Alltagspoesie


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Es gibt Tage, wo der Geist in luftige Höhen steigt, das Verlangen nach Schönheit in einem selbst unerträglich wird und die schönsten Worte dem nicht gerecht werden, was die Fantasie im selben Moment zu erschaffen versucht.

Momente, wo die eigene Vision all die Blechlawinen und das jährliche Sterben der Natur an einem nur vorbeizieht und keiner Beachtung würdig sind.

In mir ist es schön.

Gedanken springen wild umher, der Versuch, all diese Melancholie und zeitgleiche Lebensfreude in die perfekten Wörter zu pressen, scheitert.

Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, alles in mir ist einerlei bei diesen sprunghaften Anfällen von Zauber, der in mir schlummert und nur darauf wartet, hell zu leuchten und der liebsten Umgebung zu zeigen, welch Potential in jedem Menschen steckt.

Ich glaube, dass all der Trubel, all die Nichtigkeiten, derer wir kaum habhaft werden, nur Stückwerk für ein Ganzes sind.

Mein Herz gehört nach wie vor nur einem Menschen, unveränderlich, und die Hoffnung, verkrampft am Leben erhalten, jemals wieder einem Wesen mit ebengleicher Magie zu begegnen, schwindet von Mal zu Mal.

Doch betrübt es nicht.

Es ist, als würde ein Engel, dessen Auftrag von Gott gegeben war, Menschen glücklich zu machen, nun eine andere Mission zu erfüllen hat.

Bei all der Trauer, die vor langer Zeit jeden Zentimeter meiner Adern zäh durchfloss, lernte ich der wirklichen Liebe, die ich einst empfand, dankbar zu sein.

Denn nicht jeder Mensch besitzt das Glück, neben dem mystischen Geschenk des Lebens auch wirkliche Liebe auskosten zu dürfen.

Demut und Dankbarkeit vor meinem Dasein wohnen in mir.

Erfüllte Träume, welche meine Hingabe für dieses vollkommene Wesen vor Jahren nährten, sind lange vorüber, doch waren sie real und können meiner Seele nie wieder geraubt werden.

Ob die Zukunft jemals dergleichen bietet, kann ich nicht sagen.

Visionen von Erfolg und materiellem Reichtum besuchen mich stets, und das Wissen um den steinigen Weg davor macht mir keine Angst.

Mag sein, dass diese Visionen eines Tages wahr werden, doch fühlte ich mich nicht gescheitert, bleiben sie in meinem Kopf.

Immerhin durfte ich von der Frucht absoluter Liebe kosten, einer Zuneigung, der ein wundervolles Kind entwuchs und die in kalten Zeiten nur zu wenige Menschen heimsucht.

Möglich sei es, nie wieder so empfinden zu dürfen, nur verstimmt dies nicht mein Herz.

Einmal den grössten Luxus, das wunderbarste Juwel, welches vom Leben geschenkt werden kann, die Liebe, geniessen zu dürfen, machte schon in jungen Jahren meine Existenz vollkommen und rein.

Aber ich schwöre einen heiligen Eid: Sollte das Schicksal mir je wieder so ein perfektes Wesen schenken, werde ich in gleicher Demut und absoluter Aufopferung alles geben, wozu ein menschliches Wesen nur fähig sein kann.

Gut zu wissen, dass die Zukunft noch nicht geschrieben steht.

So bin ich weiter dazu befähigt, Schönheit und Glück zu erfahren, ohne zuvor davon nur Ahnung zu besitzen.

Ja, ich lebe wie nie zuvor.
Meine Empfindungen sind nicht verstümmelt, mein Herz offen, es ist, als würde ein unscheinbarer Nachtfalter nur darauf warten, wieder zum Schmetterling zu werden.

Am Ende wird die Regenbogenbrücke auf mich warten.
Wie alles endliche wird mein Körper wie Herbstlaub verwelken und der Natur zurückgegeben.

Doch das Herz dieses Menschen, es lebte einst wirklich.

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