Wir ersticken in unserer eigenen Dekadenz


Hier in Österreich gibt es von allem reichlich: Trinkwasser von bester Qualität direkt aus der Wasserleitung, Nahrung, bis die Hose platzt, Auto, Motorrad, beste Wohnungseinrichtung, Internet aus der Dose, Urlaub, Fitness-Möglichkeiten, etc.

Und doch fühlen wir uns „arm“ und streben ständig nach mehr, vergönnen den Nachbarn ihre neuesten Errungenschaften nur bedingt.

Was zum Teufel ist los mit uns?

Wie ist es möglich, dass der Besitz an Dingen überbordend ist, gleichzeitig sind wir aber leerer, unzufriedener, gieriger als je zuvor?
Ein Paradoxon, das in homo sapiens sapiens tief verwurzelt scheint.

Habe erzeugt scheinbar Habgier.

Unsere Gier übermannt uns, Lemmingen gleich gedanken- und rücksichtslos von Einkaufstempel zu Einkaufstempel Richtung Klippe zu laufen, um unser durch oft sinnentleerte Arbeit errungenes Geld wieder in den Kreislauf des Tausches zu werfen.
Am Ende fühlen wir uns trotzdem nicht zufrieden, haben kurz, wenn überhaupt, Freude mit den gekauften Gegenständen, die wir nur zu oft nicht einmal nötig hatten.

Wir sind getrieben von Raffgier und Status-Symbolen, welche uns die Illusion schenken, etwas erreicht zu haben.
Dinge, die Plunder und Tinnef zugleich sind.
Wertlose Sachen, die selten praktischen Nutzen besitzen, weil wir meistens schon ausreichend davon besitzen.

Und trotzdem kaufen wir, als gäbe es kein Morgen.

Ganz besonders zur Weihnachtszeit, in einer als besinnlich und das Kalenderjahr ruhig ausklingenden Phase, wo die Natur beginnt, in den Winterschlaf zu sacken, kommt Hektik in uns hoch und belebt uns mit einem Drang, den Konsum sinnlos anzukurbeln.
Wir berauschen uns selbst dabei, indem wir Geistesgestörten gleich durch die Einkaufsstraßen wüten.
Treiberameisen gleich kaufen und erwerben wir, als wäre es alleiniger Zweck unseres Daseins, viel nutzlosen Plunder zu häufen.

Dennoch ist mit dem heiligen Abend nicht Schluss mit dem Irrsinn, denn besinnungslos werden die Konsumtempel nach den Weihnachtsfeiertagen erst recht gestürmt, weil die Zeit des Umtauschens und des Gutschein-Verschwendens beginnt.
In den Läden der ganzen Welt herrscht in dieser Schlußphase des Kalenderjahres fast noch mehr Betrieb als vor den Weihnachtsfeiertagen.

Als lästige Aufmerksamkeit, die das Ziel verfehlt, wird ein Geschenk empfunden, weil der Beschenkte gar nicht ernsthaft interessiert, sodass man wüsste, was dieser eigentlich gewünscht hat.

Dieser späte Höhepunkt des Konsum-Jahres wird mit abartiger Inbrunst inszeniert, und (fast) alle machen mit.

Alle Jahre wieder wird der Weihnachtswahnsinn ein Stückchen nach vor im Kalender geschoben.
Weit vor dem ersten Advent schon fragen die ersten Zeitungsartikel, ob man schon die Weihnachtsgeschenke besorgt hat, schon im August wird man in Supermärkten von Lebkuchenbäckereien oder gar Adventkalendern(!) visuell belästigt.

Ähnliche Massenphänomene spielen sich um die rein aus kommerziellen Gründen in unser Stammhirn gebrannten Tage Halloween, Valentinstag oder Muttertag ab.
Wir alle sind sicherlich schon mit den Menschenmassen, die sich wie von Sinnen benehmen, bei den Blumenhändlern in Berührung gekommen, nur, weil es nach wenigen Jahrzehnten schon in unsere Köpfe einprogrammiert wurde, dass man gefälligst der Mutter/Geliebten etc. zu einem bestimmten Tag eine Aufmerksamkeit schenken soll.

Und wir alle machen mit…

Alljährlich wird schon während des Advents von den Medien „Bilanz gezogen“, wie unser Handel denn floriert, die Umsätze in neue Sphären steigen – abseits von den Geldbörsen der Einzelhandelsmitarbeiter, die von den annual steigenden Gewinnen so gut wie nichts bekommen, eher noch Gehaltseinbußen mit reziprok ansteigender Arbeitszeiten hinnehmen müssen, weil für ihren Job sofort einige Bewerber zur Stelle wären, die diesen übernähmen, wenn es einem nicht passt.

Zu Muttertag werden Mütter spazieren geführt, obwohl es diesen meist gar nicht genehm ist, sie eher schon Angst vor so viel geheuchelter Freundlichkeit entwickeln.

Halloween…

Hier in Europa wurde dieses Fest bis vor kurzer Zeit nur in amerikanischen Filmen als „typisch amerikanischer Konsumwahnsinn“ abgestempelt, mit unseren Bräuchen unvereinbar, weil am nächsten Tag Allerheiligen ist, ein Tag, der in katholischer Tradition dem stillen Gedenken an die Toten dient.

Auch dieser Tag dient mittlerweile nur noch horrenden Umsätzen in den betreffenden Industrien, da alle wie verrückt auf den Friedhöfen die Gräber der Verstorbenen mit Massen von Blumen und Kerzen zieren…als ob es den Toten in irgendeiner Art und Weise helfen würde.

Pikanterweise hat ein Großteil der Friedhofsbesucher, die zu Allerheiligen fast schon manisch eine Invasion der Grabstaaten durchführen, den Rest des Jahres gar kein Interesse an einem besinnlichen Spaziergang durch diese besinnlichen Stätten der Ruhe.

Der Kalender schreibt uns schon vor, was wir zu tun haben am 1. November – den Friedhof besuchen und den Verstorbenen gedenken.
Ab dem 3. November herrscht an den Oasen der Ruhe, den letzten Ruheplätzen unserer Toten, wieder die gewohnte Stille, die Welle verebbt…

Zurück zu Halloween: Diese Unart, einen Tag, der eigentlich aus keltischen Bräuchen und antiken Zeiten stammt und von irischen Migranten nach Amerika exportiert wurde, nach Europa zu bringen, einen katholisch geprägten Kontinent mit deklarierten Bräuchen, dessen Menschen solch „heidnische“ Gepflogenheiten eigentlich mit Ablehnen beäugt, zum Milliardengeschäft zu machen, war nur eine Frage der Zeit.

Dank der Spitzfindigkeit geldgeiler Geschäftsmänner scheint es uns schon im September orange aus allen Ecken entgegen.

Kürbisse hier, Spinnen da. Hexen von links, Gespenster von rechts.

Kaum jemand weiß, wozu Halloween ursprünglich eigentlich gefeiert wurde, aber es kümmert auch nicht wirklich viele.
Mit Ausnahme der älteren Menschen, die noch sehr von katholischen Bräuchen geprägt wurden und ihren Toten gerne gläubig das ihnen angediehene Gedenken widmen, scheint der Rest wie von Sinnen.

Hauptsache scheint, es wurde wieder etwas von findigen Geschäftemachern importiert, was in unseren Breiten eher sinnlos und beliebig scheint, obwohl es einen heftigen Widerspruch zu liebgewonnenen Traditionen, die niemandem schaden, bedeutet.

Geld. Geld. Umsatz. Profit.
Die Kassen klingeln.

Ostern, das heiligste Kirchenfest (gut, meine Meinung zur Kirche ist bekannt, doch hege ich trotzdem Respekt zu den Gläubigen, wenn sie einen positiven Akt einer „Wiederauferstehung“ glauben und feiern), zu meiner Kindheit noch spaßig, weil es eigentlich eine kleine harmlose Eier- und Nascherei-Suche am Morgen des Ostersonntags war, verkommt wie alles andere auch nur noch zur Geschenke-Orgie, insbesondere für unsere Kleinsten, die es schon gewohnt sind, zu jedem Anlass Klimbim zu lukrieren, mit dem sie durch das Übermaß an Spielzeug, dem sie gar nicht mehr ausreichend Zeit widmen können, keine anhaltende Freude mehr haben.

Der Rubel rollt, der Handel freut sich, die Konsumenten werden ihrem Namen gerecht und hecheln brav erzogen den vorgeschriebenen Kalendertagen nach.
Den Rest des Jahres verbringen die Massen mit dem Bejammern der leeren Geldbörsen und geplünderten Konten, wenn vieles nicht schon in Euphorie auf Pump besorgt wurde.

Ich persönlich wurde schon oft fragwürdig bestaunt, weil ich mich, soweit es mir überhaupt gelang, diesen Tagen verweigerte.
Nicht, dass ich belächelt wurde, nein, meist fielen Worte wie „Miesmacher“ oder „Spaßbremse“, weil ich mich diesen Tagen und dem herrschenden Trubel verweigere.

Befremdlich empfinde ich die grassierenden Trends zum Hype eines neuen Produktes im Unterhaltungssektor.

In gar nicht wenigen Regionen dieser Welt stehen Konsumenten zu tausenden Schlange, um die brandneuen Modelle der beliebtesten Smartphones, Konsolen etc. möglichst früh zu erwerben.

Obwohl das Vorgängermodell oft kaum ein Jahr alt, technisch sehr wohl am Stand der Dinge, gieren die Menschen nach dem allerneuesten Modell, wie immer mit bahnbrechenden Neuerungen versprochen, trotz des in den ersten Wochen weit überhöhten Preises.

Es zählt die Exklusivität, man zeigt, was man sich leisten kann – obwohl es bei gar nicht so vielen wirklich zutrifft…

Die Liste wäre endlos fortzusetzen…ob Modetrends, die einem immer rasanter gedrehtem Glücksrad gleich in immer kürzeren Intervallen wiederkommen, oder technische Neuheiten, welche gestern noch nicht nötig waren, heute aber unverzichtbar scheinen.

Lila war gestern, heute trägt man grün.
Fünf Jahre später trägt niemand mehr blau, denn lila ist die neue Modefarbe…

Kopfschüttelnd sitze ich da und verstehe nicht mehr, dass die Menschen gar nicht mehr bemerken, wie sie dem Gruppenzwang ergeben Unmengen an Geld beim Fenster rauswerfen, um „hip“ oder „trendy“ zu sein.

Da die Modebranche in Europa in vielen Bereichen fast zur Gänze nur noch aus Ketten präsent ist und kleine Schneidereien oder Boutiquen kontinuierlich zurückgedrängt werden, begegnen mir die Menschen, die modisch sein wollen, hauptsächlich gleich gekleidet, aber exklusiv ausgestattet glaubend.

Sie sehen fast gleich aus, tragen gewöhnliche Labels, den gleichen Duft, die gleichen Schuhe, sind ähnlich geschminkt, gestylt, eher geklont denn individuell wirkend…und meinen trotz alldem, besonders hübsch und in zu sein.

Jedem, der dies anzweifelt, empfehle ich den Gang zum nächsten Konsumtempel, hierzulande „Einkaufszentrum“ genannt, wo „New Yorker“, „H&M“, „Peek & Cloppenburg“, „C&A“, „Hollister“ und Co. vertreten sind, und die jungen Menschen zu beobachten.

Als kreuze permanent derselbe Klon den Weg.

Tattoos mit chinesischen Schriftzeichen, oder dem Namen des Kindes/Hundes/Partners…es spielt keine Rolle, die Stereotypen sind austauschbar und in Massen zu bewundern.

Die Menschen sind schon lange genormt und von den Industrien vereinnahmt, doch merken sie es nicht.

Mich stimmt das traurig, denn ausgerechnet die Individualität, ein Zeichen von Eigenständigkeit, ist meiner Meinung nach eine der größten Stärken, die ein Mensch besitzen kann.
Diese wird radikal geraubt, unsere Einzigartigkeit wird dem Konsum unterworfen.

Beruhigt nehme ich zur Kenntnis, dass ich, wenn ich diese Trends bei Diskussionen zum Thema mache, mit diesen Beobachtungen scheinbar nicht alleine bin.
Viele dürften meiner Meinung sein, dass die Dominanz der Wirtschaft und ihrer globalen Handlanger den Menschen sukzessive immer mehr angleicht, unabhängig von Region und lokaler Kultur.

Markennamen wie „Coca Cola“, „McDonalds“, „Apple“ und viele andere sind Synonym für eine Normung unserer Zivilisation auf dem Planeten.

Ob dies positive oder negative Folgen auf die nächsten Generationen haben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht auszumachen, doch ist zu befürchten, dass kulturelle Identifikation, wie wir sie aus allen Teilen der Welt schätzen, zunehmend in die Defensive gerät.

Gewisse Dinge kann man selbst empirisch beobachten.

Ein lokales, österreichisches Beispiel: Im österreichischen Raum existiert eine recht erfolgreiche Internet-Singlebörse, www.websingles.at

Der Leser möge sich doch ein paar Minuten Zeit nehmen, sich (ich bin männlich, also nahm ich stellvertretend die für mich persönlich interessanteren Frauen als Beispiel) die Profile der Partnersuchenden anzusehen.

Eine erklecklich hohe Prozentzahl bezeichnet sich selbst als „verrückt“, hat „Carpe Diem“ als Leitspruch, erfüllt so ziemlich jedes Klischee, dessen man wahrhaft werden kann.
Zugleich empfinden sie sich selbst als ultra-individuell, ohne Wahrnehmung dafür, äußerst austauschbare Botschaften auszusenden.

Und so werden Menschen, die sich mehr oder weniger verzweifelt nach Partnern sehnen, zu austauschbaren Objekten, die man ob der Gleichheit des Internet-Auftritts gar nicht mehr als eigenständige Wesen wahrnimmt.

Der Gruppenzwang hat Besitz von uns genommen, seit Jahrzehnten von Marketing-Strategen und ihren Plänen gelenkt.

Gib dem Menschen das Gefühl, dass Dein Produkt exklusiv und individuell ist, und die Massen sind Dir sicher.

In unserem Drang, Wert zu besitzen, gehen wir in einem feisten Brei von Uniformität unter, ohne zu merken, wie gleichgeschalten wir doch inzwischen sind.

Merken wir gar nicht mehr, dass wir von Werbebotschaften, oft eiskalter Intention folgend, wie Schlachtvieh umhergetrieben werden?

Ist es uns gar nicht mehr bewusst, wie wir von den Menschen, die schon zu Beginn der Massenproduktion wussten, wie kollektive Gier aktivierbar ist, ferngesteuert werden?

Psychologisch gesehen ist es ganz einfach: Man aktiviert im menschlichen Bewusstsein den Instinkt, der uns die Illusion der Freude am Besitz eines Produkts vermittelt, findig verpackt als „Exklusiv“, als absolut nötig suggeriert, und lässt die Kassen auf Grund der berechenbaren Reaktion des getriebenen Individuums nach Besitz klingeln.

Wir alle funktionieren ähnlich, es sind unbewusste Botschaften, die uns von überall entgegenlächeln, so penetrant, dass wir, ohne es zu merken, die Botschaft derartig verinnerlichen, sodass wir es als Selbstverständlichkeit empfinden, die einzelnen Marken und Produkte zu konsumieren.

Obwohl wir sehr wohl informiert über die Herstellungsbedingungen und der meist im fernen Osten durchgeführten Sklaverei, um uns die begehrten Produkte möglichst günstig unterzujubeln, sind, werden diese Umstände nur zu gerne ignoriert.
Billig muss das Schnäppchen sein, möglichst soll es auch nur uns alleine gehören.

Nicht umsonst spricht der typische Geschäftsmann nicht vom Kunden, sondern vom Konsumenten.

Es wird konsumiert, verbraucht, gekauft, wieder konsumiert und verbraucht…

Ein soziales Lebewesen wie der Mensch wird eigentlich von drei Grundbedürfnissen gesteuert: Nahrung, Kleidung, Wohnung.
Alles außerhalb dieser drei Bereiche ist de facto Luxus.
Weil wir aber nach 70 Jahren des Friedens und wirtschaftlichen Aufschwungs, zusätzlich durch die Errungenschaften von Technik und Unterhaltung mit unserer Zeit meist nichts mehr anzufangen wissen, wird uns dieser Luxus als essentiell beigebracht.
Von Kindesbeinen an wird ein Mensch heutiger Zeit mit Klimbim zugemüllt.
Wo früher ein simpler Fußball für ewig scheinende Unterhaltung bei Kindern sorgte, muss es heute das neueste Smartphone sein.

Wo eine einzelne Puppe ein Mädchen durch ihre gesamte Kindheit begleitete und diesem alles bedeutete, lehnen heute Dutzende dieser Spielzeuge in den Ecken der Kinderzimmer, unbeachtet und wertlos.

Sei es im lukullischen, modischen, elektronischen, mobilen als auch im zwischenmenschlichen Bereich, seit dem Wirtschaftswunder nach Ende der Besatzungszeit sind wir zu arbeitenden und konsumierenden Zombies mutiert und bezeichnen dies als „Leben“.

Im Sommer werden die entferntesten und kitschigsten Destinationen dieser Erde anvisiert, Touristen suhlen sich im Luxus ihres Hotels, ein Paradies auf Erden vortäuschend, im Hintergrund jedoch die Mitarbeiter schikanierend, schlürfen Cocktails an der Bar, während außerhalb unseres Clubs die Armut vorherrscht.
Dies wird wohlweislich ausgeblendet, schließlich wollen wir unser Gemüt im wohlverdienten Urlaub nicht schmälern.

Im Winter wedeln wir wie von Sinnen massenhaft die inzwischen viel zu engen Pisten hinab, penibel achtend, dass wir uns nicht über die Zehen fahren, kehren ein in die Massenabfertigungshallen, die sich zynisch noch immer „Skihütten“ nennen, während das Saisonpersonal, das uns bewirtet, wie Sklavenvieh behandelt wird.
Dort wird Alkohol konsumiert, als gäbe es kein Morgen mehr, gegrölt, gesungen, gefickt.
Würdelos werden wir vor einen Karren gespannt, der sich „Tourismus“ nennt, aber nichts anderes als Abfertigung von Massen ist.
Geistlos wähnen wir uns in einem Paradies, das selbst Affen peinlich berühren würde.

Wir leisten uns jeden möglichen Scheiß, sind trotzdem permanent unzufrieden und laufen daher in Scharen zu Psychotherapeuten, weil wir uns ausgebrannt fühlen.

Wisst Ihr eigentlich noch wirklich, wer Ihr seid, liebe Mitmenschen?
Ist es Euer Sinn des Lebens, dieses nach Norm und vorgegebener Richtung abzuspulen, während dieser Planet dafür bluten muss und uns die wahren Dinge, die uns eigentlich kümmern sollten, entgehen?

Wie können wir uns noch in den Spiegel blicken, wenn wir, während wir der Dekadenz freien Lauf lassen, wissen, dass 2-3 Milliarden Menschen keinen Zugang zu Trinkwasser haben, Millionen zur gleichen Zeit vor Gefahren für Leib und Leben auf der Flucht sind, Kinder verhungern, erblinden, in den meisten Regionen unseres Planeten ein erschütterndes Ungleichgewicht herrscht?

Wir können wir verantworten, Politikern von rechts zu folgen, die sich nicht zu schade sind, sich über die schwächsten der Gesellschaft wie Bettler oder Asylanten herzumachen, während wir selbst jeden Tag Fleisch in Unmengen konsumieren, auf Knopfdruck jeglichen Luxus kaufen können und in unserer Sattheit nur noch den Römern gleich den Bezug zur Realität verloren haben?

„Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen“
Angeblich hat Marie Antoinette diesen infamen Satz zu Beginn der französischen Revolution geäußert.
Auf den Punkt getroffen, uns alle betreffend, wenn wir weiterhin ausblenden, wie hilfebedürftig die Welt eigentlich ist, wir uns jedoch beschweren, weil der nächste Urlaub vielleicht „nur“ nach Griechenland statt Mauritius geht.

 

Denken wir alle ein wenig über uns nach.
Sinnieren wir über den Verlust von Identität und dem herrschenden Oxymoron von Luxus und gleichzeitiger Verwahrlosung.
Über Sinn und Unsinn unserer Gier und des Dranges, unbedingt etwas bedeuten zu wollen.
Wir alle sind wichtig und so unendlich unwichtig zugleich, mit Fehlern und Makeln behaftet, und auch unsere viel gepriesene Individualität ist nur eine Illusion.
Alle sind wir nichts anderes als Ameisen in einem aufgeblähtem und überdimensionalen Staat.
Doch ohne Königin.

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