HC Strache – Wenn der Bier-Stammtisch real wird


Viel wurde über diesen Menschen schon gesagt.

Wir haben es hier mit dem definitiv polarisierendsten „Politiker“ der zweiten Republik zu tun, einer Gefahr für den zukünftigen Frieden in Österreich.

HC Strache wurde in Erdberg geboren, wo die Menschen immer schon ziemlich gut miteinander auskamen, einem Viertel, dem Migranten noch nie fremd waren.
Der Anlass zu seinem Gedankengut ist mir nicht bekannt: Wurde er in der Schule gehänselt oder gar geschlagen?
War er Aussenseiter und fand keine Freunde?

Irgendetwas muss dazu geführt haben, dass Heinz-Christian Strache schon in jungen Jahren an die Neonazi-Szene rund um Gottfried Küssel andockte.

Wenn man schon mit 15 Jahren in schlagenden Burschenschaften teilnimmt, mit 20 an paramilitärischen Übungen partizipiert, mit ebendiesem Alter bei einem Treffen der später verbotenen „Wiking-Jugend“ festgenommen wird…dieses Gedankengut kann man nicht mehr loswerden, dieses Gschichtl kann er seiner Urstrumpf-Tant‘ erzählen.

Wie viele aus dem Dunstkreis um Küssel war Strache von jung auf verhaltensauffällig, hier gibt es keine Unterschiede zu heutigen Jungburschenschaftern wie Maximilian Krauss.

Auch sein Aufstieg in Wien, bedingt durch die Streicheleinheiten des äusserst dubiosen Hilmar Kabas (man erinnere sich an „Hump oder Dump“, oder an seine „Kontrollbesuche“ im Bordell), ist nicht als sonderlich originell zu betrachten.

Der Aufstieg nach dem Knittelfeld-Ereignis, wo FPÖ und BZÖ aus einer geeinten Fraktion hervorgingen, ist jedoch bemerkenswert: Sofort, wie er als neuer FPÖ-Parteiobmann gewählt war, radikalisierte sich die blaue Fraktion in erstaunlicher Geschwindigkeit.

Es dauerte nicht lange, und die ersten „Wien darf nicht Istanbul werden!“-Plakate „schmückten“ das Stadtbild.

Der Rest ist bekannte und fragwürdige Geschichte…

Wie schafft es jemand, der sich sein ganzes Leben lang mit Menschen umgab, die hart am Rande der Wiederbetätigung kratzten oder wegen dieses Vergehens sogar verurteilt wurden, so viele Menschen an sich zu ziehen?

Wie gelingt es jemandem, der sich der einfachsten Methoden bedient, nämlich denen der Propaganda, wie sie schon Göbbels zu benutzen verstand, so viele Menschen in seinen Bann zu ziehen und scheinbar blind für jegliche Kritik zu machen?

Stimmt es wirklich, dass man nur so oft lügen muss, bis die Lüge gar nicht mehr wahrgenommen wird?
Es scheint so.
Unzählige Male musste Strache Widerrufe in Printmedien oder seiner berühmt-berüchtigten Facebook-Seite abdrucken, doch dessen Anhänger?
Die wollen die offensichtliche Lüge, derer er sich bediente, gar nicht sehen, blenden die Unwahrheit aus, bewundern(?) ihr Idol noch für dessen Größe, dies zu publizieren…
Dass er das gerichtlich muss? Spielt keine Rolle…

Er spielt den „Party-Politiker“, suggestiert „Volksnähe“, indem er in Discos den Berufsjugendlichen mimt und das Vorbild an Alkoholkonsum mimt.
Zeitgleich verlangt er grösste Härte gegenüber Konsumenten illegaler Substanzen.

Er kandidiert für jeden Posten.
Bei Gemeinderatswahlen für den Bürgermeister, bei Nationalratswahlen für den Kanzler.

Zuletzt wurde sein taktisches Verhalten gnadenlos aufgedeckt, als er einer Satire-Nachricht des „Postillon“ aufsaß, deren offen als falsch titulierte Nachricht 1:1 von ihm übernommen wurde.
Seine Fans? Die scheren sich nicht drum, denn „es wird schon was wahr sein“…

http://derstandard.at/2000003506304/Strache-faellt-auf-Satire-Meldung-herein

In jedem Moment, zu jeder sich bietenden Gelegenheit rotzt er hetzerische und allzu oft falsche Behauptungen in die Welt hinaus, die sich fast ausnahmslos gegen Moslems, Ausländer, SPÖ und Grüne, die EU, Kritiker richten.

Wir alle wissen nur zu genau, wie sich dieser Mensch beinahe tagtäglich gebärdet.

Ich persönlich frage mich nur: Wie geht sowas?
Wie ist das möglich, dass jemand, der eindeutig meist lügt, hetzt, seine eigenen Anhänger verarscht (man darf nicht vergessen, dass diese selbsternannte „Partei der kleinen Leute“ die meisten Nebenverdiener im Parlament hat) und schon außerhalb von Regierungsverantwortung eindeutig rechtsradikale Personen in wichtige Positionen hievt (aktuelles Beispiel: der 21-jährige Maximilian Krauss)?

Es ist simpel erklärt: Der Mensch hat sich sozial-evolutionär noch kein Stück weiterbewegt.
Noch immer ist es das simpelste Mittel, mit einfachsten Schlagworten die ungebildete oder an Information nicht interessierte Masse an sich zu ziehen.
Wie in früheren Zeiten interessiert es die Masse nicht, ob eine laut ausgesprochene Aussage wahr oder unwahr ist – Hauptsache, die eigene Wahrnehmung wird bestätigt.

Strache redet den bildungsfernen Menschen nach dem Mund, und das macht er gut.

Wie es allerdings möglich ist, dass ein derartiger Lügner, Rechtsextremist (man bedenke, dass die FPÖ im Europaparlament für Lega Nord, Front National etc. für eine Koalition zu radikal(!) ist!) und niemals zu seinen Neo-Nazistischen Burschenschafterfreunden untreu handelnder Polemiker und Möchtegern-Mussolini noch immer ein politisches Amt ausüben darf?

An den österreichischen Verfassungsschutz: Wenn dieser Mann einmal Unfrieden in der Gesellschaft soweit schürt, dass Opfer zu beklagen sind…dann ist das die Schuld von Euch und der Bundesregierung!

Mir graut vor einer Zukunft mit einem HC Strache als Politiker mit verantwortlichem Posten…

PS: Soeben trudelte die erste Drohung gegen mich ein, via Facebook-PM.
Dem drohenden sei ins Stammbuch geschrieben: Danke für die Ehre!

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5 Antworten zu HC Strache – Wenn der Bier-Stammtisch real wird

  1. Farin schreibt:

    Ich stimme dir schon zu und man kann wirklich nur mutmaßen, wie der Bumsti geworden ist, was und wie er nunmal ist. Aber dass er so erfolgreich damit ist, liegt meines Erachtens daran, dass er Themen bedient (populistisch und auf die tiefste Art und Weise), die in den Köpfen der Bevölkerung durchaus eine Rolle spielen und von den anderen Parteien ignoriert werden oder denen zumindest viel zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet wird. Was nutzt es einem, wenn man ein Menschenfreund ist, wenn man sein Kind dann wirklich in eine Wiener Volkschulklasse steckem ‚muss‘, in der kaum Deutsch gesprochen wird und die eigentliche Ausbildung somit immer mehr in den Hintergrund rückt? Es gibt nunmal Probleme, die man angehn muss – miteinander, ethisch vertretbar und auf eine sozialwissenschaflich vernünftige Art und Weise. Aber solange solche Dinge, aufgrund der Angst selbst ins rechte Eck gestellt zu werden – oder Wähler zu verlieren, einfach nicht thematisiert werden, wird der Bumsti weiterhin zulegen.

    Er spielt mit Ängsten – und diese Ängste gehören von allen Beteiligten beseitigt. Ich denke, Bildung wäre der Schlüssel. Aber das ist auch so ein Thema in Österreich, das sich keiner so richtig anzugehen traut. Da wird nur gekürzt und stolz verkündet dass man die Zentralmatura zustande gebracht (und erst versemmelt) hat.

    • quargelbrot schreibt:

      D’accord, und wenn Du meine Blogeinträge der letzten Tage liest, schiesse ich sehr wohl gegen alle verantwortlichen Richtungen.
      Ein Problem gibt es, doch geht es schon lange nicht mehr um „Inländer“ oder „Ausländer“, sondern um einen sozialen Frieden, der von allen eingehalten werden sollte.

      Hier ist komplexe Aufarbeitung zu tun, nicht weitere billige Aufhetzung von Menschen, denen Bildung (nicht gleich Ausbildung! – „Bildung“ ist für mich autonomes und unabhängige Verarbeitung von Informationen) egal ist.

      Strache und seine Freunde müssen mit Worten bekämpft werden, und seine Fans darauf aufmerksam gemacht, wie sie hinters Licht geführt werden von ihm und Schundblättern a la „Krone“, „Heute“ und Co.

      Es gibt viel zu tun, doch benötigen wir alle dafür Sachlichkeit, Vernunft, Humanismus.
      Diese Punkte sind der natürliche Feind vom Ich-wäre-gerne-Demagoge-Bierproleten Strache und seinen Haberern.

  2. zyklopi schreibt:

    Der Haze macht halt gleich weiter wie er es von seinem Guru gelernt hat. Jörg ist mit denselben Plakaten immer gut gefahren. Wo Angst herrscht, weswegen auch immer ist immer ein guter Nährboden für solche Leute und deren Ideologie.

  3. The Pianoman schreibt:

    Gerne wird hervorgehoben, dass gerade Leute, die in der bildungsfernen Schicht durch ihren RTL2 Alltag dümpeln, den Musikantenstadl für Kunst und Alkohol für den Problemlöser Nummer 1 halten, besonders für das populistische und ausländerfeindliche Gelaber eines Straches besonders empfänglich sind.

    Doch die FPÖ Wähler ziehen sich durch alle Stände und Schichten. Ausländerhass, Antisemitismus und schönreden der schlimmen Taten im dritten Reich werden immer mehr salonfähig.
    Dafür sind längst nicht nur die sogenannten unteren Schichten verantwortlich.

    Die Gesellschaft, in der wir leben, verroht zusehends. Kultur und Bildung ist immer weniger Wert.
    Und wenn ich von Bildung spreche, dann rede ich nicht von Fachwissen. Längst wissen unsere Kinder nichts mehr über das Theater, die Oper oder die Literatur. Kreativität wird per Punktzahl bei „Sing-Star“ gemessen, oder von einer „Fachjury“ beurteilt. Eigenständiges denken wird bereits in der Schule unterbunden und die umfassende Persönlichkeitsentwicklung und Herzensbildung ist höchstens noch in alten Heimatfilmen ein Thema.

    Wir schmeißen wertvolle Werte auf den Müll und geben unseren Kindern kein Rüstzeug mehr auf den Weg, damit sie sich in der Welt richtig orientieren können. Leider unterstützt Google-Maps noch keine Navigation durch den Dschungel aus falscher Moral, Loyalität, Intrigen und Lockrufen moderner Rattenfänger.

    Einige wenige Ausnahmen gibt es noch. Aber auch die werden es nicht schaffen, unsere Gesellschaft vor dem Niedergang zu bewahren.

    Und solange ungebildete, abgestumpfte Menschen mit dem Tiefgang einer Regenpfütze die Mehrheit der Bevölkerung bilden, werden hohle Phrasen und realitätsferne Thematik einen Nährboden finden. Denn ein einigermaßen gebildeter Mensch wird sich diese Propaganda mit einem Lächeln im Gesicht anhören und anschließend mit seinem türkischen Nachbarn auf einen Kaffee gehen.

    • Ursula Cordin schreibt:

      Lieber Pianoman,

      Ich habe erst heute Ihren Artikel gelesen, deshalb die späte, aber dafür umso nachdrücklichere Antwort:

      Sie haben mir sowas von „aus der Seele“ geschrieben, ich kann jeden Ihrer Sätze voll und ganz unterschreiben !!

      Auch ich dachte bis vor noch gar nicht so langer Zeit, dass nur die bildungsferne RTL-Dschungelcamp-und-Casting-shows-Seher-Schicht wie die Lemminge den populistischen, dümmliche Phrasen schwingenden „Rattenfängern“ hinterher laufen, aber weit gefehlt: Auch in meinem Umfeld registriere ich zu meinem Entsetzen immer häufiger rechts angehauchte Ideologien – bei „gebildeten“ Menschen, die Oper und Theater lieben und auch Bücher lesen – und das macht mir, ehrlich gesagt, schon etwas Angst ! Vor allem, weil sie es sind, die für die Erziehung der nächsten Generation verantwortlich sind ( !! ) Wir möchten doch, dass aus unseren Kindern später einmal eigenverantwortliche, selbstständig denkende Erwachsene werden, die offen, emphatisch, angstfrei und ohne Vorurteile auf andere Menschen zugehen können…
      Wenn wir Ihnen aber in einer Zeit, wo eigenständiges Denken ohnehin immer mehr aus der Mode kommt ( social medias sei Dank !! ), auch noch dieses schleichende rechte Gift einsuggerieren, na, dann dürfen wir uns auch nicht wundern, wenn wir eine neue NS-Generation ( natürlich in modernem Gewand…) heranzüchten…..

      In diesem Sinne: die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt…..

      mit freundlichen Grüßen

      Ursula Cordin

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