Rettet die Sozialdemokratie, denn wir werden sie noch brauchen!


Vorweg: Es geht hier NICHT um Stimmenfang, Sympathieheischerei oder sonstige billigsten Propaganda-Methoden der SPÖ.
Es ist rein meine persönliche Ansicht der Dinge, und ein Aufruf an Gleichgesinnte, die wie ich für ALLE Menschen, die Unterstützung benötigen, da sein wollen.

Manche, die meinen Blog kennen, werden sich ein wenig wundern über diesen Eintrag.
Schliesslich habe ich im Dezember ordentlich über die neue Regierung geschimpft, also wirkt alleine die Titelzeile befremdlich.

Keine Sorge, von dem, was ich zur Regierungsbildung geschrieben habe, hat sich nichts geändert.
Dazu äussere ich mich weiter unten, doch möchte ich weit ausholen, weil es mir im Kopf richtiggehend brennt, diese Gedanken mit den Lesern meines Blogs zu teilen.

Wieso sehe ich die Sozialdemokratie unverzichtbar?
Es ist eigentlich so banal wie eindeutig: Wir gehen global auf verdammt furchtbare Zeiten zu, deren Ausmaß wir uns noch nicht einmal ansatzweise vorstellen können.
Gerade in schlechten Zeiten jedoch zeigte sich die Sozialdemokratie als Stütze für die Bevölkerung, als Trostpflaster wie auch als menschliche Unterstützung, deren Verlust für die Menschen ein erheblicher wäre.

Man bedenke nur, was gewesen wäre, hätte es die Sozialdemokratie in den Nachkriegsjahren nicht gegeben…viele Menschen wären heute gar nicht geboren ohne den unwiderstehlichen Drang der Sozialdemokraten, unsere Gesellschaft wieder ins Lot zu bringen.

Ohne Sozialdemokraten wäre es vielleicht passiert, dass im Jahre 1945 der Kommunismus und Stalins Schergen Österreich vereinnahmt hätten.
Wir wären Mitglied des Warschauer Pakts geworden, mit Konsequenzen, die nur theoretisch vorstellbar sind.

Blicke ich in die nähere bis fernere Zukunft, wird mir ein bisschen schlecht.
Kollosale Probleme für die menschliche Zivilisation auf der ganzen Welt stehen quasi schon vor der Türe. das Ende der fetten Jahre ist schon spürbar.
Um „Game of Thrones“ zu zitieren: Der Winter naht.

Mehrere Dinge sind nicht mehr zu verhindern, es ist nur eine Frage der Zeit, bis der eine oder andere fatale Faktor eintrifft und eine Kettenreaktion unvorstellbarer Dimension auslöst.

1) Die Überbevölkerung:
„Die UNO erwartet mit Stand 2010 bei mittlerer Projektion bis 2025 8,17 Milliarden und bis 2100 10,9 Milliarden Menschen“ – Link: http://esa.un.org/wpp/unpp/panel_population.htm
Die weiter fortgeführte Explosion der Bevölkerungszahl dieses Planeten wäre alleine vielleicht irgendwie zu meistern, doch kommen noch Parameter hinzu.
Der rapide Anstieg der Lebenserwartung des durchschnittlichen Menschen bereitet zusätzliche Sorgen.
Alleine die Medizin, die im Hintergrund unfaßbare Fortschritte macht und das Altern eventuell bald völlig beendet (http://web.de/magazine/gesundheit/krankheiten/18904528-jungmaeuseblut-jungbrunnen-forscher-kehren-alterungsprozess.html), ist eine Unbekannte, die mir persönlich, muss ich gestehen, eine Heidenangst bereitet.

Schreitet der medizinische Fortschritt derartig voran, sind die Folgen nicht absehbar.
Im schlimmsten Fall kollabiert unsere Zivilisation alleine durch diese Umstände innerhalb der nächsten 30 Jahre.

Als Folge der Überbevölkerung kommt Punkt 2.

2) Der Trinkwasser- und Ressourcenmangel: Aktuell haben 2-3 Milliarden Menschen (also ca. ein Drittel der Gesamtbevölkerung!) keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser.
Da dieses Problem in nächster Zeit nicht lösbar scheint, eher Verschlimmerung zu befürchten ist, erklärt mir die mir angeborene Logik, dass wir ein massives Flüchtlingsproblem erst vor uns haben, bedingt durch Bürgerkriege (Wasser und Lebensmittel sind IMMER Grund für Gewalt, schliesslich ist der Mensch in Agonie zu allem fähig) und unerträgliche Zustände in den betroffenen Ländern.
Auch hierzulande schmelzen große Reservoirs, nämlich unsere Gletscher, sprichwörtlich unter unseren Fingern davon.
Italien leidet zur Zeit an einer Flüchtlingswelle aus Nord-Afrika, doch kann man sich gut vorstellen, dass dieser Flüchtlingsstrom mangels Alternativen für die Flüchtenden nur eine kleine Vorhut dessen ist, was uns in den nächsten Jahrzehnten erwartet.

Verschärft wird diese Misere noch durch Punkt 3:

3) Der immer schneller galoppierende Klimawandel.

Hier in Europa bekommen wir den Klimawandel auch schon heftig zu spüren. Wetterextreme geben sich inzwischen auch hier im Paradies Mitteleuropa die Klinke in die Hand.
Immer mehr Dürreperioden, Hitzerekorde und Rekordniederschläge verzeichnen wir, immer mehr Orkane, Kapriolen, Überflutungen haben wir zu erleiden.
Auf der anderen Seite drohen große Teile der Pole in den nächsten 30 Jahren wegzuschmelzen und den Meeresspiegel erheblich zu erhöhen.
Das bedeutet den Niedergang einiger küstennaher Regionen sowie, wenn es ganz drastisch kommt, könnte der Golfstrom zum Versiegen kommen, da viel zuviel Süßwasser in die Meere gemischt wird und daher den Salzgehalt der Ozeane massiv verändert.
Versiegt der Golfstrom, wäre die Nordhalbkugel zusätzlich von einer neuen Eiszeit betroffen, und nein, das ist KEIN Science-Fiction-Szenario a la Roland Emmerichs „The Day after Tomorrow“.

Inzwischen steigt die Arbeitslosigkeit auf der ganzen Welt, bedingt durch immer höhere Effizienz der Maschinen und Computer, mit reziprok anwachsender Bevölkerungsdichte ergibt dies eine explosive Mischung, der wir in Europa nur noch bedingt Einhalt gebieten können.

Wenn man bedenkt, dass gerade in schlechten Zeiten gute Politiker ans Tageslicht kommen, vice versa aber gute Zeiten (die wir nach wie vor zweifelsfrei haben – schliesslich dominieren Nichtigkeiten unsere luxusverwöhnten Köpfe) schlechte Politiker zuvorbringen, haben wir aktuell ein dickes Problem: Die Spitzenpolitiker dieser Welt mutierten zu karrieresüchtigen VERwaltern, obwohl die hohe Politik eigentlich immer Hort von GEstaltern sein sollte.

Faymann und Co. sind Kinder ihrer Zeit: Der eigenen Karriere zum Wohle wissen sie gar nicht, wie wichtig es wäre, unpopuläre Schritte zu gehen, weil sie eines gelernt haben: Du kommst nur hoch, wenn Du braver Soldat Deiner Bewegung bist.
Unsere Sozialdemokratie hierzulande in Österreich hat viele gravierende Fehler in der Vergangenheit gemacht, keine Frage.
Der fatalste war jedoch, beliebig zu werden.
Die Sozialdemokratie sollte endlich wieder begreifen, dass nicht der Fang von Stimmen, sondern Authentizität der einzige Schlüssel zu einer starken Bewegung ist.
Und hier haben wir die Crux: Die Basis strotzt vor Menschlichkeit und Wärme, ist aber schon sehr frustriert auf Grund von unzähligen Entscheidungen der Führungspersonen, die entgegen der Basis und der Masse an Arbeitnehmern getroffen wurden.
Oft genug stellt sich die Frage, ob manche Entscheidungen einzelner Personen wirklich nur zwecks Förderung der eigenen Karriere getroffen wurden.

Damit sollte Schluß gemacht werden.
Eine schwache Sozialdemokratie fördert in heutigen Zeiten nur die Saat für Demagogen, und destruktive Rattenfänger wie HC Strache profitieren davon.
Solche Politiker fallen in der Regel nur durch Kritik, jedoch nicht durch konstruktive Vorschläge auf.
Wissend, dass sie diese gar nicht brauchen, weil sie einfach nur den Unmut der Bevölkerungen als Indikator für weitere aufhetzende Schlagwörter auspressen müssen, werden Parteien wie die FPÖ, die sich noch zwischen 2000 und 2006 als bodenloses Nest der Inkompetenz bewies, gefördert.

Die Menschen in Europa fühlen sich von den „Altparteien“ verlassen, weil Stillstand und Mauschelei, weil Kompromiss und Reformverweigerung Usus wurden.

Ich weigere mich jedoch, an die wichtige Sozialdemokratie einen Nachruf schreiben zu müssen, im Gegenteil.
Als der, der ich bin, nehme ich die Worte „SOZIAL“ (gesellschaftlich, gemeinnützig, hilfsbereit, barmherzig) und „DEMOKRATIE“ (von „Demus“ – „Das Volk“) sehr ernst.

Die Menschen sind wichtig! Deren Meinung reicht inzwischen schon von gefährlich brodelnd bis abgewandert.
Dank einiger weniger Personen, die viel zu lange Zeit hatten, die Glaubwürdigkeit dieser Bewegung zu untergraben.

Mir persönlich ist es wichtig, auf die Menschen zuzugehen. Egal, welcher Gesinnung, Nationalität, sexueller oder sonstiger Orientierungen, politischer Meinung etc. dieser Mensch angehört.
Menschen wollen GEHÖRT werden. Dies wurde fahrlässig verabsäumt.

Da wir aber wie oben kurz angeschrieben extremen Wandlungen und zivilisatorischen Problemen entgegentaumeln, der Mensch zur Zeit quasi im Belanglosen verweilt und dessen Götterdämmerung lächelnd entgegensieht, möchte ich jeden Leser hier hinweisen, dass schlechte Zeiten kommen WERDEN.
Haben wir dann keine sozialdemokratische Idealisten, wie sie in der Basis großteils vorhanden sind und selbst auch immer wieder an den Entscheidungen derer Spitzenfunktionäre verzweifeln, weil die Bewegung durch langjährige Versäumnisse weggebrochen ist, wird es noch schlimmer. Garantiert.

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