Frohe Weihnachten!


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Alle Jahre wieder, am Ende des Jahres, zieht unsere Gesellschaft die Notbremse nach einem hektischen Dezember, wo alle noch ausschwärmen, als würde der Atomkrieg bevorstehen und jeder die Verpflichtung zum Einbunkern haben.

Mit Vollgas in die Weihnachtsfeiertage!

Nach exzessiven Einkäufen, furiosen Weihnachtsfeiern und der Dauerbeschallung der ewig gleichen Lieder fragt man sich jedes Jahr: Wozu das Ganze?

Man merkt es an den paar Weihnachtsfeiertagen: Für die paar Momente, wo Freude alles überwiegt.

Freude an den Kindern, wenn deren Augen vor dem Christbaum leuchten.
Freude an den Verwandten, die glücklich sind, wenn sie ihre lieben sehen.
Freude an unseren alten Mitmenschen, die von den Nachgenerationen zum Essen und Trinken eingeladen werden.
Freude am Beisammensein.

Bei all der (unnötigen) Hektik rund um die Belebung der Wirtschaft, dem Terrormonat für jeden, der im Handel arbeitet, bei all der selbst aufgesetzten Schenkpflicht…von heiligen Abend bis Stefanitag erleben wir Ruhe, Geselligkeit, Erleichterung.

Es muss gar nicht heiliger Abend sein, wo man das Gefühl des menschlichen und der Wärme erleben muss.

Es kann an jedem Tag sein.

Weihnachten ist, wie inzwischen so ziemlich jeder weiß, ein Fest, wo zuvor viel zuviel Aufwand betrieben wird.

Es ist das Gefühl, das schwerkranke haben, wenn ihnen am heiligen Abend unerwarteter Besuch zuteil wird.
Das Gefühl, den Obdachlose verspüren, wenn sie zu essen bekommen.
Kinder, denen es das ganze Jahr über nicht gut geht, wenn sie ein unerhofftes Packerl unter dem Weihnachtsbaum finden.
Der Zustand, den einen der eigene Partner oder die Kinder geben, wenn man einen Abend wirklich unter sich ist und den Zustand der eigenen Familie mit jeder Faser spürt.

Weihnachten ist etwas mythisches, das im Hektik des Konsumwahns gerne vergessen wird: Es braucht keine Geschenke, es braucht nichts teures oder ausgefallenes, im Megastore besorgt. 
Die menschliche Wärme ist es, die das wohlige Gefühl in der Seele verbreitet, wofür man sich das ganze Jahr über anstrengte.

Weihnachten…eigentlich als Geburt von Jesus von Nazareth gefeiert, schon lange von der Wissenschaft als Geburtstermin hinterfragt (man vermutet ja, dass Jesus im Frühjahr das Licht der Erde erblickte), von Atheisten wie von strenggläubigen Christen gleichermassen gefeiert…es stoppt den Trubel, macht uns einen ruhigen und seelisch ausgeglichenen Jahresabschluss.

Doch sollten wir nie vergessen: Neben uns wohnt vielleicht ein einsamer alter Mann, eine alleinerziehende Mutter, die sich nach einem Partner verzehrt, auf der Strasse kämpfen Menschen ohne Obdach um ihr Überleben, Schwerkranke und -verletzte in den Krankenhäusern fristen ihr einsames Dasein…Weihnachten ist gerade ein Fest für diese Mitmenschen!
Denen, die nichts vom Leben haben, diese Wärme nicht spüren, die zunehmende Vereinsamung unserer Gesellschaft auf ihrem Rücken austragen und ausgerechnet am 24. Dezember mit vollster Wucht verspüren.

Weihnachten sind mehr Menschen traurig als an jedem anderen Tag des Jahres.

Denken wir an diese Herzen, denen das Leben übel mitgespielt hat und wo schon ein aufmerksamer Blick oder ein bisschen zuhören das grösste Geschenk bedeutet.

Besinnen wir uns nicht nur auf unsere Umwelt, sondern teilen wir dieses die Seele streichelndes Gefühl des mitmenschlichen mit den ärmsten der Armen.

Weihnachten ist mehr als nur Geschenke. 
Es ist in unseren Herzen, nicht in der Geldbörse.

Frohe Weihnachten an alle! Mögt Ihr ausnahmslos das Weihnachtsfest erleben, das Ihr Euch wünscht!

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