Vorurteile – wozu denn?


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Vorurteile, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Xenophobie…ein Alltagsphänomen!
Seit vielen Jahren versucht man, diese aus den Köpfen der Menschen zu entfernen…nur, das geht nicht!

Betrachtet man die menschliche Geschichte überall auf der Welt, war es nur zu oft ein kriegstreibender Grund, dass irgendwelche Volksgruppen andere nicht leiden konnten für Fakten, die sie sich nicht aussuchten.

Das ist heute unverändert.

Doch, wozu das Ganze?

Man kann Menschen wie Tiere klassifizieren, wenn man so will.
Es gibt Hunde- wie Katzen- oder Pferderassen, nach deren Schönheitskriterien sich der Mensch nicht zu blöd ist, diese zu selektieren.

Beim Menschen ist es auf Grund vieler Umstände, die nur in unserer Spezies vorhanden sind, weitaus diffiziler.

Mal nachdenken, wonach kann man Menschen in Schubladen stecken?
Also, da wären: Nationalität, Hautfarbe, Religion, Sexuelle Ausrichtung, Alter, Geschlecht, Fußballvereins-Zugehörigkeit, politische Gesinnung, Firma, Beruf, Angewohnheiten, Grösse, Figur, Familienstand, Milieu…ich würde gar nicht fertig werden mit der Liste an möglichen Klassifizierungen.

Seit Menschengedenken bedienen wir uns also dieser Muster, um unser Weltbild nach unserem Geschmack zusammenzuzimmern.

Dabei sind Ressentiments durchaus normal: Schon in der Steinzeit war es wichtig, sich um das Wohlergehen des eigenen Stammes zu kümmern.
Andere Stämme hatten nur den Raub und Mord an den eigenen im Sinn, es ging ums Überleben.

Jetzt könnte man natürlich einwenden, dass wir keine Steinzeitmenschen mehr sind, und dieser Einwand hat durchaus etwas für sich.

Kann man aber etwas, das unseren Vorfahren Millionen von Jahren zum Überleben gedient und damit unsere Evolution mitgeprägt hat, in ein paar Jahrzehnten einfach aus den Köpfen der Menschen waschen?
Nein!

Die Frage sollte anders lauten: Wie gehen wir mit unseren Vorurteilen um?

Lassen wir uns von diesen leiten, oder nehmen wir sie nur in unserem Kopf wahr und handeln konträr zu diesen, wie besonnene und moderne Menschen?

Ist es nicht wesentlich interessanter, von Menschen, die ausserhalb unserer eigenen Gewohnheiten ihr Dasein fristen, zu lernen und sich auszutauschen?

Paradoxerweise ist es zwischenmenschlich immer konstruktiv von statten gegangen, wenn sich wildfremde getroffen haben, um Handel zu treiben.

Geld und Reichtum sind also durchaus in allen Zeiten völkerverbindend gewesen.

So, jetzt haben wir aber die absolute Globalisierung.
Nationalitäten verschwimmen, die Herkunft des Menschen ist, wenn man nur in eine Schulklasse sieht, abwechslungs- und kulturreich.

Hier sollte der Ansatz beginnen, hier sollte man darüber nachdenken, warum Kinder noch wesentlich unvoreingenommer als Erwachsene sind.
Liegt es an der Geschlechtsreife? Beginnt ab da eine Art „Reviergehabe“?

Auch, so denke ich.
Viel Einfluss hat natürlich das Elternhaus.

Wenn ich so durch das Leben taumle, kann in unseren Breiten die wachsende Kluft zwischen einzelnen Volksgruppen nicht übersehen werden.
Einheimische bleiben unter sich, schliessen gerne Menschen mit Migrationshintergrund nur auf Grund ihres Namens aus.
Auf der anderen Seite ist das Bild nicht viel rosiger.
Auch zum Beispiel die türkische Gemeinde bestreitet ihr Gesellschaftsleben weitgehend unter sich.

So zieht sich das wie ein roter Faden.
Österreicher sehen sich in ihren Vorurteilen gestärkt, Ausländer detto.
Ein perpetuum mobile an Klischees entsteht.

Plötzlich ist es wichtig, einer Nationalität anzugehören.
Einer Nationalität, derer man sich ein paar MInuten vielleicht auf Grund unserer Politik gleich wieder schämt.

Deshalb sehe ich mich persönlich zum Beispiel als Weltbürger.
Ich hatte das Glück, auf einem der schönsten Flecke dieses Planeten auf die Welt kommen zu dürfen.
Jedoch hatte ich nie die Wahl!
Weshalb sollte ich jetzt wie ein Hund bei einem Knochen alles wegknurren, das dieses schöne Fleckchen Erde auch geniessen soll?

Meinereiner klassifiziert nur nach zwei Kriterien: Guter Mensch oder böser Mensch. Will ein Mensch mir etwas antun, hat er es sich verscherzt.

Ansonsten?
Ansonsten hat jeder Mensch eine interessante Geschichte, mit vielen Details, die mein eigenes Leben bereichern könnten.
JEDER Mensch ist ein eigener Mikrokosmos, mit Wünschen und Träumen, will geliebt und in die Gesellschaft integriert werden, blutet, stirbt, erleidet die selben Krankheiten, muss auch durch Arbeit sein Leben am Laufen halten.

Also wozu sollten wir alle uns mit Vorurteilen gleich diese Erweiterung unseres Horizontes präventiv zumauern, nur, weil das Gegenüber vielleicht beim Mitbewerber arbeitet, oder eine konträre politische Einstellung besitzt?

Es gibt sehr wohl ein Rezept, um diesen Wulst an Vorurteilen und abschätzigen Meinungen zu durchbrechen: Zuhören!

Das gilt für Inländer, Ausländer, Christen, Muslime, Grün- als auch Blauwähler, Homosexuelle als auch Heterosexuelle.
Das gilt für JEDEN von uns!

Nehmt Euch mal selbst an der Nase: Ist es nicht so, dass, wenn Ihr in Euch reinhört, manche Vorurteile direkt einzementiert sind, obwohl oft genug gar kein persönlicher Grund dafür vorhanden ist?

Warum wollen Grünwähler zum Beispiel FPÖ-Wählern nicht zuhören? Weil sie sie dumm halten.
Immer wieder nachzulesen.

Man muss ja nicht derselben Meinung sein wie das Gegenüber, doch spricht niemals etwas dagegen, dass man sich die Motivation für die andere politische Richtung anhört!

Gegenseitiger Respekt, das ist das einzige, was wir alle lernen müssen!
Dann können wir ohne Umschweife unsere Vorurteile tief im Kopf behalten, denn es ist eine wahre Leistung, diese zu überwinden und auf die andere Seite zuzugehen.

Mir persönlich sind meine eigenen Vorurteile völlig egal.
Sie sind zwar vorhanden, doch versuche ich doch ständig, gegen diese aufzutreten und mein Weltbild zu erweitern.

Wahrscheinlich gelingt mir das nicht immer, wie jedem Menschen, aber zumindest wird es von mir versucht.

Los! Versucht es auch!
Geht auf die Türken zu! Redet mit Ihnen!
Gilt auch für die andere Seite: Verbarrikadiert Euch nicht in türkischen Gemeinden, sondern hört doch mal die Bedürfnisse der anderen!

Nicht selten passiert es im Anschluss, dass die Menschen erleuchtet werden, indem sie viele Missverständnisse durch den Dialog endgültig abhaken können.

Also: Worauf warten wir alle? Frönen wir unseren Vorurteilen, aber lassen wir diese dort, wo sie evolutionstechnisch noch ein paar Jahrhunderte überleben werden, bis sie durch den Lauf der Zeit zerbröseln: In unserem Kopf! Ganz weit drinnen!

Euer Gerry

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Eine Antwort zu Vorurteile – wozu denn?

  1. Christy schreibt:

    Thniinkg like that shows an expert’s touch

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