größeren Gruppen anzuschliessen und die negativen und menschenfeindlichen Energien zu bündeln.

Doch liegt es an uns allen, dies zu stoppen.
Haben wir schon mal mit dem Migranten von nebenan einfach ein friedliches Gespräch, meinetwegen simplen Smalltalk, geführt?
Wurde von jedem von uns schon versucht, auf den anderen, der uns so fremd wirkt, zuzugehen, anstatt ihn mißtrauisch zu beäugen?

Sind wir wirklich schon so hilflos in unseren Gefühlen, dass wir gar nicht mehr Willens sind, den Dialog zu suchen?

Mir persönlich ist es schnurz, welcher Herkunft, Ethnie, Religion oder Orientierung jemand angehört, solange er nicht selbst versucht ist, andere abzuurteilen, obwohl diese ihnen gar nichts getan haben.

Niemand von uns ist gefeit vor den stürmischen Zeiten, die – so scheint es – vor unserer Haustür brodeln.
Doch hat jeder von uns viel Macht, um seinen kleinen Mikrokosmos menschenfreundlich und philanthropisch zu gestalten.

Warum tun wir es nicht? Bequemlichkeit? Angst, dazuzulernen?7

Ich habe keine Erklärung für all diese feindselige Energie, die fast überall greifbar scheint.
Doch könnten wir alle versuchen, diese sich aufstauenden Konflikte im Kleinen zu entschärfen.

Wie man weiß höhlt steter Tropfen den Stein.
Wir alle sind einzelne Tropfen.
Und ganz egal, woher wir Tropfen kommen…zusammen wären wir ein homogener Fluss statt einer chaotischen Sintflut.

Denkt darüber nach!

Meine Person jedoch wird real als auch in schriftlicher Form niemals müde werden, an die Vernunft zu pochen.
Bei jedem.
Vielleicht bin ich ein Träumer, aber ehrlich gesagt träume ich lieber von gemeinsamer Zukunft statt kollektiv verschuldetem Leid.

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