FPDAP…


In den letzten sieben Tagen hat sich viel in Wien ereignet.
Leider nicht viel, worauf ein Mensch, dem Humanismus wichtig ist, stolz sein kann.

Begonnen mit Josef S. und der offensichtlich als Exempel benutzten Farce eines Schuldspruchs, der auf eine einzelne, widersprüchliche Aussage beruht, zur Zeit mit der Räumung eines besetzten Hauses, vom Vermieter zuerst selbst freigegeben, um unliebsame Mieter rauszuekeln, welche sich jedoch mit den Besetzern solidarisiert haben, endend, hat die letzte Woche sehr viel über den neuen Trend in Österreich einblicken lassen.

Ein Trend, wie er besorgniserregender nicht sein kann.

Jenseitiges löst noch jenseitigeres ab.
Mordaufrufe wechseln sich mit Zwangsarbeits- und Arbeitslager-Aussagen ab, der Mob meldet sich im Fahrwasser der FPÖ zu Wort.

Was in den Social-Medias aktuell passiert, ist erschütternd und sehr wohl beunruhigend.

Der alte Geist der 20er-Jahre des letzten Jahrhunderts, als eine NSDAP mit ihren SA-Schergen Selbstjustiz verübte, feiert unrühmliche Reneissance.

Noch marschieren die blauen Horden nicht marodierend durch die Lande und malträtieren alles, was dagegen steht.
Noch sind die geheimsten und nicht mehr so dezenten Wünsche des rechten und gelenkten Mobs nicht soweit, um ihre unseligen Sätze Wahrheit werden zu lassen.

Beispiele:

Zu Josef S. habe ich es schon gepostet, doch zeige ich dieses Beispiel von der FPÖ-Fanpage auf Facebook noch einmal:

FPÖ1

Zur Zeit wird wie oben erwähnt ein Haus in der Mühlfeldstrasse im zweiten Bezirk geräumt.
Es verbarrikadieren sich 50 Punks gegen 1700(!) Polizisten, inkl. Panzerwagen, Wasserwerfer etc.

Was schreibt der Mob?

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Besonders Kommentare wie der letzte sind immer häufiger in Social-networks zu finden, die Rufe nach Mord und Totschlag werden zunehmend unverblümter.

Am Samstag gab’s eine Demonstration gegen den Schuldspruch von Josef S.
Diese verlief völlig friedlich, mehrere tausend Menschen marschierten in fröhlicher Manier an angespannten Polizisten vorbei.

Kommentare wie „Alles Verbrecher“, „Sollen etwas arbeiten“, „Nur linke Randaliere, die weggesperrt gehören“ sind inzwischen ganz leicht zu finden, in ungenierter Weise gepostet.

Wie unverfroren und aufgestachelt durch ihren eigenen Mob jedoch auch schon die „Spitzen“-Politiker der Partei, so zum Beispiel Harald Vilimsky, seines Zeichens neu ins EU-Parlament als FPÖ-Spitzenkandidat eingezogen, und wie man weiß, für die Bildung einer rechten Koalition sogar den geistigen Brüdern in Europa zu radikal, agieren, beweist heutiger Tweet von ihm:

Vilimsky

Nach berechtigter Kritik an ihm, wie er denn das anzustellen meinte, fühlte er sich wieder mit „Hetz-Tweets“ attackiert.
Die berühmte Täter-Opfer-Umkehr, wie wir sie kennen.

Jeder, der nur in Fragmenten seine Augen öffnet, weiß, welch Geisteskinder in der FPÖ stecken.

Nachwuchskräfte wie ein Maximilian Krauss, der zum Ausländerhasser wurde, weil ich (Krone-Interview) als Kind die Ausländer den Fussball weggenommen haben und immer ausländisch miteinandern gesprochen haben.
Der zum Landesschulratsvizepräsidenten nominiert wurde, trotz seines lächerlich jugendlichen Alters von 21 Jahren und Forderungen a la „Jeder mit türkischem Blut sollte nach Hause geschickt werden“ äussert.

Es wird immer offener mit alten Geistern umgegangen.

Die Politik (mit wenigen Ausnahmen) ist inzwischen verdächtig duckmäuserisch.
Aus Angst, weitere Wählerstimmen gegen diese Fraktion zu verlieren, wagt man immer seltener den offenen Verbal-Widerstand.
Oder, wie im Falle der ÖVP, vermeidet man den Konflikt, weil man einen vermeintlichen Trittbrettfahrer für nächste Koalitionen sieht, wie anno 2000.

Es wird Zeit, aktiv zu werden.
Eigentlich rüttelt diese Partei immer mehr an einem Verbot, seltsamerweise wird sie aber immer salonfähiger.

In der nachweislich schönsten Stadt der Welt, Hauptstadt eines der schönsten Länder der Welt, haben wir Menschen es nicht nötig, mit Hass und Mißgunst vergiftet zu werden.
Schon gar nicht mit unserer blutigen und wahrlich nicht ruhmreichen Geschichte, wo so viele Menschen unschuldiges Blut auf ihren Händen hatten.

Diese FPÖ ist wie ein bösartiger Gehirntumor in unserer Politik und Gesellschaft.
Sie vergiftet und zersetzt den sozialen Frieden mit Absicht, rüpelt, pöbelt, stänkert und rülpst ständig Unwahrheiten und hetzt offen gegen alles mißliebige.

Es wird Zeit, entschlossener gegen diese Partei vorzugehen, sonst brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir, die wir gegen diesen unmenschlichen Geist wehrhaft sind, eines Tages wieder massive Probleme bekommen…

 

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6 Antworten zu FPDAP…

  1. gorleva schreibt:

    neidisch auf die hauseigentümer weil sie ihren besitz schützen ?

    • quargelbrot schreibt:

      Unbedingt neidisch auf jemanden, der Punks einziehen lässt, um unliebsame Mieter rauszuekeln.
      Unbedingt neidisch auf jemanden, der einen Millioneneinsatz damit rechtfertigt.
      Unbedingt neidisch auf jemanden wie Sie, den der Hintergrund der Geschichte scheinbar wieder einmal nicht interessiert, wie man es ja schon letzte Woche bei Josef S. bei vielen erlebt hat.

      Bildung schützt vor Torheiten!

      • gorleva schreibt:

        mich interessiert der hintergrund. aber ich verstehs. ich würde solche leute auch aus meinem haus haben wollen. das einzige was mich stört ist die verhältnismäßigkeit. das ist nix anderes als krieg mitten in wien, das hätte man auch durch bessere vermittlung lösen können.
        die polizei fordert durch das verhalten nur mehr widerstand
        die punks müssten wissen dass sie keine chance haben, wehren sich aber trotzdem.

        alles mist

    • semmal schreibt:

      Hauseigentümer? die Immo Spekulanten, die das ding gekauft haben und danach SELBST die punks dort einquartiert haben, um die ALTEN Mieter mit GÜLTIGEN Mietverträgen aus dem Haus zu ekeln?

      ach du meine güte…

  2. Harald Williamsbirnsky schreibt:

    Der Vilimskj hat leicht reden, wenn ich dem eine Minute zuhören müsste, würde ich auch freiwillig wegen Dehydrierung ins Krankenhaus.

  3. Linke Aktivistin schreibt:

    Ich finde nicht, dass das Problem diese Partei ist, sondern vielmehr der gesellschaftliche Zustand, der diese Partei hervorbringt. Beispielsweise dass Rassismus unwidersprochen hingenommen wird, Schimpfen auf sogenannte „Bankster“ und die Hetze dagegen vom Großteil der Bevölkerung unhinterfragt akzeptiert wird oder unsolidarisch und voller Angst diese Gesellschaft auseinanderdriftet. Auch die nationalistische Glorifizierung von „Österreich“, die das im Sinne von „wir“ und „die anderen“ noch bestärkt gießt nur Öl in dieses Feuer.
    Ich würde es cool finden, wenn sich mehr Leute solidarisch miteinander verhalten würden und sich gegen den kapitalistischen Normalzustand organisieren würden… und Rassismus, Nationalismus oder Antisemitismus wirklich ablehnen würden.

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