Die Völkerwanderung 2.0


Ich bin ich und Du bist Du.
Weil Du aber anders aussiehst als ich, bist Du mir suspekt…

Eine Vielzahl von Menschen kommt aus diesem Teufelskreis des Mißtrauens und der Vorurteile anderen gegenüber scheinbar nicht raus, ergötzt sich sogar an den Ressentiments anderen gegenüber, weil es die Illusion der „Erhabenheit“ über andere inkludiert.

In Zeiten, wo man mit ein wenig Geld an jeden Ort der Welt fliegen oder fahren kann, eine gefährliche Einstellung.

Wir befinden uns schon längst in einer neuen, weitaus größeren und komplexeren Völkerwanderung als in der Antike, wollen es aber nicht wahrhaben.

Wo früher Volksstämme auf der Suche nach neuen Lebensplätzen und Frieden (auch im Sinne der Eroberung vorhandener Völker) durch den Kontinent Eurasiens zogen, ist es jetzt ein buntes Gemisch aller Arten von Menschen, die aus jedem Winkel der Erde überall hin reisen oder emigrieren.

Noch immer jedoch wird anderen mit Vorurteilen begegnet, wider besseren Wissens, dass unser Globus kleingeworden ist.

Beschliessen die Amerikaner ein neues Gesetz, das für Europäer unverständlich ist -> die dummen Amerikaner.
Gibt es ein paar wenige wüste deutsche Touristen in unserer Gegend -> die furchtbaren Deutschen.
Wenn ein Türke dem Nationalismus huldigt oder den Islam verteidigt -> die unnötigen Türken.
Die Liste wäre endlos.

Doch dem nicht genug, ist trotz all der Vielfalt unserer Zeit, trotz der Segnung der digitalen Revolution, wo es für uns ein Leichtes ist, mittels des Internets jede erdenkliche Information per Mausklick in Sekundenschnelle zu eruieren, sogar der eigene Nachbar im Wohnhaus jemand, der einem vielleicht Haus und Hof streitig machen könnte…

Immer mehr setzt sich Fassungslosigkeit in mir breit.
Fassungslosigkeit darüber, dass Menschen, obwohl sie einer Geschichte von tausenden Jahren mit Kriegen, Hungersnöten, Genoziden und Leid klüger sein müssten, noch immer in der alten Revierverteidigungs-Schiene gefangen sind.

Was ist los mit uns?

Aktuell erleben wir dank der Informationstechnologie die Konflikte und Krisenherde auf der ganzen Welt beinahe hautnah mit, sei es im Gaza-Streifen, in Syrien, der Ukraine, Nigeria, Nordkorea oder auch im kleinen Sinne bei Auseinandersetzungen einzelner, welche sich auch gerne an die Gurgel springen, weil „der andere“ vielleicht anderer Herkunft, Meinung, sexueller oder religiöser Ausrichtung, oder sogar nur der Fan des rivalisierenden Fußballvereins ist.

Liebe Menschen: Seid Ihr eigentlich noch zu retten?
Wie könnt Ihr es wagen, wider besseren Wissens um die Begrenztheit Eures Daseins und der Gleichheit im Kampf ums tägliche Brot, die uns alle betrifft, derart primitiv, ja steinzeitlich zu handeln?

Wir sind alle gleich in unserem Bestreben nach persönlichen Frieden, Nahrung, Unterkunft, Liebe oder Gesundheit.
Und trotzdem können wir es nicht lassen, andere nach Dingen, die sie gar nicht wählten, wie ihrer Herkunft oder Hautfarbe, abzuurteilen?

Damit spreche ich alle an, ob es hier in Österreich „Inländer“ (bekanntlich war dieses Land immer ein Schmelztiegel der Kulturen, deshalb gibt es den „reinen“ Österreicher nur vielleicht in Grimms Märchen) sind oder auch Migranten, die equivalent die selbe Schwäche von Vorurteilen in sich tragen.

Entweder Ihr lernt endlich, andere Menschen zu akzeptieren und ein friedliches Auskommen miteinander zu finden (dazu ist es nur nötig, aufeinander mit unterdrückten Vorurteilen zuzugehen), oder wir alle werden in den nächsten Jahrzehnten – weltweit – wieder die Gräuel erleben, die wir eigentlich schon längst überwunden haben sollten.

Soviele Massaker wurden in den letzten hundert Jahren auf Grund der Herkunft von Menschen verübt.
Sei es in Armenien, Nanking, Srebenica, den Konzentrationslagern…und trotz alldem haben wir Vorurteile?
Wir alle?

Bitte, liebe Mitmenschen, bitte, liebe Leser: Besinnt Euch der positiven Facetten unserer sozialen Evolution, der Mitmenschlichkeit!

Beendet dieses sinnlose „aber der andere ist schuld/hat angefangen“, reicht Euch doch mal zur Überraschung aller die Hände, sprecht miteinander!

Es ist nicht schwer, sich endlich von einer illusorischen Identifikation mit irgendwelchen Ländern oder Religionen abzusetzen und sich als Mensch zu sehen.

Mir selbst ist es schnurz, wo ich herkomme, wo ich hingehe, welchen Glauben oder Nichtglauben ich hege oder welche Meinung ich habe, weil es Dinge sind, die mich als Individuum erkennbar machen.
Nicht schnurz wäre es mir jedoch bei mir selbst, andere nach Faktoren, die sie nicht ausgesucht haben, zu beurteilen.
Nur das Verhalten eines Menschen zeichnet ihn aus, nicht seine Herkunft!

Vergesst endlich den Hass, den Ihr alle durch die Bürde des Lebens in Euch eingesaugt habt.
Das Leben ist eben KEIN Zuckerschlecken, war immer grausam, wird immer grausam sein, doch in heutigen Zeiten ist es doch wesentlich lebenswerter als noch vor kurzer Zeit geworden.
Seid doch dankbar über das, was Ihr habt, und neidet doch den anderen nicht ihr Leben!

Ich finde es befremdlich, wenn in heutigen Zeiten noch Wertungen und Drohungen unverblümt im Internet stehen oder ausgesprochen werden, Menschen wie „Untermenschen“ betrachtet.
Jedem einzelnen, der so denkt, rate ich: Reisst Euch zusammen. Wenn nicht für Euch, dann für Eure Umwelt und vor allem für die Lehre, die wir unseren Nachfahren geben, die ganz sicher nicht so einen hohen Lebensstandard wie wir geniessen werden.
Ansonsten sind wir alle für zukünftige Gräuel verantwortlich.

Schönes Wochenende!

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